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Löwen gegen KSC endlich wieder im bundesweiten Fokus - und mit vielen Rückkehrern

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Von: Uli Kellner

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Hat wieder eine größere Auswahl an Spielern zur Verfügung: Daniel Bierofka bereitet sein Team auf das ARD-Spiel gegen den Karlsruher SC vor.
Hat wieder eine größere Auswahl an Spielern zur Verfügung: Daniel Bierofka bereitet sein Team auf das ARD-Spiel gegen den Karlsruher SC vor. © MIS / Cathrin Müller /M.i.S.

Nach zuletzt drei Niederlagen muss Sechzig in der Tabelle wieder auf die gefährdete Region schauen. Doch Daniel Bierofka ist frohen Mutes. Der Zeitpunkt für einen Dreier wäre perfekt.

München - Es ist das Spiel, auf das ganz Deutschland schaut, speziell im Ruhrpott und dem Münchner Stadtteil Harlaching: Bayerns Meisterschaftsrivale Dortmund kämpft mit seinem Erzrivalen Schalke um Punkte für den Titel bzw. gegen den Abstieg - da dürfte maximaler medialer Rummel garantiert sein. Kurioserweise könnte auch der TSV 1860 im Kielwasser dieses Quoten-Schlachtschiffs ein bisschen bundesweite Aufmerksamkeit abbekommen.

Das Heimspiel der Löwen gegen den KSC fungiert sozusagen als Vorspiel, es wird eigens zu diesem Zweck zur Mittagessenszeit angepfiffen (13.15 Uhr, hier im Live-Ticker), und wer weiß: Der Frühsommer legt eine Pause ein, Ostern ist vorüber - es könnten Menschen vor dem Fernseher landen, die das erste Mal ein Drittligaspiel sehen. Daniel Bierofka rechnet jedenfalls damit - und er freut sich darauf. „Es ist eine tolle Geschichte für uns, dass wir bundesweit übertragen werden. Dementsprechend wollen wir ein gutes Spiel liefern“, sagt er.

Form nicht präsentabel für Millionenpublikum

Zum Leidwesen des frischgebackenen Fußballlehrers („Die Abschlussnote ist gerade mit der Post unterwegs“) ist die Form seiner Löwen allerdings nicht so, dass man sie gerne einem Millionenpublikum präsentieren möchte. Hinter dem Aufsteiger liegen drei Niederlagen, in denen nicht mal ein eigenes Törchen gelungen ist.

Bierofka können die jüngsten Auftritte nicht gefallen haben, doch er macht dafür auch mildernde Umstände geltend. „In Halle haben wir mit fünf U 23-Spielern gespielt. Man hat gemerkt, dass uns eine gewisse Erfahrung und Abgeklärtheit gefehlt hat, aber das ist ja ganz normal. Auf die Jungs war ich gar nicht sauer - eher auf die eine oder andere Entscheidung, die da noch gefallen ist.“ Wobei er zugibt: „Im Großen und Ganzen hatten wir es wahrscheinlich verdient zu verlieren.“

Zwei Rückkehrer: Sascha Mölders (M.) und Herbert Paul (r.) können am Samstag wieder für die Löwen auflaufen.
Zwei Rückkehrer: Sascha Mölders (M.) und Herbert Paul (r.) können am Samstag wieder für die Löwen auflaufen. © sampics / Stefan Matzke / Stefan Matzke

Mindestens drei Rückkehrer für Bierofka

Dem ist schwer zu widersprechen, doch schon gegen Karlsruhe werde ein anderes Team auflaufen, kündigt der Löwen-Trainer an: „Herbert Paul kommt zurück, Sascha Mölders kommt zurück. Auch Jan Mauersberger ist wieder eine Woche weiter…“ Nicht zu vergessen: Efkan Bekiroglu. „Der war so lange gesperrt“, sagte Bierofka und lacht: „Den hatte ich aus Versehen schon gar nicht mehr auf meiner Liste.“

Dabei erhofft sich Bierofka speziell vom jungen Deutschtürken jene Inspiration, auf die Mitspieler (und Zuschauer) zuletzt verzichten mussten. „Er gibt uns einfach diesen Tick mehr an Kreativität“, sagt der Coach und gerät fast ins Schwärmen über seinen Spielmacher: „Er ist keiner dieser NLZ-Spieler, sondern noch so ein richtiger Straßenkicker. Er scheißt sich nix, auf Bairisch gesprochen. Wenn er auf den Platz geht, will er immer die Kugel haben und was probieren - egal ob’s gerade gut oder schlecht läuft. Als Übergangsspieler zwischen hinten und vorne ist er kaum zu ersetzen. Deswegen hat er uns auch so gefehlt die letzten drei Spiele.“ 

Doch kein Lob ohne pädagogischen Zeigefinger. Zu einer Spuckattacke wie in Braunschweig werde sich der 23-Jährige nie wieder hinreißen lassen, ist sich Bierofka sicher: „Zumindest nicht, solange er hier ist.“ Müssen die Löwen nicht mal wieder ein Talent zwangsverscherbeln, dürfte Bekiroglu auch in der kommenden Saison zu den weißblauen Hoffnungsträgern zählen – immer vorausgesetzt, der Aufsteiger hält die Klasse. Was das angeht, macht sich Bierofka weit weniger Sorgen als mancher Fan: „Wir haben es selber in der Hand, das ist schon mal eine super Situation für uns.“

Der DFB hat nun auch einen Braunschweiger Spieler im Nachgang der Spuckattacker von Bekiroglu gesperrt. Dieser soll mehrere 1860-Spieler rassistisch beleidigt haben. Mit dem KSC kehrt derweil auch Marvin Pourié zurück nach Giesing - der Torjäger freut sich auf das Wiedersehen.

Uli Kellner

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