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Brodelnder Vulkan: Vitor Pereira, der künftige Löwen-Trainer.

Neue Personalien: Ismaik krempelt den TSV 1860 um

Sportchef Eichin weg – Neuer Coach bald da

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München - Ismaik zieht Vítor Pereira, 48, aus dem Hut, einen portugiesischen Polterer im Geiste Jose Mourinhos.

Zuletzt soll er nur noch deutsch gesprochen haben. Demonstrativ deutsch. Aus Protest gegen die neue Amtssprache Englisch, die mit Ismaik-Mann Anthony Power in der Geschäftsstelle des TSV 1860 etabliert wurde. Es war eine kreative Variante von „Dienst nach Vorschrift“, mit der Thomas Eichin auf seine Rückstufung durch den Investor reagiert hatte. Jetzt ist der Sportchef seinen Job los, der bis 2019 datierte Vertrag wird aufgelöst. Die offizielle Bestätigung steht noch aus. Auch die Höhe der Abfindung. Hängen bleibt ein Satz, mit dem er jüngst das Geschehen an der Grünwalder Straße kommentierte: „Man hat mich gewarnt.“

Eichin reiht sich also nahtlos ein in die Liste der Ismaik-Opfer auf der kniffligen Sportchefposition. Florian Hinterberger hielt sich noch am längsten (bis März 2014), danach wurden die Episoden immer kürzer: Gerhard Poschner 15 Monate, Oliver Kreuzer die Hälfte der Zeit. Eichin, mit dem Ismaik Richtung Aufstieg durchstarten wollte, blieb nur 165 Tage. Spätestens mit der eigenmächtigen Verpflichtung von Sebastian Boenisch (700.000 Euro Gehalt pro Jahr) war das Tischtuch zerschnitten. Nicht mal bei der Suche nach einem neuen Trainer durfte sich der Ex-Bremer einbringen.

Die Wahl von Hasan Ismaik fiel auf Vítor Pereira

Eichin hätte sich für einen bodenständigen Kenner des deutschen Profifußballs stark gemacht. Die Wahl von Hasan Ismaik fiel jedoch auf einen Überraschungskandidaten. Sein Name: Vítor Pereira. Zuletzt war der 48 Jahre alte Portugiese in der Türkei tätig (Fenerbahce), davor in Griechenland (Piräus), Saudi-Arabien (Al-Ahli) und seinem Heimatland (Porto). Erfolge hat der impulsive Coach durchaus vorzuweisen: Zweimal Meister mit Porto (2012 und 2013), Doublesieger in Griechenland (2015). Was er nicht vorweisen kann, sind Deutsch-Kenntnisse.

Auch sein Englisch ist ausbaufähig, wie ein Video bei Youtube belegt, in dem er einen Polterer im Geiste von Jose Mourinho mimt. „Ich bin kein Lügner! Ich sage, was ich gesehen habe“, bellte er den Vereinssprecher an, der eine Einzelkritik des Trainers verhindern will. Öffentlicher Disput, Pereira will die Pressekonferenz abbrechen, ehe er zurückkehrt und doch noch seine Kritik anbringt. Ein echter Brüller. 108.000 Aufrufe bei Youtube. Aber würde Ismaik das auch lustig finden, wenn einer öffentlich so offensiv Widerworte gibt?

Gegenwind kündigt sich seit gestern auch im e.V.-Verwaltungsrat an. Die Nachfolger von Karl-Christian Bay und Christian Waggershauser wurden bestimmt: Markus Drees und Robert Reisinger. Tendenziell eher keine Investorfreunde.

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