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Zwei Blaue lassen’s krachen: Anton Fink und Marvin Pourié erzielten zusammen bereits 32 Tore für Karlsruhe, den nächsten 1860-Gegner.

Mölders und Bekiroglu kehren zurück

Strampeln im Einheitsbrei

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Samstag-Gegner KSC hat, was nicht nur 1860 in der 3. Liga abgeht: torhungrige Stürmer

München – Auch noch jetzt, vier Runden vor Schluss, dürfte mancher 1860-Fan grübelnd über diesem eigenartigen Gebilde namens 3. Liga brüten. Es behaupten ja viele Ligen von sich, ausgeglichen zu sein, doch wie viele gibt es, in denen vier Teams vorne eine geschlossene Gesellschaft bilden, ein Team komplett abgehängt ist und der Rest eine breite, graue Mittelfeldmasse bildet?

Zwölf Punkte, also vier Siege, beträgt der Unterschied zwischen dem Tabellenfünften Hansa Rostock und dem Vorletzten, Carl-Zeiss Jena. Rostock (49 Punkte), Münster (48) und Zwickau (46) dürfen sich gerettet fühlen, der Rest – dreizehn Teams – muss zittern. Wer einen schlechten Lauf hat wie die Löwen (zuletzt dreimal punkt- und torlos), ist gezwungen, zum wiederholten Mal die Perspektive zu wechseln. Und was das eigentlich Schlimme ist: Rettet man sich mit Ach und Krach, droht ja schon die nächste Saison in dieser unbarmherzigen Spielklasse, in der Geld ein so seltenes Gut ist wie Planungssicherheit.

Welche Lehre kann man da ziehen als Verein? Vielleicht jene, die sich im statistischen Beiwerk dieser Liga verbirgt, im Ranking der Toptorjäger: Nach oben darf sich demnach orientieren, wer überdurchschnittliche Stürmer beschäftigt – wie das bereits aufgestiegene Osnabrück, bei dem sich vorne gleich drei Extrakönner austoben (Alvarez und Co. sorgten für 24 Tore). Wie Karlsruhe, der nächste 1860-Gegner, wo die beiden Ex-Löwen Marvin Pourié und Anton Fink um die Wette ballern (zusammen 32 Tore). Wie Wehen Wiesbaden, das noch auf den Relegationsplatz schielt (Ex-Löwe Manuel Schäffler steht bei 15 Toren, Daniel-Kofi bei 14). Gute Stürmer scheinen unverzichtbar zu sein, um sich in den engen, von Standards geprägte Drittligaduellen durchzusetzen. Günther Gorenzel, Sportgeschäftsführer des TSV 1860, bringt die Erkenntnisse des Post-Aufstiegsjahres auf den Punkt. „Die Unterschied-Spieler klar, die machen eben den Unterschied aus“, sagt der Österreicher: „Daher nennt man sie ja auch so.“ Ehrfürchtig verweist der Steirer auf Samstag-Gegner KSC, „wo der eine oder andere Spieler genauso viele Tore hat wie bei uns die gesamte Offensive“. Er ahnt: „Die bringen vorne eine gewaltige Power mit, das muss man so zur Kenntnis nehmen.“

Zur Kenntnis nehmen muss der Sportchef auch, dass seine Löwen nicht ganz so viel Offensivpower entwickeln. Sascha Mölders, gerade 34 Jahre alt geworden, ist mit sechs Treffern der gefährlichste Angreifer. Nico Karger folgt knapp dahinter, er kommt auf fünf Treffer. Eine Summe, bei der Adriano Grimaldi stehen geblieben war, ehe er im Winter an den KFC Uerdingen verscherbelt wurde. Gorenzel verweist darauf, dass ja auch 1860 mit einem „starken Duo“ in die Saison gegangen war. Prince Owusu, der junge Leihstürmer, habe die Lücke, die Grimaldi hinterließ, nicht ganz schließen können. Generell sagt der Sportchef, auch mit Blick auf die kommende Saison: „All diese Fakten sprechen eine ganz klare Sprache. Nur: Stand jetzt gibt es keinen Handlungsspielraum, das muss ich jetzt aber nicht zum 94. Mal wiederholen.“ Weil es eine Wahrheit ist, die wehtut: Kein Geld, keine guten Stürmer. Ergo: keine realistische Chance, höhere sportliche Ziele zu verfolgen.

Fürs Erste sind die Löwen nun froh, dass am Samstag einige zuletzt vermisste Offensivkräfte ins Team zurückkehren. Allen voran Efkan Bekiroglu, dessen Rotsperre wegen einer Spuckattacke abgelaufen ist. Ohne den jungen Kreativdirektor musste 1860 drei Nullrunden hinnehmen (null Punkte, null Tore). Auch Mölders hat seine Gelbsperre abgesessen und soll mithelfen, die fehlenden Punkte für den Klassenerhalt zu erzwingen. „In den letzten Spielen haben uns wichtige Offensivspieler gefehlt“, fasst Gorenzel zusammen: „Jetzt hat der Trainer die Möglichkeit, aus dem Vollen zu schöpfen – und taktisch die richtige Mischung zu finden.“

Womit er andeutete, dass es durchaus noch einen anderen Weg gibt, sich in dieser Liga vom Einheitsbrei abzusetzen: indem man sehr wenige Tore kassiert – ähnlich wie Halle, der Tabellendritte, der den Löwen zuletzt eine 0:3-Niederlage zufügte (und bei 17 Zu-Null-Siegen steht). Gorenzel sagt: „Wir müssen sehr, sehr kompakt stehen.“ Auch um für die kommende Saison zu üben, in denen die Löwen ziemlich sicher keinen Pourié und auch keinen Schäffler finanzieren können. Oder doch? Noch mal Gorenzel: „Ich bereite mich auf alle Szenarien vor, denn sollte sich an unserer Situation etwas ändern, kann ich ja schlecht sagen: Tut mir leid, da habe ich null Ideen.“

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