Heftiger Regen löst Hangrutsch aus: Doppelhaus in Oberbayern von Erde verschüttet - Großeinsatz läuft

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3 Liga TSV 1860 München
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„Ich bin froh, wenn der Sport in den Mittelpunkt rückt“: 1860-Sportchef Gorenzel. 

Gorenzel: Das passiert mit den Millionenbeträgen für Weigl und Pongracic

TSV 1860-Boss Günther Gorenzel spricht über die Vision Aufstieg

  • Uli Kellner
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1860-Boss Günther Gorenzel spricht im Interview über die Vision Aufstieg, 30-seitige Verträge und Pläne in seiner Schublade.

München – Früher stand er unten auf dem Platz, jetzt sitzt er in Werner Lorants früherem Chefbüro und findet es richtig und sinnvoll. „Als Trainer geht es um kurzfristige Erfolge, als Sportchef musst du eine langfristige Strategie verfolgen – das hat mich gereizt“, sagt Günther Gorenzel, der seit 2006 in verschiedensten Funktionen (und mit Unterbrechungen) für den TSV 1860 tätig ist. Vor dem Heimspiel gegen Braunschweig und einem Halbjahr der Weichenstellung sprachen wir mit dem Sportgeschäftsführer aus Österreich.

Herr Gorenzel, vor dem Start am Sonntag ist die Unruhe mal wieder groß. Ein Problem?

Nein. So läuft das ein Stück weit bei 1860 – und überhaupt in einer Medienstadt wie München. Jeder hier weiß das einzuordnen.

Thomas Hirschberger vom Team Profifußball sagt: 1860 hat keine Aufstiegschance, auch nächste Saison nicht. Was entgegnet ihm der Sportchef?

Ich sage: Wenn man seriös arbeitet und Planungssicherheit hat, kann man die Wahrscheinlichkeit positiv beeinflussen. Die Frage ist nur, inwieweit wir die strukturellen Voraussetzungen hinkriegen.

Präsident Robert Reisinger sieht es anders als Hirschberger, er sprach im Landtag von der Chance auf die Aufstiegsrelegation – und von Bundesliga bis 2025.

Möglich ist im Fußball alles. Prinzipiell gehen wir in jedes Spiel, um es zu gewinnen – auch wenn das nicht passieren wird. Solche Aussagen zeigen, dass wir ambitionierte Ziele haben. Ich bin ja froh, wenn bei uns der Sport in den Mittelpunkt rückt.

Wie sehen Sie aktuell die Mannschaft nach sieben Spielen ohne Niederlage und einer harmonischen Vorbereitung?

Die Mannschaft hat sich stabilisiert und absolut weiterentwickelt, aber das ist auch mein Anspruch. Natürlich ist das keine lineare Geschichte. Rückschläge gehören dazu. Aber: Das Ende der Fahnenstange ist aus meiner Sicht noch nicht erreicht.

Zuletzt gab es zwei siebenstellige Nachschläge durch die Weitertransfers der Ex-Löwen Weigl/Pongracic. Können Sie inzwischen sagen, wie viel davon im Sport ankommt?

Ich kann nur sagen, dass das, was momentan geplant ist, 25 Prozent unter dem liegt, was wir heuer für die Mannschaft zur Verfügung haben. Mit Blick auf die Erwartungshaltung ist entscheidend, das korrekt zu kommunizieren, wobei unser Ziel natürlich ist, das noch zu verbessern bis August, bis zum Ende der Sommertransferzeit und Planung für 2020/21.

Ist in diesem Etat schon eine Vertragsverlängerung mit Sascha Mölders einkalkuliert? Wie ist der aktuelle Stand bei ihm?

Bei Sascha ist es ganz klar so: Er hat keine Lust mehr, um den Klassenerhalt zu spielen, er will sich nach oben orientieren – so wie wir alle. Es gibt überhaupt ein großes Commitment. Die Spieler merken, es entwickelt sich was, wir sind in einem positiven Fahrwasser. Aber: Tragende Säulen und Identifikationsfiguren wie Sascha wird man nur binden können, wenn der Etat es hergibt. Da sind vorher noch einige Hausaufgaben zu erledigen.

