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Zwei Bayern, mit fast dem gleichen ­Vornamen: Stefan Lex (li.) und Stephan Hain am Münchner ­Stephansplatz.

TSV 1860 München zu Gast in Unterhaching

Vor dem Derby: Stephan gegen Stefan - „Da kommt der Toptorjäger der Liga“

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Am Sonntag tritt der TSV 1860 München gegen die SpVgg Unterhaching an. Die Stürmer Stephan Hain und Stefan Lex stellen sich bereits vor Sonntag einem „Derby“.

  • SpVgg Unterhaching - TSV 1860 München, Sonntag, 14 Uhr.
  • Zwei parallele Stürmerkarrieren treffen aufeinander.
  • Stefan gegen Stephan - im Interview.

München - Der eine hat Augsburg in die Bundesliga geschossen, der andere Ingolstadt. Später war Stephan Hain (31) ein Blauer, der zu den Rot-Blauen wechselte. Stefan Lex (30) dagegen war schon als junger Fußballer 1860-Fan – und wäre trotzdem beinahe in Unterhaching gelandet. In den Karrieren der beiden Stürmer gibt es erstaunlich viele Parallelen. Unsere Zeitung traf die beiden vor dem Derby am Sonntag (14 Uhr) im Hachinger Sportpark (Alle Infos im Live-Ticker) an der Kreuzung Stephansplatz/Stephansstraße – gegenüber der Kapelle Sankt Stephan – zum Doppelinterview.

TSV 1860 München zu Gast in Unterhaching - „Da kommt der Toptorjäger der Liga“

Sind Sie sich in der Jugend schon einmal sportlich begegnet?

Lex: Ja, das erste Mal 2004 oder 05. B-Jugend-Bayernliga. Freising gegen Ruhmannsfelden. Vor dem Spiel hat’s geheißen: Da kommt der Toptorjäger der Liga; und als wir die Jungs gesehen haben, dachten wir: Der kann nicht dabei sein – weil der Stephan damals so unscheinbar ausgeschaut hat. Ohne, dass das jetzt bös gemeint ist. Am Ende hieß es 1:4 – und der Stephan hatte viermal getroffen. Da wussten wir: Er war dabei.

Wie viel Derby ist 1860 gegen Haching im Vergleich zu 1860 gegen Bayern?

Lex: Für unsere Fans hat das Derby gegen Bayern wahrscheinlich den höheren Stellenwert, aber jetzt spielen wir wenigstens gegen die erste Mannschaft. Haching ist auch mehr Herrenfußball. Die Bayern waren schon sehr jung auf der einen oder anderen Position.

Hain: Ein ausverkauftes Haus haben wir in Haching nicht allzu oft. Es ist schon eine gewisse Brisanz da.

Das Derby gegen die zweite Mannschaft des Erzrivalen FC Bayern hat 1860 verloren. Doch die Fans verzagen nicht, wie das Video zeigt: 

Derby: 1860 München gegen Unterhaching am Sonntag, 1. Dezember

Hatten Sie mal ein Angebot von der Spielvereinigung, Herr Lex?

Lex: Ja, bevor ich zu 1860 gewechselt bin, hab ich mich auch mit den Hachingern unterhalten. Ganz früher hab ich auch schon mal bei der zweiten Mannschaft von Haching mittrainiert– bevor ich nach Buchbach gegangen bin.

Sie, Herr Hain, waren ja zwei Jahre bei 1860. Nicht die glücklichste Phase Ihrer Karriere, oder?

Hain: Nee, definitiv nicht. Da haben sich beide Seiten mehr erhofft. Irgendwie bin ich nie so richtig auf die Füße gekommen. Es hat nicht gepasst, so ehrlich muss man sein.

Haben Sie noch Kontakt zu ehemaligen Löwen-Kollegen?

Hain: Eigentlich nur zum Physiotherapeuten – mit dem hab ich ja auch die meiste Zeit verbracht damals (lacht).

Stephan Hain (Unterhaching ) vor Felix Weber (1860 München)

SpVgg Unterhaching - TSV 1860 München, Sonntag, 14 Uhr

Sie haben beide nur für bayerische Vereine gespielt. Zufall?

Hain: Auf gar keinen Fall. Mir gefällt es einfach hier in der Region. Klar, wenn was außerhalb Bayerns gewesen wäre, das hundertprozentig gepasst hätte, dann hätte ich es wahrscheinlich gemacht.

Lex: Uns versteht man ja nicht außerhalb von Bayern… (lacht) Naa, Schmarrn. Ich hab einfach immer gerne die Nähe zur Heimat gehabt und konnte bei fast all meinen Stationen von meinem Wohnort pendeln.

Sie gelten beide als bodenständig und heimatverbunden. Was genau bedeutet Heimat für Sie?

Hain: Familie einfach. Leute aus Niederbayern sind ja allgemein eher ruhigere Charaktere. Das spiegelt sich in meinem Charakter wider.

TSV 1860 München zu Gast in Unterhaching - „Da kommt der Toptorjäger der Liga“

Geografisch fehlt bei Ihnen als Eittinger auch nicht viel bis nach Niederbayern…

Lex: Ja, eine Viertelstunde haben wir bis zur Grenze (grinst). Ich sehe mich aber ganz klar als Oberbayer (alle lachen).

Verstehen Sie den oberpfälzischen Dialekt von Michael Köllner?

Lex: Wer den Zier versteht, der versteht jeden (gemeint: Mitspieler Markus Ziereis aus Regensburg/Red.). Nein, im Ernst: Da gibt es überhaupt keine Verständigungsprobleme.

Es heißt, man trifft Sie in Eitting auch regelmäßig am Sportplatz an – oder beim Dorfwirt. Stimmt das?

Lex: Gut recherchiert. Normalerweise bin ich donnerstags zum Schafkopfen beim Dorfwirt. Und davor schaue ich natürlich beim Training zu, beim FC Eitting. Ich helfe auch mit, wenn ich irgendwo helfen kann. Bei mir ist es ähnlich wie beim Stephan: Wir wissen, wo wir herkommen.

Stefan Lex ( TSV 1860 München ) vor Niklas Kastenhofer ( FC Halle )

Derby: 1860 München gegen Haching oder Stefan gegen Stephan?

Welche drei Schlagworte fallen Ihnen zu Haching ein?

Lex: Familiäres Umfeld. Kontinuierliche Entwicklung. Spielerisch starke Mannschaft.

Und Sie zu 1860, Herr Hain?

Hain: Tradition. Geile Atmosphäre (denkt länger nach)… Und es geht öfter mal turbulent zu.

Lex: Des, wenn du jetzt nicht gesagt hättest (lacht).

Derby: 1860 München gegen Unterhaching am Sonntag, 1. Dezember

Ihr Tipp für Sonntag?

Hain: Puh, schwer… Es wird auf jeden Fall ein geiles Spiel – hoffentlich mit einem positiven Ausgang für uns.

Lex: Ich muss natürlich auch sagen, dass wir gewinnen. Also tippe ich: 2:1 für uns. Und das Gegentor darf dann gerne der Stephan schießen.

TSV 1860 München zu Gast in Unterhaching - „Da kommt der Toptorjäger der Liga“

Jüngst haben die 60er für Aufmerksamkeit gesorgt, weil sie ihre Fans anpumpen. Der TSV 1860 München hat

nicht genug Geld

für ein Trainingslager.

Aber nicht nur das. Hasan Ismaik hat sich abermals abfällig über die Löwen geäußert und vor allem die 1860-Fans kritisiert. Angetan hat es ihm ausgerechnet der Erzrivale.

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