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Jetzt ist der Abgrund ganz nah: Löwen-Pleite gegen Bochum

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Von: Ludwig Krammer

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München - Der ehemalige deutsche Fußball-Meister 1860 München muss bis zuletzt um den Klassenerhalt in der 2. Liga zittern.

Wie er sich nun fühle? „Scheiße“, sagte Maxi Wittek und lächelte gequält. Das Schicksal der Löwen im Abstiegskampf wird sich nach dem 1:2 (1:1) gegen den VfL Bochum voraussichtlich erst in der Relegation entscheiden. Während die Konkurrenz aus Bielefeld, Düsseldorf und Aue ihre Spiele gewann, boten die Sechziger gegen die bereits gerettete Ruhrpott-Elf eine dürftige Leistung. Abdoulaye Ba konnte die Führung von Peniel Mlapa noch vor dem Pausenpfiff ausgleichen, der eingewechselte Weilandt traf in der 79. Minute zum Sieg für die Mannschaft von Trainer Gertjan Verbeek.

Einzig die 0:1-Niederlage der Würzburger Kickers gegen Sandhausen bewahrte die Löwen vor dem Absturz auf Platz 17. Sollten sie am Sonntag in Heidenheim jedoch nicht gewinnen, droht ihnen im schlimmsten Fall gar der direkte Abstieg. „Es war zu viel Hin-und-Her, wir konnten die Bälle nicht lange genug halten und hatten Schwierigkeiten mit der Schnelligkeit der Bochumer“, fasste 1860-Trainer Vitor Pereira die Partie zusammen. „Jetzt gilt es für die Mannschaft, sich emotional zu erholen.“ Das Spiel in Heidenheim werde ein „Finale“.

Das Spiel zum Nachlesen im Ticker

Zwei Ausfälle hatte Pereira gegen Bochum zu verkraften. Für den gelbgesperrten Busch begann Wittek, in der Dreierkette spielte Bülow für den angeschlagenen Uduokhai. Schnell wurde sichtbar, dass Bochum ein bissigerer Widersacher als vor Wochenfrist Dresden sein würde. Ein Lattenkopfball von Bastians war der erste Aufreger (2.), Ex-Löwe Mlapa hatte in der 27. Minute den zweiten Hochkaräter auf dem Kopf, dieses Mal flog die Kugel links vorbei. Vier Minuten später dann das verdiente 0:1. Eisfeld hatte den Abschlag von Keeper Riemann per Kopf auf Wurtz weitergeleitet, der schickte den von Pongracic alleine gelasssenen Mlapa auf links, Flachschuss unter Ortega hindurch – die Führung für den VfL. Um 16.03 Uhr stand 1860 auf Relegationsplatz 16.

Stimmen zum Spiel

Dass es zur Halbzeit mit Platz 14 etwas freundlicher aussah, lag an Michael Liendl und Ba. Der Senegalese stieg in der 31. Minute nach Liendls Fanke am höchsten, bugsierte die Kugel mit der Stirn aus acht Metern ins lange Eck. Der explosive Jubel der Löwenfans unter den 40 300 Zuschauern dürfte bis Freimann zu hören gewesen sein.

Mit neuem Mut kamen die Blauen aus der Halbzeit. Aigner verpasste den richtigen Zeitpunkt zum Abspiel auf den einschussbereiten Aycicek (51.), Wittek und Ba verfehlten das Gehäuse per Fuß und Kopf nur knapp. Bochum verlegte sich nun komplett auf Konter, 1860 fehlte der nötige Punch. Joker Weilandt versetzte den Sechzigern nach einer Vorlage von Bastians den K.o. „Wir können es aus eigener Kraft nicht mehr direkt schaffen“, bilanzierte Wittek. „In die Situation haben wir uns jetzt selbst gebracht.“ Aktuell ist Jahn Regensburg der wahrscheinlichste Relegationsgegner. Das blaue Zittern geht weiter.

2. Fussball Bundesliga TSV 1860 München - VFL Bochum
© sampics / Stefan Matzke

Die Fakten zum Spiel

1860 rutscht wieder auf den Relegationsplatz, tiefer standen die Löwen in dieser Saison noch nie. Vor dem 31. Spieltag lagen die Münchner nur 2-mal auf dem 16. Tabellenplatz (1. und 10. Spieltag). 

++ Die 36 Punkte und -9 Tore des TSV nach 33 Spielen sind fast dieselbe Bilanz wie 2014/15 (damals -8), als die Löwen die Klasse denkbar knapp in der Relegation gegen Holstein Kiel hielten. 

++ 25 Punkte aus den 17 Heimspielen der Saison sind 2 mehr als in der Vorsaison und 9 mehr als 2014/15. Mehr waren es zuletzt 2013/14 (27). 

++ Hopp oder topp: Keines der den letzten 10 Ligaspiele der Löwen, in denen es zur Pause unentschieden stand, endete mit einem Remis! 5 Siege standen 5 Niederlagen gegenüber. 

++ Die Löwen trafen in 15 ihrer 17 Heimspiele dieser Ligasaison. 

++ 1860 traf zum 18. Mal in dieser Saison nach ruhendem Ball, damit fielen exakt die Hälfte aller Tore der Löwen nach Standardsituationen. ++ Mit seinem 3. Saisontor ist Abdoulaye Ba der erfolgreichste Torschütze unter den Winter-Neuzugängen des TSV.

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