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Martin Gräfer sieht sich im Duell der 1860-Gesellschafter am Spielfeldrand.

Welche Rolle spielt Sponsor?

Diskussion ums Löwen-Budget: „Die Bayerische“-Vorstand bezieht Stellung

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Wie steht es um das Sportbudget des TSV 1860 München? Hauptsponsor „Die Bayerische“ wehrt sich gegen Vorwürfe.

  • Angeblich soll der 1860-Hauptsponsor die Personalplanung des Vereins ausbremsen.
  • „Die Bayerische“ soll überdies die Pongracic-Transferbeteiligung als Darlehen nutzen wollen.
  • Wir haben „Die Bayerische“-Vorstand Martin Gräfer zu den Gerüchten befragt.

München – Seit Mittwoch macht im Umfeld des TSV 1860 das Gerücht die Runde, Hauptsponsor „Die Bayerische“ würde die Beteiligung an der Ablösesumme für Ex-Löwen-Talent Marin Pongracic (für zehn Millionen Euro von RB Salzburg zum VfL Wolfsburg) als Sicherheit für ein gewährtes Darlehen beanspruchen; sogar der Vorwurf, das Unternehmen blockiere die Personalpolitik, machte öffentlich die Runde. Wir fragten nach bei Martin Gräfer, dem Vorstandsvorsitzenden der Perlacher Versicherung.

Martin Gräfer, als Vorstandschef der Bayerischen sind Sie das Gesicht des Löwen-Sponsorings. Was sagen Sie zum medialen Vorwurf, Sie würden 1860-Sportgeschäftsführer Günther Gorenzel in seinen Personalplanungen für die kommende Saison ausbremsen?

Martin Gräfer: Offen gestanden ist schon die Behauptung geradezu absurd. Bisher habe ich auch nicht wahrgenommen, dass es vonseiten unseres Partners Vorwürfe dazu geben könnte. Das wäre auch eigenartig. Seit einigen Jahren stützen wir sehr aktiv den Spielbetrieb der Löwen. Seit dem Abstieg in einem erheblichen Umfang und im letzten Jahr wieder mit einer Reihe kreativer Maßnahmen. Denken Sie nur an das Namenssponsoring der Junglöwen. Übrigens wäre ohne das 2017 gewährte Darlehen der Spielbetrieb nicht weitergegangen.

Vertraglich steht der Bayerischen die Pongracic-Transferbeteiligung als Darlehenssicherung zu. Es soll um eine Million Euro gehen, die Gorenzel lieber für Spielerverträge verwenden würde.

Gräfer: Darlehen dürfen und können Unternehmen nur vergeben, wenn diese auch einen Gegenwert oder eine angemessene Besicherung enthalten. Zu Spekulationen nehmen wir keine Stellung, wir haben Vertraulichkeit vereinbart.

Welche Rolle könnte die Bayerische bei einer Kapitalerhöhung spielen?

Gräfer: Wir sind bereit, wenn beide Gesellschafter es wünschen, uns an der Kapitalerhöhung als Anker-Aktionär zu beteiligen – am besten zusammen mit einer Gruppe anderer regionaler Unternehmen. Die Bayerische strebt keine führende Rolle an, sondern versteht sich lediglich als Juniorpartner.

Welchen Eindruck haben Sie von der Zusammenarbeit der Gesellschafter?

Gräfer: Wir stehen bei solchen Fragen eher am Spielfeldrand. Aber ich habe den Eindruck, alle Beteiligten wollen eine konstruktive Lösung zum Wohle von 1860. Und ganz besonders wird deutlich, dass alle Beteiligten Interesse haben, den sportlichen Erfolg der Löwen zu befördern.

Interview: Ludwig Krammer

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