Zu wenig Geld vorhanden 

Kein Geld beim TSV 1860 München für Trainingslager? Ismaik über Umgang mit Fans entsetzt 

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Der TSV 1860 München hat nicht genügend Geld für ein Trainingslager. Deshalb sollten die Fans im Rahmen der Aktion „Gemeinsam für Sechzig“ für die Profis spenden. 

  • Der TSV 1860 München will im Winter ins Trainingslager fahren.
  • Da das Geld fehlt, sollen die Fans spenden.
  • Hasan Ismaik hat für diese Aktion absolut kein Verständnis - und reagiert.

Update vom 1. Dezember 2019: „Ich habe heute auf Aljazeera Sport gelesen, dass ein deutscher Traditionsklub seine Fans anbettelt, die für die Kosten eines Trainingslagers aufkommen sollen (siehe Erstmeldung). Als ich dann den Text genauer studierte, habe ich mir die Augen gerieben: Es ist unser TSV 1860 München gemeint.“ Mit diesen Worten beginnt Löwen-Investor Hasan Ismaik einen seiner vielen Beiträge auf Facebook. Einmal mehr ledert der Jordanier gegen die Klubverantwortlichen - zeigt sich gleichzeitig allerdings auch spendabel. 

TSV 1860 München: Ismaik über Umgang mit Fans entsetzt - Reaktion auf Trainingslager-Posse

Dass die treuen Fans der Sechziger letztlich für die Kosten des Trainingslagers spenden sollen, könne Ismaik schlicht nicht nachvollziehen: „Ich schäme mich.“ Das Verhalten des Präsidiums betitelt er als „nicht ehrlich“. auflaufen lassen will er es allerdings nicht. Vielmehr übernimmt der bei den Fans umstrittene Investor Kosten für das einwöchige Trainingslager- „damit unsere Löwen eine perfekte Wintervorbereitung durchführen können.“ Diese belaufen sich auf etwa 40.000 Euro. 

Abseits des Rasens sorgen die Löwen also mal wieder für Schlagzeilen - und das, obwohl es nach dem Derby in Unterhaching sportlich gesehen eigentlich Grund zur Freude gäbe.

Nicht genug Geld fürs Trainingslager: Jetzt pumpen die Löwen sogar ihre Fans an

Erstmeldung vom 28. November 2019: 

München - Seit Mittwoch, den 27. November, läuft die Aktion „Gemeinsam für Sechzig“ auf einer eigens dafür eingerichteten Website. Dabei will der TSV 1860 München seine Fans dazu animieren Geld zu spenden, damit die Profis in ein Wintertrainingslager fahren können.

Wer sich jetzt fragt, was das soll, ist mit seinen Fragezeichen im Kopf nicht allein. Viele Fans sind fassungslos, dass die chronisch klammen Giesinger nun sogar den eigenen Anhang anpumpen (müssen), um ins Trainingslager fahren zu können. Hatte der Klub nicht mal einen Investor namens Hasan Ismaik?

TSV 1860 München: Nicht genug Geld fürs Trainingslager - Fans sollen spenden

Konkret heißt es in der offiziellen Mitteilung des TSV 1860 München, dass sich nach dem ursprünglichen Verzicht auf ein Trainingslager „eine Möglichkeit abzeichnet“. Dank der zugesicherten Unterstützung mehrerer Sponsoren sei „der Anfang gemacht. Nun werden weitere Unterstützer, Gönner und Fans gesucht, um dem neuen Cheftrainer Michael Köllner und seinen Löwen ein Trainingslager vor dem Start in die Restsaison zu bieten.“ Weiterhin heißt es, dass „eine Vorbereitung in südlichen Gefilden zweifellos bessere Voraussetzungen bietet als im winterlichen München.“

Als Lohn für die Teilnahme an der euphemistisch „Unterstützungskampagne“ getauften Aktion winken den Anhängern Preise, die im Rahmen einer Verlosung verteilt werden. Dazu zählen unter anderem zwei Plätze auf der Fanbank beim Heimspiel gegen Waldhof Mannheim im Februar 2020 und eine von der Mannschaft unterschriebenes Trikot. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Unterstützung in Höhe von mindestens 60 Euro.

Spendet man 1000 Euro oder mehr, ist einem ein „exklusives Dankeschön“ sicher. Beim Heimspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach am 8. Dezember werden die Großspender in den erstmals abgetrennten VIP-Bereich eingeladen.

TSV 1860 München: Fans sauer über Aktion - „Seid ihr eigentlich noch normal im Kopf?“

Auf Twitter machen die Fans ihrem Ärger über die Aktion Luft. „Seid ihr eigentlich noch normal in Kopf? Durch Misswirtschaft bei den Fans betteln, des geht gar nicht“, meint ein erboster User unter dem Post des Vereins. „Zum Fremdschämen“ findet ein anderer Nutzer die Aktion und ruft die Führungsetage zum Handeln auf. „Wenn ihr nur einen Funken Anstand und Charakter im Management und in der Führungsetage habt, zahlt ihr das. Jetzt noch um Geld betteln weil ihr mit anderer Geld nicht umgehen könnt.“

Ein anderer Fan kommentierte die Aktion lapidar und stellte deren Sinn in Frage. „Training dahoam ist eh besser und billiger“, meinte er schlicht. Ein anderer Anhänger hat eine ganz andere Vermutung und übt sich dabei in Ironie. „Die sammeln Spenden für die Inbetriebnahme der Rasenheizung“, mutmaßt er.

TSV 1860 München München: Ismaik greift eigene Fans an, die spenden sollen

Ausgerechnet kurz bevor die Aktion startete bewies Kreditgeber Ismaik zum wiederholten Male, dass seine Motive sich nicht unbedingt mit denen der Vereinsführung decken. Mit einem bizarren Vergleich griff er die Fans der Löwen an und pries im selben Atemzug die Anhänger des Erzrivalen FC Bayern als „weltoffen“.

Der TSV 1860 München sei hingegen von „rückwärtsgewandten Fans unterwandert“, die einen Fortschritt verhindern würden sagte er in einem Interview mit der Sport Bild. Ebenjene Fans, die nun zahlen sollen, weil Ismaik es nicht tut - Marketing at it‘s best. Im selben Interview machte der Jordanier eine Ankündigung, die viele Löwen-Fans schocken dürfte.

„Wenn zu meinen Lebzeiten die 50+1-Regel nicht fallen sollte und ich deshalb den Verein nicht nach meinen Wünschen aufbauen kann, werde ich meine Kinder beauftragen, meine Ziele zu verwirklichen“, so Ismaik. Was wohl die Fans zu dieser Aussage denken?

Währenddessen richtet sich der Blick beim TSV 1860 München auf das nächste Derby in der 3. Liga. Hier können Sie alle Infos zum Spiel bei der SpVgg Unterhaching lesen.

Rubriklistenbild: © dpa / Andreas Gebert

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