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Lobeshymnen an Hiller „Neymar hätte sich im Sarg runtertragen lassen“ 

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Von: Ludwig Krammer

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Marco Hiller kämpft für die Löwen.
Marco Hiller kämpft für die Löwen. © Sven Leifer

Nach dem Derbysieg der Löwen über die Bayern Reserve steht vor allem Keeper Marco Hiller im Rampenlicht. Er kämpfte und blutete für seine Vorderleute.

München – Bis Samstag war er ob seiner Vorliebe für Elfmeter der „Killer-Hiller“, seit dem blutigen Derby ist er auch als „Eisen-Marco“ bekannt: Marco Hiller, 23, Torhüter des siegreichen TSV 1860, und als solcher auf dem Weg zur blauen Kultfigur. Wir hörten uns bei Fans, Ex-Profis und Kollegen um, wo das Hiller-Hoch noch hinführen kann.

Weeger über Hiller: „Nur so kenne ich ihn“

Eric Weeger, SpVgg Anspach, Hillers bester Kumpel aus Löwen-Zeiten: „Ich hab mir Sorgen gemacht um den Marco. Wie er liegen geblieben ist, das viele Blut . . . Mein erster Gedanke war: Hoffentlich ist nichts am Auge kaputt. Als er aufgestanden ist, war ich natürlich erleichtert. Und als er weitergespielt hat, war ich gar nicht mehr so überrascht, weil: So kenne ich ihn, seit ich mit 14 zu den Löwen gekommen bin. Er hat sich schon immer mit jedem Körperteil in die Bälle und Stürmer reingeschmissen, da musstest du auch als Verteidiger aufpassen (lacht). Dass sich der Marco bei Sechzig so durchgesetzt hat, freut mich riesig. Außer Manuel Neuer gibt es in Deutschland wahrscheinlich keine so unangefochtene Nummer 1. Ob ich ihm die Bundesliga zutraue? Auf der Linie hat er das Zeug für ganz oben auf jeden Fall, beim Rest hat er sich enorm verbessert. Ich drücke alle Daumen, dass es mit Sechzig klappt!“

„Meilenstein in Sachen Stellenwert“ von Marco Hiller 

Rainer Berg, Löwen-Keeper von 1990 bis 1997: „Marco Hillers Entwicklung ist sensationell. Da sieht man auch, was Harry Huber (Torwarttrainer) für einen super Job macht bei 1860. Vor dem Neuanfang in der Regionalliga war ja eigentlich Max Engl als Nummer 1 eingeplant, danach war Hendrik Bonmann der Favorit. Aber Marco hat sich durchgesetzt, enorm an seinem Fuß und an seiner Strafraumbeherrschung gearbeitet. Das Spiel jetzt gegen Bayern II dürfte auch die letzten Zweifler ruhiggestellt haben. Das war ein Meilenstein in Sachen Stellenwert.“

Josef Wieser, Vorsitzender der Unternehmer für Sechzig: „Marco ist durch seinen Status als Eigengewächs sowieso eine absolute Identifikationsfigur bei 1860 – und spätestens seit Samstag auch eine Kultfigur. Respekt vor dieser Härte gegen sich selbst! Meine Frau ist Brasilianerin, die hat am Samstag vor dem Fernseher gesagt: Der Neymar hätte sich im Sarg runtertragen lassen, der Hiller spielt weiter.“

„Phänomenal“ und „Identifikationsfigur“

Peter Grosser, Kapitän der Meistermannschaft 1966: „Einfach phänomenal, wie sich Marco Hiller in den letzten zwei Jahren entwickelt hat, das hätte man ihm so nicht zugetraut. Er hat uns schon einige Punkte in dieser Saison gerettet – und dass er nicht nur ein richtig starker Rückhalt ist, sondern auch ein harter Hund, das hat man am Samstag gesehen. Zusammen mit Sascha Mölders ist Marco Hiller das absolute Vorbild in Sachen Siegeswillen. Mein Kompliment!“

Michael Altinger, Kabarettist und 1860-Fan: „Marco kommt aus Gröbenzell, ist ewig bei Sechzig – das sind super Voraussetzungen für eine Identifikationsfigur. Aber entscheidend ist immer noch die Leistung, und da macht ihm inzwischen keiner mehr was vor. Zusammen mit Sascha Mölders ist Marco das überregionale Aushängeschild für Sechzig. Und der Samstag war das i-Tüpferl, mit solchen Aktionen kommst du auf dem Weg zur Legende ein gutes Stück weiter. Was mir am Marco besonders gefällt, ist seine Uneitelkeit. Der drängt sich nicht in den Vordergrund, hält sich bei Social Media zurück – und glänzt durch Leistung. So soll’s sein.“ 

(LUDWIG KRAMMER)

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