Auch sonst laufen ja viele Verträge aus, die Sie gerne verlängern würden. In La Manga hieß es: Fast alle Spieler wären sofort dazu bereit. Wann ist mit den ersten Vollzugsmeldungen zu rechnen?

Mit Michael Köllner haben wir einen klaren Plan erstellt, wann was und wie aus Sicht des Sports passieren soll. Diese Liste arbeiten wir akribisch ab. Bei einigen Personalien sind wir auch schon sehr weit – da geht es nur noch darum, dass der Berater noch mal gegenlesen muss und die Gremien final dem zustimmen. So ein Vertragswerk besteht ja aus 20, 30 Seiten. Wir sind aber kurz vor Abschluss der ersten Geschichten.

Efkan Bekiroglu soll sich eher abwartend geben.

Bei Effe ist es so: Er träumt von der 2. Liga – wie wir auch. Jetzt geht es darum, dass wir ihm unseren Weg aufzeigen. Dann muss er sich nur entscheiden, ob er den Weg mit uns geht – oder ohne uns.

Ihn zu verlieren, wäre ein herber Verlust . . .

Efkan hat außerordentliche Fähigkeiten. Wie jeder weiß, ist er einer unserer Unterschiedspieler. Fakt ist aber auch, dass er im Herbst elf Wochen nicht zur Verfügung gestanden ist – und dass wir auch ohne ihn ordentlich performt und Spiele gewonnen haben. Wir müssen uns für den Fall vorbereiten, dass er sich anders entscheidet, daher suchen wir bereits Ersatz. Wir schauen uns um, was der Markt auf der 8er- bis 10er-Position hergibt.

Wird die Saison 2020/21 zum Schicksalsjahr?

So würde ich es nicht titulieren, aber was mich angeht: Mein Anspruch ist, mich permanent weiterzuentwickeln, und diesen Anspruch versuche ich, auf mein Arbeitsumfeld und auf den ganzen Verein zu übertragen.

Reisinger sagte im Landtag, ihm gehe das Herz auf, wenn er sieht, mit welcher Hingabe Michael Köllner bei 1860 anpackt. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer ersten Trainerverpflichtung als Sportchef?

Wir haben uns ja was gedacht bei der Verpflichtung. Ich bin überzeugt, dass eine Mannschaft nach einer bestimmten Zeit, auch wenn diese erfolgreich war, eine andere Trainerpersönlichkeit benötigt. Mein Gedanke war, dass Michael Köllner aufgrund seiner Vita und Herangehensweise gut zu uns passen könnte – und da fühle ich mich bis jetzt bestätigt.

Was macht Köllner aus Ihrer Sicht besser als Vorgänger Daniel Bierofka?

Er macht nichts besser – er macht es nur anders. Ich möchte betonen, dass Daniel hier super Arbeit geleistet hat und mit seiner Art auch erfolgreich war. Und weil es immer wieder ein Thema ist, dass wir so schnell einen Nachfolger verpflichtet haben: Ich habe für jede Position eine Schattenpersonalie in meiner Schublade – für den Cheftrainer, für jeden Spieler und Mitarbeiter, sogar für mich selbst. Das zählt zu meinen Aufgaben, deswegen beobachte ich auch den Trainermarkt genau – und deswegen ging das im November innerhalb von einer Woche über die Bühne.

Abschließend ein Satz zu Sonntag: Was macht Sie zuversichtlich, dass es mit einem Heimsieg gegen Braunschweig klappt?

Wir wissen, dass eine Mannschaft mit sehr hoher Qualität und einem ebensolchen Etat auf uns zukommt. Auch uns wurde ja Marvin Pourié angeboten. Dann hätte ich aber in die Kabine gehen müssen, um fünf Spieler zu verabschieden. So viel zu gewissen Größenordnungen.

Interview: Uli Kellner

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