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Super-Fan: „Der jetzige Trainer hat keine Ahnung von ...“

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Lebenslanger Löwen-Fan: Hans Winklmair sah schon 1943 im Dantestadion das Spiel der Sechzger gegen Jahn Regensburg.
Lebenslanger Löwen-Fan: Hans Winklmair sah schon 1943 im Dantestadion das Spiel der Sechzger gegen Jahn Regensburg. © Schlaf

Sein erstes Löwen-Spiel, das er live erlebte, sah Hans Winklmair (85) aus Moosach im Jahr 1943. Seither fiebert er mit dem TSV 1860 mit. Doch momentan sieht er gleich mehrere Probleme in seinem Klub.

Update vom 30. Mai 2017: Schaffen die Löwen den Klassenerhalt? Nach dem 1:1 in Regensburg müssen sie am Dienstqag in der Allianz Arena antreten. Wir haben bereits zusammengefasst, wie Sie das Relegations-Rückspiel TSV 1860 München gegen SSV Jahn Regensburg live im TV und im Live-Stream sehen können.

Er ist seit mehr als 70 Jahren Löwenfan, hat unzählige Spiele gesehen – und drückt auch gegen Regensburg (bei uns im Live-Ticker) die Daumen: Hans Winklmair aus Moosach (85). Den Abstieg des TSV mag er sich nicht ausmalen. Die Geschichte einer großen Fußballliebe.

Winklmair weiß es noch genau: 3.12.1943, Dantestadion, die 60er gegen den Jahn. Das erste Spiel der Löwen, das der Bub live sah. „Seitdem hat mich 1860 nicht mehr losgelassen.“ Einmal Löwe, immer Löwe!

Damals war er mit seinen Spezln aus Hausham zu Besuch in der Münchner Funkkaserne. „Die anderen gingen danach ins Deutsche Museum. Ich hatte auf einem Plakat gesehen, dass Sechzig spielt. Da bin ich dann allein hin.“ Den Zeitungsausschnitt von damals hat er sich aufgehoben. Das war der Beginn einer wunderbaren Sammel-Leidenschaft. Fünf Alben mit Fotos von den Löwen hat Winklmair mittlerweile zu Hause…

Löwenfan sein bedeutet vor allem: Leidenschaft – und Leidensfähigkeit. So wie das Leben halt auch ist. Wenn man Hans Winklmair nach den schönsten Zeiten seines Fanlebens fragt, antwortet er: „Ja mei, leider ganz wenige. Es war immer ein Auf und Ab.“

Klar, der deutsche Meistertitel 1966. Einige aus der damaligen Mannschaft kennt Winklmair persönlich. Und ganz besonders ist ihm der 2:0-Erfolg der Löwen im Jahr zuvor in Erinnerung: Damals war Winklmair in Zürich und sah das Entscheidungsspiel des Europapokal-Halbfinales gegen den AC Turin.

Das Grünwalder Stadion war nach dem Krieg wieder Heimstätte der Löwen.
Das Grünwalder ­Stadion war nach dem Krieg wieder Heimstätte der Löwen. © Repro Schlaf

1977 schafften die Löwen den Wiederaufstieg in die Bundesliga, obwohl sie das Relegations-Hinspiel in Bielefeld mit 0:4 verloren hatten. Die 60er gewannen das Rückspiel ebenfalls mit 4:0 und das Entscheidungsspiel in Frankfurt mit 2:0. Winklmair war dabei. Das vergisst man nie!

„Die Mannschaft ist tot“

Seit den 90er-Jahren ist der Fan auch Inhaber einer Dauerkarte. Anfang der 60er-Jahre ging er seltener ins Stadion. Warum? „Ich war frisch verheiratet, da konnte ich nicht so oft“, schmunzelt Winklmair. „Fußballnarrisch“ war er schon immer, spielte in der Jugend in seinem Geburtsort Hausham. Nach dem Krieg absolvierte Winklmair eine Lehre bei Siemens als Fernmeldemonteur, arbeitete dort Jahrzehnte. Anfang der 50er-Jahre zog er nach München. Die derzeitige Entwicklung bereitet dem Moosacher großen Kummer. „Wir sind von Jahr zu Jahr schlechter geworden. Es fehlt am Management – und der jetzige Trainer hat keine Ahnung von der deutschen Liga.“

Damals, vor 74 Jahren, war’s ein eher unbedeutendes Spiel der Gauliga vor 5000 bis 6000 Zuschauern. Am Dienstag werden über 60.000 in die Allianz Arena strömen, um den Verein vorm Abstieg in die Dritten Liga zu bewahren. Hans Winklmair schafft es nicht. Er fühlt sich nicht besonders wohl und wird vorm Fernseher die Daumen drücken. Und wie geht’s aus? „Die Mannschaft ist tot. Wenn wir Glück haben, schaffen wir es.“

Übrigens: 1943 siegte der Jahn 2:1 – Winklmairs Leidenschaft begann mit einer Niederlage. Heute würde dieses Resultat den Abstieg für 1860 bedeuten. „Das wäre eine ganz große Katastrophe“, sagt der 85-Jährige.

Chaos bei der U-Bahn?

Die frühe Anpfiffzeit (18 Uhr!) des Relegationsspiels zwischen dem TSV 1860 München und Jahn Regensburg könnte am Dienstag zu einem U-Bahn-Chaos führen. Die meisten Fans (über 60.000 werden erwartet) dürften wohl gegen 17 Uhr in Richtung Allianz Arena unterwegs sein – mitten im Berufsverkehr. Die MVG warnt: „Es wird eng in der U-Bahn.“ Auf der Linie U6 sei ab etwa 16 Uhr mit einem erhöhten Fahrgastaufkommen zu rechnen – es sei mit Kapazitätsengpässen und Wartezeiten zu rechnen.

Klaus Vick

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