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Lakenmacher: Der Knoten ist geplatzt - „Schießen so keine fünf Leute in Deutschland“

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Von: Jacob Alschner

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Der Mann des Abends: Fynn Lakenmacher jubelt nach seinem zweiten Treffer gegen Meppen.
Der Mann des Abends: Fynn Lakenmacher jubelt nach seinem zweiten Treffer gegen Meppen. © mis

Die Zeiger der Uhr über der Westkurve zeigten 20:43 Uhr am Dienstagabend, als sich das gesamte Grünwalder Stadion von den grauen Sitzschalen erhob.

München – Fynn Lakenmacher hatte seine Arbeit getan, zwei Tore zum 4:0-Sieg seines TSV 1860 gegen den SV Meppen beigesteuert und verließ unter stürmischem Beifall der Löwen-Fans in der 86. Minute den Platz.

Dem 20-jährigen blond-bulligen Doppelpacker und seinen Teamkollegen war es gelungen, den monatelangen Ausfall von Torgarant Marcel Bär (30) für kurze Zeit vergessen zu machen, der das Spektakel im Sechzger nur aus der Stehhalle verfolgen durfte. Und er muss sich dran gewöhnen. Optimisten bei 1860 rechnen damit, dass Bär im Spätherbst nach überstandener Fußverletzung auf den Platz zurückkehren wird. Heißt: zwei bis drei Monate Verzicht auf den Top-Stürmer.

TSV 1860: Bärs Ausfall wird auf mehrere Schultern verteilt

Eine trübe Aussicht, die in den vergangenen Wochen die Forderungen nach externem Ersatz laut werden ließ. Doch gegen Meppen bewiesen die Löwen: Der ist gar nicht nötig. Achter Martin Kobylanski eröffnete das Schützenfest, Lakenmacher setzte zwei Treffer (seine ersten im Löwen-Dress) oben drauf und Stefan Lex (32), gegen Meppen als Joker gekommen, zog mit seinem 4:0 den Schlussstrich unter die Partie. „Freut mich, dass Laki und Lexi getroffen haben. Das sollte uns auch auszeichnen. Mit Cello (Bär, d. Red.) haben wir einen sehr, sehr wichtigen Spieler fürs Erste verloren. Aber wir haben einen Superkader. Das kompensieren wir“, lobte Kobylanski seine Kameraden nach dem Spiel.

Und die Statistik gibt ihm recht: Neun Meisterschaftstore stehen bisher zu Buche. Liga-Bestwert. Diese verteilen sich auf gleich sechs weißblaue Schultern. Nur Überflieger-Aufsteiger Elversberg kommt auf mehr (sieben). Selbst wenn man die Statistik um beide Bär-Tore bereinigt, stellt 1860 mit sieben Treffern die zweitbeste Offensive der 3. Liga. Die dann verbleibenden fünf Torschützen können bisher sonst nur Köln, Mannheim und eben Elversberg vorweisen. Eine Arbeitsteilung, die sich sehen lassen kann.

TSV 1860: Kaderplanung erweist sich als goldrichtig

Das sah auch Sky-Experte und Ex-Nationalspieler Didi Hamann so, der sich am Dienstag unter die gut gelaunte Menge auf der Haupttribüne gesellt hatte. „Sechzig hat geschlossen wie eine Spitzenmannschaft gespielt“, lobte er und führte aus, Torgefahr sei reichlich vorhanden: „Die Löwen haben in der Offensivabteilung ja vier, fünf klasse Leute. Einen Stefan Lex kann nicht jeder Trainer von der Bank bringen.“ Einer aber, wie sollte es anders sein, hatte es ihm besonders angetan: Fynn Lakenmacher: „Sein erstes Tor schießen so keine fünf Leute in Deutschland. Der hat eine Wucht, Power…“

Natürlich hätte er speziell in der ersten Halbzeit noch den einen oder anderen Treffer mehr erzielen können. „Aber wie er dann aus der Pause kommt, ist einfach sensationell“, so Hamann. Keine Frage, der Verzicht auf Bär tut den Löwen weh. Das würde er wohl jedem Team in der zweiten und dritten Liga. Doch gegen Meppen haben die Löwen bewiesen, dass sie den Ausfall auffangen können – auch dank der guten Kaderplanung. Kobylanski: „Ich glaube, man hat schon geschaut, welche Typen hier reinpassen. Wir haben alle ein Ziel. Das kennt jeder.“ Und wenn alle gute Leistung bringen und ihre Chancen nutzen, „dann funktioniert das.“ Auch ohne Bär. (Jacob Alschner)

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