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Die Lizenz ist gesichert, immerhin: Löwen-Finanzgeschäftsführer Michael Scharold.

Löwen-Vision

Die 1860-Pläne Punkt für Punkt: „Wir wollen zwei neue Spieler dazuholen“

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München – Kaderkosten runter, Ticketpreise rauf – das ist der Kurs des TSV 1860 für die kommende Saison. Finanz-Geschäftsführer Michael Scharold stellte gestern am späten Nachmittag seine Pläne im Rahmen einer Pressekonferenz an der Grünwalder Straße vor. Eine Übersicht, Punkt für Punkt.

Lizenz

Die letzten Tage seien „ein bisschen wild“ gewesen. „Deswegen will ich ein paar Sachen klarstellen. Ich will alles versachlichen. Das ist meine Hoffnung“, eröffnete Scharold die Veranstaltung. „Vorneweg eine gute Nachricht: Die wirtschaftlichen Bedingungen für die Lizenzierung, die zugesagten Mittel von der Bayerischen und HAM (Ismaiks Firma) sind eingetroffen. Da brauchen wir von keiner bösen Überraschung ausgehen und rechnen damit, dass wir ganz normal die Lizenz für die 3. Liga bekommen.“ Das abgerufene Sicherheitsdarlehen des Hauptsponsors umfasst zwei Millionen Euro, von Ismaik wurde das Restdarlehen von 500 000 Euro aus dem vergangenen Sommer verbucht.

Etat

Im Zuge des von Präsident Robert Reisinger ausgerufenen Konsolidierungskurses ohne frische Ismaik-Darlehen musste Scharold den Spieleretat von 3,9 auf 3,0 Millionen Euro senken. Acht Spieler sind bereits weg, Verteidigertalent Leon Klassen, 19, soll noch verkauft werden. Der russische U19-Nationalspieler kam in der abgelaufenen Saison zweimal bei den Profis zum Einsatz - beide Male im Totopokal.

Kader

Scharold weiß, dass die Löwen stand jetzt ein heißer Abstiegskandidat sind. „Mindestens zwei neue Spieler“ will er bis zum Trainingsstart am 17. Juni verpflichten, um Trainer Daniel Bierofka eine konkurrenzfähige Mannschaft zu stellen. Problem: Bis dahin müssen noch „Fakten geschaffen“ werden, wie sich Scharold gestern ausdrückte. Es geht nach Informationen unserer Zeitung um neue Sponsorendeals, die noch abgeschlossen werden müssen. Auf der Kostenseite ist nichts wesentliches mehr zu erwarten. Mit einer Finanzspritze von Ismaik rechnet Scharold nicht.

Kosten

Scharold legte die Kosten der Löwen-KGaA ausführlich dar. Vier Millionen Euro sind für Mannschaft und Trainerteam veranschlagt, dazu kommen eine Million für Reisen, Berater und Greenkeeping, 600  000 für das Nachwuchsleistungszentrum, 1,5 Millionen Euro für den Stadionbetrieb (Miete, Ordner, MVG-Zahlungen), 1,5 Millionen Euro für die Vermarktungsprovision und VIP-Betreuung. 200 000 Euro Verbandsabgaben und insgesamt 2,2 Millionen Euro Verwaltungskosten (restliche Gehälter, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Strom, Versicherungen). Macht elf Millionen Euro bei einem Erlös von zehn Millionen. Eine Million Euro beträgt das strukturelle Defizit pro Jahr. Laut Scharold normal in der Dritten Liga

Ticketpreise

Für die neue Saison erhöhen die Löwen die Preise. Stehplatze werden einen Euro teurer, die Gegengerade ab Reihe sechs um 2,50 Euro. Auf der Haupttribüne werden drei Euro mehr fällig. Mitgliederrabatte sind abgeschafft. Scharold rechnet mit 400 000 Euro Mehreinnahmen.

Löwenstüberl

Scharold berichtete von einer „Lösung“ für die seit Christls Auszug verwaiste Kultstätte. Am 1. Juli soll die Gaststätte wiedereröffnet werden.

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