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Bald Teamgefährten? Stefan Lex soll und will zu 1860 wechseln, Christian Köppel seinen Vertrag dort verlängern.  

Grünes Licht für Bierofkas Wunschspieler Lex und Moll

Kompromiss in letzter Minute

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Ismaik und die Löwen finden ein Finanzierungsmodell, das kurz vor dem Trainingsstart doch noch Transfers ermöglicht.

München – Ehe die Löwen gestern den Durchbruch im leidigen Finanzierungsstreit meldeten, glühten noch einmal die Mobiltelefone, reihte sich ein Geheimtreffen ans andere, selbst das eine oder andere Flugzeug wurde bestiegen. Es galt, den Transfersommer zu retten, die Motivation des Trainers, letztlich wohl auch die Wettbewerbsfähigkeit des Drittliga-Neulings. Was im Nachhinein dazu geführt hat, dass sich Vereins- und Investorenseite doch noch aufeinander zubewegt haben, ist schwer zu entwirren. Als gesichert gilt nur, dass ein Ismaik in die Rolle des Brückenbauers geschlüpft ist. Nicht Hasan, der mit den Milliarden – sondern Yahya, sein jüngerer Bruder.

Yahya Ismaik, Vorsitzender des KGaA-Aufsichtsrats, traf sich mit Spielerberatern, die ihm versicherten: Wenn nicht bald was geschieht, sind weitere Wunschspieler der Sportlichen Leitung weg (nach Kevin Kraus, der sich dem FCK angeschlossen hat). Der kleine Ismaik befand sich in engem Austausch mit Saki Stimoniaris, dem offiziellen Statthalter des Investors in München. Zuletzt flog er seinem Bruder sogar hinterher, nach London, einem von Hasan Ismaiks Businessplätzen. Und irgendwo im Dreieck Dachau (Arbeitsplatz von MAN-Betriebsratschef Stimoniaris), London und Giesing muss dann bei allen Beteiligten die Einsicht gereift sein, dass die Euphorie beim Aufsteiger ohne Minimalkompromiss empfindlich Schaden nehmen könnte.

Daher war die Betreffzeile der um 12.10 Uhr verschickten Pressemitteilung diesmal nicht aus der Luft gegriffen. „Weichenstellung für eine erfolgreiche Löwen-Zukunft“, stand über dem Begleittext zum dritten, diesmal erfreulich konkreten Rettungspaket. Der entscheidende Satz darunter lautete: „Hasan Ismaik stellt in Form von Genussrechten zwei Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln zur Verfügung, um insbesondere den Spielerkader zu verstärken und die Verträge des Trainer- und Funktionsteams zu verlängern.“ Bedeutet im Klartext: Keine Neuverschuldung beim Investor, die die e.V.-Verantwortlichen zum Prinzipienbruch gezwungen hätte. Stattdessen wird das Eigenkapital in genau dem Maße erhöht, wie es als erforderlich angesehen wird, um in der 3. Liga nicht von Anfang an der Musik hinterherzulaufen.

Die Folgen der Einigung dürften spätestens beim Vorbereitungsstart am Montag zu besichtigen sein. Mit Außenstürmer Stefan Lex (28, Ingolstadt) und Sechser Quirin Moll (27, Braunschweig) wird Bierofka zwei weitere, in höheren Ligen erprobte Verstärkungen bekommen. Darüber hinaus zeichnet sich ein Transfer des Augsburgs Offensivtalents Efkan Bekiroglu, 22, ab, eine Verpflichtung des Garchinger Innenverteidigertalents Semi Belkahia, 19 – und auch einige Vertragsverlängerung stehen an. Mit Torhüter Marco Hiller, Daniel Wein, Simon Seferings und Phillipp Steinhart ziemlich sicher, sehr wahrscheinlich auch mit Rechtsverteidiger Eric Weeger und mit seinem linken Pendant Christian Köppel. Ob mit Stefan Aigner ein zusätzlicher Hochkaräter den Kader bereichern wird, hängt von einem Gespräch ab, das der Trainer in Kürze mit dem USA-Rückkehrer führen will.

„Heute ist ein guter Tag für alle, die den TSV 1860 München im Herzen tragen“, lässt sich Ismaik-Sprecher Stimoniaris mit pathetischem Duktus zitieren: „Wir glauben an Daniel Bierofka, (Sportchef) Günther Gorenzel und das Team. Besonders will ich mich bei Hasan Ismaik für sein Vertrauen, aber auch bei Karl-Christian Bay und Michael Scharold für die konstruktive Zusammenarbeit in der letzten Zeit bedanken.“ Besagter Bay, stellvertretender Chef des Aufsichtsrats, fügte hinzu: „Die nun getroffene Einigung demonstriert, dass wir alle am gleichen Ziel arbeiten, einer erfolgreichen Zukunft unseres Vereins.“

Das Schlusswort gehörte Michael Scharold, der als Geschäftsführer aufreibende Wochen zwischen zwei sich träge drehenden Mühlrädern hinter sich hat. „Es steht nun in unserer Verantwortung, die zur Verfügung stehenden Mittel verantwortungsbewusst und zielgerichtet einzusetzen“, erklärte der KGaA-Chef und deutete an, dass nach dem leidigen Geschacher ums Geld ab sofort wieder der Sport in den Mittelpunkt rücken soll. „Die Basis ist geschaffen“, sagte Scharold: „Wir werden uns daran messen lassen.“

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