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Meiers Kopf vs. Bierofkas Bauch

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Von: Uli Kellner

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Bereits zum vierten Mal in dieser Saison treffen die Löwen auf einen Gegner, der einen Trainerwechsel hinter sich hat. Laut Bieroka ist der KFC Uerdingen eine „Wundertüte“. Ähnlich wie sein Team, das mit einigen Umstellungen zurecht kommen muss.

München – Norbert Meier hat im Fußball schon alles erlebt: Aufstiege, Abstiege, persönliche Abstiege (nach seiner Schwalbe an der Seitenlinie). Der Ex-Profi gilt als fußballbesessen, was Uerdingens Investor letztlich dazu bewog, den 60-Jährigen vom vermeintlichen Abstellgleis zurück ins Rampenlicht zu befördern. „Ich bin positiv geschockt, wie viele Spiele Herr Meier von uns gesehen hat“, sagte Mikhail Ponomarev dieser Tage und schwärmte von der Akribie des neuen KFC-Trainers. Die Kurzfassung: Meier wisse alles – über eigene und fremde Spieler, über die 3. Liga mit all ihren Tücken. Das Wichtigste aber sei: „Er weiß, wie man diese Liga gewinnt.“

Dieser Umstand macht es für die Löwen, Meiers Gegner zum Einstand, nicht leichter, denn wer die Liga gewinnen kann, der kann selbstverständlich auch wichtige Spiele gewinnen. Dass das Aufsteigerduell ein solches ist, das gab Daniel Bierofka vor der Abreise in den Westen zu. „Uerdingen ist ein bisschen angeschlagen, wir sind es auch“, fasste der 1860-Coach die Lage bei beiden Clubs zusammen und schlussfolgerte: „Es ist schwierig, die Uerdinger einzuschätzen. Es wird ein bisschen eine Wundertüte, da wir nicht wissen, was Norbert Meier vorhat.“

Was Bierofka genau vorhat, wusste er nach der Rückkehr vom Fußballlehrerkurs selber noch nicht, denn was für den KFC gilt, gilt für sein eigenes Team genauso. Auch die Löwen sind derzeit eine Wundertüte: Grimaldi beim Gegner (aber noch verletzt), Moll mit frisch operiertem Kreuzband, dazu die vielen anderen angeschlagenen Spieler plus der rotgesperrte Berzel. Sechzig in Not? Von wegen, sagte Bierofka, die Kämpfernatur: „Ideen hab ich immer. Und ein bisschen muss ich ab und zu auch auf mein Bauchgefühl hören.“

Als wahrscheinlich gilt, dass Romuald Lacazette auf die verwaiste Position vor der Abwehr rückt. Den erfahrenen Jan Mauersberger hätte Bierofka auch gerne dabei gehabt, doch diese Hoffnung zerschlug sich: „Mauer“ habe immer noch Rücken. Daher dürfte Kapitän Felix Weber eine neue Chance erhalten.

Bierofkas Erwartung: „Die Jungs müssen sich zerreißen.“ Damit am Ende der Alleswisser Meier das Nachsehen hat.

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