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Wird den Löwen (wohl) erhalten bleiben: Sturmroutinier Sascha Mölders braucht nicht mehr viele Spiele, damit sich sein Vertrag automatisch verlängert.

Mölders vor (automatischer) Vertragsverlängerung

„Es gibt keine Streichliste“

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Gorenzel muss die neue Löwen-Saison planen – und den Sparkurs moderieren.

München – Er trägt jetzt wieder seine von früher gewohnte Arbeitskleidung. Günther Gorenzel hat den Trainingsanzug abgelegt und trat gestern in Jeans und Pullover vor die Presse. Jetzt, da Daniel Bierofka seine letzte Prüfung zum Fußballlehrer abgelegt hat, wird Gorenzel nicht mehr als Teilzeit-Coach gebraucht. Mag sein, dass er das ein bisschen schade findet, denn die Mischung aus Bewegung, frischer Luft, engem Draht zu den Spielern und moderatem Sportchef-Alltag war „ideal für mich“, wie er vor der Saison sagte. Ideal für den TSV 1860 dagegen ist in dieser Phase, dass Gorenzel wieder seine Kernkompetenz einbringen kann – als Sportgeschäftsführer. Als Kaderplaner. Und ganz aktuell auch als: Moderator des sog. Konsolidierungskurses.

Letzteres ist ein durchaus undankbarer Job, denn welcher Angestellte hört schon gerne, dass in seiner Abteilung künftig kräftig gespart werden muss? Aus bekannten Gründen, die im speziellen Verhältnis der beiden Gesellschafter zu suchen sind, wird bei den Löwen künftig noch mehr der Rotstift regieren. Das bedeutet: Drastische Reduzierung des Drittliga-Etats (von etwa 4,5 Millionen Euro auf ca. 3 Mio. Euro). Umverteilung der verbliebenen finanziellen Ressourcen. Und wohl auch das: Einsparungen beim Personal.

Wie schon vor Wochen angekündigt, soll (bzw. muss) der Profikader verschlankt werden. Es wird über eine Abschaffung der in der Bayernliga gemeldeten U 21 nachgedacht. Denkbar ist, dass auch die Geschäftsstelle nicht von empfindlichen Maßnahmen verschont bleibt. Nicht betroffen dagegen sind die Jugendteams von U 9 bis U 17, die ihr Geld nicht von der KGaA beziehen, sondern vom Mutterverein, der sich auf die Fahne geschrieben hat, den Etat für die kickende Zukunft sogar „deutlich“ auszuweiten (siehe Pressemitteilung des e.V. vom Dienstagabend).

Gorenzels aktuelle Rolle im Turn- und Spar-Verein: Er muss die Truppe bei Laune halten. Sagen, dass alles schon nicht so schlimm wird. Und er muss auf Schlagzeilen reagieren, die sich negativ auf die Arbeitsmotivation auswirken könnten. „Es gibt keine Streichliste oder sonst irgendwas“, sagte Gorenzel daher, als er sich gestern vor einem Strauß aufnahmebereiter Smartphones aufbaute. Und weiter, bezogen auf entsprechende Panik-Berichterstattung: „Das ist an den Haaren herbeigezogen. Inhaltlich steckt nichts dahinter.“

Speziell die Meldung, dass auch Sascha Mölders, 33, auf einer solchen Streichliste stehen könnte, barg einige Brisanz. Zwar zählt der Sturm-Oldie zu den Topverdienern, er ist aber auch unbestritten einer der Publikumslieblinge dieser ansonsten jungen Mannschaft. Mölders ziehen zu lassen, können sich die Löwen schon aus zwei Gründen nicht leisten. Erstens: Wer sonst soll ab Sommer die Tore für den Klassenerhalt schießen, der ja zwangsläufig das Saisonziel sein wird? Grimaldi ist Geschichte, Owusu nur ausgeliehen. Und zweitens: Welcher Low-Budget-Stürmer bietet auch nur annähernd so ein stimmiges Gesamtpaket (wichtige Tore, Zaunpartys, emotionale Verbundenheit, die u.a. in einem Löwen-Tattoo Ausdruck findet)? Dazu kommt, drittens: Mölders’ Vertrag verlängert sich automatisch, wenn er eine bestimmte Anzahl Spiele bestritten hat. „Er hat es also selber in der Hand“, sagte einer aus dem Trainerstab jüngst zu unserer Zeitung.

Was auf 1860 jetzt zukommt, beschreibt Gorenzel in der für ihn typischen, leicht technokratischen Sprache: „Fakt ist, das ist kein Geheimnis: Es läuft auf einen Konsolidierungskurs hinaus. Umstrukturierungen sind die Folge, denn es stehen weniger Mittel zur Verfügung.“ Sein Versprechen, losgelöst von den Bedenken im Umfeld: „Wir werden das Effizienteste daraus machen.“

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