Sie jubeln wieder: Efkan Bekiroglu (Mitte) machte den Löwensieg mit dem dritten Treffer klar.
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Sie jubeln wieder: Efkan Bekiroglu (Mitte) machte den Löwensieg mit dem dritten Treffer klar.

Dreier gegen Uerdingen eingefahren

Löwen kontern sich ins Aufstiegsrennen - Köllner feiert seinen Startelf-Coup

  • Ludwig Krammer
    vonLudwig Krammer
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Der Rückschlag gegen Würzburg hat die Löwen nicht aus der Bahn geworfen. Beim Sieg über Uerdingen greift Trainer Michael Köllner zu seinem besonderen Mittel - mit Wirkung.

  • Mit dem Sieg über den KFC Uerdingen setzt Sechzig ein Zeichen im Aufstiegsrennen.
  • Trainer Michael Köllner beweist mit seiner großen Rochade ein goldenes Händchen.
  • Seine größte Überraschung avanciert zu einem der Helden des Abends.

Krefeld - Jubeltänze auf dem Düsseldorfer Rasen, ein freudestrahlender Michael Köllner als erfolgreicher Aufstellungs-Fuchs - die blauen Aufholjäger sind wieder da! Nach der 1:2-Pleite gegen Würzburg meldeten sich die Löwen am Dienstagabend beim KFC Uerdingen eindrucksvoll im Aufstiegsrennen zurück, siegten nach 0:1-Pausenrückstand durch Tore von Böhnlein, Klassen und Bekiroglu am Ende verdient mit 3:1 - und kletterten vorübergehend auf Platz vier.

„Das war ein schwieriges Spiel“, befand Köllner sichtlich erleichtert. „Wir hatten zuletzt den Nachteil, dass wir immer einen Tag weniger Pause hatten als der Gegner. Für den einen oder anderen mag es gewagt gewesen sein, mit acht neuen Spielern zu kommen. Aber es hat sich ausgezahlt. Wir waren hintenraus frischer. Beim Kontern musst du schnell und klar spielen, das hat sich bezahlt gemacht.“

TSV 1860 siegt gegen Uerdingen: Böhnlein trifft nach Startelf-Einsatz

Köllner, der Rotations-König. Von der Würzburg-Aufstellung waren nur Hiller, Wein und Rieder übriggeblieben, die wohl größte Überraschung hieß Kristian Böhnlein, der erst zum zweiten Mal überhaupt in dieser Saison von Beginn an ran durfte - und mit seinem Ausgleichstor zu einem der Helden des Abends wurde. Frische statt Erfahrung, Kontertaktik statt kraftraubendem Ballbesitzfußball - eine Halbzeit lang hatte es trotzdem nicht so ausgesehen, als würde sich Köllners Plan auszahlen. Defensiv gab‘s bis auf einen herben Ballverlust von Rückkehrer Aaron Berzel zwar wenig zu bemängeln, nach vorne allerdings fiel den Löwen so gut wie nichts ein.

Gebharts Schuss nach Vorlage von Niemann geriet viel zu harmlos (29.), noch älter sah Owusu aus, der kurz vor der Pause ungedeckt eine Freistoßflanke von Wein verpasste. Zu diesem Zeitpunkt stand‘s schon wieder 0:1 - wie in jedem der bisherigen Corona-Spiele. Nach einem abgewehrten Freistoß hatte Ex-Bayer Frank Evina flach von rechts nach innen passen dürfen, am zweiten Pfosten bedankte sich Ex-Löwe Adriano Grimaldi, der nach langen Verletzungspausen sein erstes Saisontor bejubelte (36.). Gebhart und Owusu waren ins Leere gegrätscht.

Ohne Rücksicht auf Verluste in die Zweikämpfe: Daniel Wein (l.) stemmt sich gegen Adriano Grimaldi im Luftduell.

TSV 1860 siegt gegen Uerdingen: Klassen und Lex liefern den perfekten Konter

Was folgte, war die größte Wiederauferstehung seit... Duisburg. Karger zielte auf Konter-Vorlage von Gebhart nur knapp links vorbei (49.), beim Ausgleich half auch das Glück mit. Matuschyk hatte einen Freistoß aus dem Halbfeld vor die Füße von Böhnlein abgefälscht, Dropkick aus 18 Metern in den linken Winkel - 1:1! (57.). Uerdingen war geschockt. Und Köllner legte nach. Lex und Bekiroglu kamen für Karger und Niemann, fünf Minuten später hatten die Löwen das Spiel gedreht. Klassen ging auf links ab, schickte Lex, perfekter Pass nach innen, wieder Klassen - 2:1! (66.).

Bekiroglu setzte in der Nachspielzeit den Schlusspunkt. „In der ersten Halbzeit sind wir hinterhergelaufen. Das 1:1 war sicher glücklich, aber so wie wir danach gespielt haben, das spricht für unsere mentale Stärke“, sagte Köllner. Am Samstag (14 Uhr) geht‘s gegen Rostock weiter - ohne den gelbgesperrten Rieder. Was der Großrotierer dann wohl vorhat? Köllner lächelnd: „Zum Glück haben wir jetzt einen Tag länger Pause.“

Sportchef Günther Gorenzel hofft auf ein „Wumms-Paket“, um die Löwen besser für die Zukunft aufstellen zu können. Der Transfer eines Ex-Blauen spült frisches Geld in die klammen Kassen. Frohe Kunde für alle Blauen gibt es derweil von der Stadionfront. Und darf man gegen Rostock wieder jubeln?

lk

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