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Christoph W. vor dem Amtsgericht.

Prozess gegen Pöbler

Löwen-Hooligan: „Ich bringe erst dich um. Und dann deine Familie“

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Im Rahmen des Amateur-Derbys zwischen dem TSV 1860 und dem FC Bayern bedrohte ein Hooligan einen Polizisten. Vor Gericht gab er sich nun reuevoll.

München - Manchmal erinnert Fußball an Krieg. Dann feuern erwachsene Männer nicht mehr ihre Mannschaft an, sondern prügeln auf die Fans des Gegners ein oder bedrohen Polizisten. So auch beim Amateur-Derby zwischen dem TSV 1860 und dem FC Bayern am 2. August 2015. Ein Spiel, das für einige Fans den Höhepunkt des Jahres darstellt – und für andere eine willkommene Gelegenheit zur Gewalt-Eskalation.

Zu letzteren gehörte Christoph W. Vermummt hatte er sich in Giesing vor Polizisten gestellt und mit ausgebreiteten Armen geschrien: „Ich bringe erst dich um. Und dann deine Familie.“ Dazu kam es nicht. Stattdessen wurde der Hooligan von den Beamten sofort festgenommen. Er hatte 1,6 Promille Alkohol im Blut. Und zu viel Adrenalin.

Zwei Jahre nach dem Vorfall gab es jetzt ein Wiedersehen vor Gericht: Christoph W. als Angeklagter, die Polizisten sagten gegen ihn aus. „Er stand in vorderster Front vor der Polizeikette und hatte eine besondere Rolle“, sagte ein Beamter. Offenbar war W. der Einpeitscher gewesen und schürte die ohnehin schon überbordende Aggression noch weiter an.

Auch eine Frau stand wegen der Eskalationen im Rahmen des Amateur-Derbys vor Gericht.

Hooligan provozierte Polizisten - Pfefferspray ohne Wirkung

„Ich musste Pfefferspray gegen ihn einsetzen“, sagte der szenekundige Polizist. „Aber das hat er gar nicht gemerkt.“ So besoffen und überdreht war Christoph W., der gegenüber den Polizisten auch onanierende Gesten gemacht hatte, um sie zu beleidigen. Die Polizisten forderte der Hooligan heraus: „Leg deinen Helm weg und komm her: eins gegen eins.“

In Giesing hätten „fast kriegsähnliche Zustände“ geherrscht, rügte die Staatsanwältin. „Es gab massive Brutalität gegen die Polizei.“ Die Zustände in den Fan-Lagern kritisierte sie deutlich: „Diese Chaoten machen den Fußball kaputt.“

Es sind Worte, die man sonst eher von Profi-Vereinen hört, die sich von Hooligans distanzieren. Oder zuletzt vom Deutschen Fußball-Bund (DFB), der versucht hatte, öffentlich gegen gewaltbereite oder rassistische Fans einzuwirken – mit Erfolg.

Angeklagter zeigt Reue vor Gericht

Für Christoph W. sind diese Dimensionen im Fußball mittlerweile weit entfernt. Seit dem Vorfall in Giesing hat er Stadionverbot, es gilt noch bis Oktober dieses Jahres. Aber auch grundsätzlich hat er sich vom Fan-Dasein gelöst und räumte im Prozess gestern alle Vorwürfe ein. In den Reihen der Sechzger habe er sich stark gefühlt und schließlich „hinreißen lassen“. Vor Gericht stand Christoph W. nun allein. Keiner seiner damaligen Anhänger war gekommen, um ihn zu unterstützen. „Von der Szene habe ich mich entfernt“, sagte W. Und entschuldigte sich bei den Polizisten.

In Österreich hat der Dachdecker ein neues Leben begonnen: Frau, Kind, fester Job. „Er ist geläutert“, sagte Verteidiger Olaf Groborz. Die Konsequenzen für die Ausschreitungen muss W. trotzdem tragen: Wegen Landfriedensbruchs, Bedrohung und Beleidigung brummte ihm Amtsrichter Dingerdissen 1800 Euro Geldstrafe auf.

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