Präsident dankt Investor Ismaik

Schneider geht - und erläutert die Gründe

  • VonArmin Linder
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München - Dieter Schneider räumt seinen Posten beim TSV 1860 - und stellt einiges richtig. Zu dem Nachfolger gibt es bereits erste Informationen.

Dieter Schneider tritt als Präsident des TSV 1860 München den Rückzug an. Am Donnerstag zur Mittagszeit platzte die Bombe: Der Oberlöwe hat angekündigt, nicht für eine neue Amtszeit zu kandidieren. "Das Thema Präsidiumsbesetzung hat inzwischen ein Niveau erreicht, das für das Ansehen des Vereins schädlich ist", begründet Schneider die Entscheidung."Ich klebe nicht an meinem Posten", so Schneider weiter. "Ich will diesem Schauspiel jetzt ein Ende machen." 

Schneider erklärte am Donnerstag, die vom Aufsichtsrat "nun wiederum aufgeschobene Entscheidung über die Besetzung des Präsidiums macht offensichtlich, dass dieses Vertrauen nicht in dem Maße vorhanden ist, wie es für eine gedeihliche Zusammenarbeit nötig ist."

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Schneider bedankte sich am Donnerstag bei Ismaik für sein Engagement bei Sechzig. "Ohne ihn hätten wir im Frühjahr 2011 Insolvenz anmelden müssen. Dies habe ich auch nie anders in der Öffentlichkeit kommuniziert."

Schneider fügte am Donnerstag an, dass es keine Alleingänge der Führung gegeben habe. "Der eher konservative Dreijahresplan, nach dem wir seit Frühjahr 2011 arbeiten, wurde in enger Zusammenarbeit und in dieser Form auf ausdrücklichen Wunsch von Herrn Ismaik unter dem Gesichtspunkt der Kostenkontrolle von der Geschäftsführung ausgearbeitet", sagte Schneider.

Wer wird nun neuer Oberlöwe? Die Pläne des Rechtsanwalts Jürgen Langer dürften nach wie vor aussichtslos sein - ihm fehlt es an der Grünwalder Straße an Unterstützern.

Zuvor hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Otto Steiner, dem auch ein gutes Verhältnis zu Ismaik nachgesagt wird, als potenzieller neuer Vereinsboss gegolten. Bei einem Besuch des Geldgebers in Abu Dhabi hatte Steiner dann jedoch offiziell abgesagt.

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Stattdessen kommt jetzt der "Mister X" ins Spiel: Der Aufsichtsrat hat sich bereits über den Geheimkandidaten beraten. Dessen Name ist bisher noch nicht durchgesickert. Er soll aber aus dem engsten Kreis kommen, also entweder aus dem Aufsichtsrat selbst, aus dessen engstem Umfeld oder aus dem Sponsorenkreis.

Von Christian Waggershauser über von Bennigsen bis hin zu Klaus Hagl oder Klaus Leipold - im e.V.-Aufsichtsrat (siehe Fotostrecke oben) sitzen einige Namen, die den meisten Fans bisher wenig sagen und plötzlich aus dem Hut gezaubert werden könnten. Mancher Fan spekuliert sogar über Hamada Iraki.

Im Präsidium dürfte nicht nur ein neuer Kopf auftauchen. Wolfgang Hauner bleibt dem Gremium wohl treu, Franz Maget eher nicht. Ob es drei Vize-Präsidenten gibt oder vier, ist bis dato noch unklar. Ex-Löwe Thomas Miller wurde für diesen Posten angefragt, konnte sich aber dafür zunächst nicht begeistern.

Wie die Fans über den Schneider-Rücktritt denken, lesen Sie hier.

Armin Linder / tz /sid

Rubriklistenbild: © sampics

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