Entscheidung fiel vom Elfmeterpunkt

Endstation „Killer-Hiller“ - Löwen lösen „Finale“ um den DFB-Pokal gegen Türkgücü

  • Uli Kellner
    vonUli Kellner
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Am Ende war es wie fast immer, wenn die Löwen in ihrer Paradedisziplin antreten: Ein Schütze nach dem anderen verwandelte sicher vom Punkt – den Rest erledigte Marco Hiller in bewährter Manier.

„Im Elfmeterschießen kannst du dich immer auf Marco verlassen“, lobte Trainer Michael Köllner seinen Torhüter: „Er hat nicht umsonst den Spitznamen ,Killer-Hiller’. Der hat schon seine Berechtigung.“

TSV 1860 München setzt unglaubliche Serie fort

Hat er, wobei die Löwen ohne die ganz große Dramatik das Finale um den DFB-Pokal am Dienstag gegen Türkgücü lösten (20.30 Uhr, Sport1). Beim 7:6 gegen Ingolstadt – 2:2 nach den 90 Minuten – hatte die Nummer eins im 1860-Tor vergleichsweise wenig zu tun. Hiller parierte bereits den zweiten Elfmeter des FCI, sanft geschoben von Marcel Gaus; da hat es auch schon andere Krimis am Punkt gegeben. Zur Erinnerung: Die Löwen sind ja Titelverteidiger im Totopokal, nachdem sie sich vorige Saison ab der zweiten Runde ausschließlich nach dem auch am Samstag bewährten Strickmuster durchgesetzt hatten. Die Zeugnisse der unglaublichen Serie: 5:2 gegen Würzburg (Finale 2019/2020, zweimal Hiller), 4:3 gegen Haching (Viertelfinale, drei Hiller-Paraden), 6:5 beim TSV 1865 Dachau (Hiller-Rettungstat in der K.o-Runde); das Halbfinale hatten Hiller und Co. kampflos gewonnen, Memmingen hatte coronabedingt zurückgezogen.

. . . schließlich steht im Tor Marco Hiller – und auf den ist wie immer Verlass.

So fiel es am Samstag auch nicht mehr ins Gewicht, dass die A-Elf der Löwen ihre liebe Mühe hatte mit der B-Elf des FC Ingolstadt, der sein Ticket für den DFB-Pokal bereits zu 99 Prozent sicher hat (zwölf Punkte Vorsprung auf Platz fünf der 3. Liga sind kaum zu verspielen). Tomas Oral hatte sein Team auf allen neun Positionen getauscht, Köllner überraschend nur auf einer: Für den angeschlagenen Semi Belkahia lief Niklas Lang, 18, in der Innenverteidigung auf, Dennis Erdmann winkte nach dem Aufwärmen ab und setzte sich auf die Tribüne.

Der laut Köllner „wie die Jungfrau zum Kind gekommene“ Lang hatte seinen Anteil am Sieg, weil er hinten so stabil stand wie bei seinem Ligadebüt gegen Haching. Aber auch vorne zahlte sich Langs Einsatz aus: Durch seinen zu Salger verlängerten Eckball ging 1860 erstmals in Führung (68.), nachdem Ex-Löwe Beister vor der Pause höher gesprungen war als Steinhart (44.) – und Mölders mit einem verwandelten Handelfmeter den Ausgleich erzielte (58.). „Bombensicher verwandelt“, schwärmte Köllner und bezog das auch auf die Schützen, die am Ende der 90 Minuten ran mussten: Dressel, Steinhart, Willsch, Mölders (diesmal gelöffelt) und Tallig.

Dass Köllner auch was zu granteln hatte, lag daran, dass es die Löwen gegen die C-Elf der Ingolstädter (Oral wechselte viermal aus) noch mal spannend machten: Gaus nahm eine Einladung zum 2:2-Ausgleich ein, in der Nachspielzeit musste Hiller gegen Antonitsch sein ganzes Können aufbieten.

Am Ende egal. 90 Minuten trennen die Löwen noch vom DFB-Pokal. Köllner stellt sich auf ein emotionales „Finale“ gegen Türkgücü ein, mit einer Fortsetzung des Totopokals rechnet keiner. Dem 1860-Coach ist bewusst dass die Woche ein Kraftakt wird, auch Uerdingen am Samstag hat ja Finalcharakter, wenn 1860 seine Aufstiegschance wahren will. Aber, so Köllner: „Wir können uns ja dann über Ostern erholen.“

Rubriklistenbild: © Sampics / S. Matzke

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