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Erinnert sich Bierofka an den Mann des Hinspiels? Alessandro Abruscia erzielte beim 4:1-Erfolg im Hinspiel zwei Treffer.

Erst Aalen, dann Cottbus

Zwischenspurt zur Rettung?

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1860 trifft jetzt auf zwei angeschlagene Gegner und könnte einen Meilenstein setzen.

München– Gefragt nach den Vorsätzen fürs neue Jahr, herrschte große Einigkeit beim TSV 1860. „Wir wollen Distanz zur Abstiegszone schaffen und so schnell wie möglich den Klassenerhalt sichern“, sagte Sechser Daniel Wein. Nico Karger pflichtete bei: „Dieses Jahr geht’s, denk ich, darum, dass wir der Liga erhalten bleiben.“

So viel zum erklärten Primärziel. Nun zur Realität, die besagt: Größer ist der Abstand auf Platz 17 seit der Winterpause nicht geworden. Fünf Punkte waren es vor dem 1:1 in Lotte. Vier sind es nach dem 1:1 beim KFC Uerdingen. Womit ein Kernproblem bereits umrissen wurde: Die Löwen spielen zu oft unentschieden. Exakt fünfmal in den letzten zehn Partien. Siege sind weiterhin blaue Mangelware (nur drei in den letzten 17 Spielen). Aber: Es naht Hoffnung – und zwar in Gestalt zweier Clubs, denen es so richtig dreckig geht in dieser vorentscheidenden Saisonphase.

Aalen, Heimgegner am Montag, ist seit zwölf Spielen ohne Sieg (beim letzten, dem 3:2 in Zwickau, war in München noch Wiesn). Prompt wurde gestern VfR-Trainer Argirios Giannikis vor die Tür gesetzt. Etwas besser steht Energie Cottbus da, der Mitaufsteiger und nächste Auswärtsgegner. Jedoch: Auch die Lausitzer haben das Gegenteil von einem Lauf: Nach dem süßen Sieg kurz vor Weihnachten (2:0 bei Hansa Rostock, dem übernächsten Löwen-Gegner) setzte es zwei Heimpleiten: 2:3 gegen Wehen und 1:2 gegen Würzburg. Dazwischen war ein Gastspiel in Haching angesetzt, das jedoch fiel dem bayerischen Winter zum Opfer.

Bedeutet für die Löwen, dass einiges drin sein könnte nächste Woche. Im Idealfall zwei Siege. Hoffnung macht neben der schlechten Form der Gegner, dass die Löwen bereits die Hinspiele klar gewonnen hatten (4:1 bzw. 2:0). Zwar war es das einzige Mal, dass das Team von Daniel Bierofka zwei Siege aneinanderreihen konnte. Aber: Die Chance ist durchaus gegeben, mal eben mit einem Zwischenspurt der vorzeitigen Rettung näherzukommen.

Grundvoraussetzung ist natürlich, dass die Löwen ihre Siegermentalität wiederentdecken, aufhören, Rote Karten zu sammeln (wie dreimal in den letzten fünf Spielen) – und ein altes Bierofka-Zitat mit Leben füllen. Dieses lautet sinngemäß so: „Alle meine Mannschaften haben schon immer in der Rückrunde (noch) besser gepunktet als zuvor.“ Man mag es kaum glauben, aber selbst in der laufenden Saison hat dieses Gesetz bislang Gültigkeit. Vier Punkte holten die Löwen in der Hinrunde gegen Lautern, Lotte, Osnabrück und Uerdingen. Gar fünf sind es in den Rückspielen, wobei korrekterweise erwähnt werden sollte, dass der 2:1-Sieg gegen Lautern (noch im alten Jahr) die Bilanz freundlicher gestaltet, als sie Löwen-Fans aktuell vorkommen mag.

Interessant ist übrigens, wer den Sieg-Doppelpack in der Hinrunde herausgeschossen hat. Zwei Tore gingen auf das Konto von Nico Karger, eins schoss Efkan Bekiroglu, eins ein Cottbuser namens Graudenz. Die schönsten Treffer aber erzielte ein gewisser Alessandro Abruscia, um den es nach vielversprechendem Zwischenhoch ein wenig ruhig geworden ist. Denkbar ist, dass sich Bierofka jetzt an den schwäbischen Offensivspieler erinnert.

Wie auch immer: Zwei Siege gegen Aalen und Cottbus – und die Löwen-Welt sähe mit einem Schlag viel freundlicher aus. Womöglich wären sechs Punkte tatsächlich ein Meilenstein in Richtung Klassenerhalt. 34 Punkte hätte 1860 dann – eine Marke, die in der vergangenen Saison die Rettung bedeutet hätte. Anzumerken ist allerdings: Der Modus wurde entscheidend geändert: Damals waren es nur drei Mannschaften, die die 3. Liga nach unten verlassen mussten.

Der Trainer bleibt so oder so optimistisch. Zu Beginn des neuen Jahres sagte Daniel Bierofka: „Wenn wir so spielen wie gegen Kaiserslautern (beim 2:1), dürften wir mit unten nichts zu tun haben.“

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