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TSV 1860 München: Köllners blaue Baustellen

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Von: Uli Kellner

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Mit dem Kopf in Darmstadt? Dennis Dressel (r.) ist laut Köllner „ein bisschen durch den Wind“.
Mit dem Kopf in Darmstadt? Dennis Dressel (r.) ist laut Köllner „ein bisschen durch den Wind“. © kolbert-press

Michael Köllner, Trainer TSV 1860 München, hat wenige Tage vor dem Saisonstart noch einige Probleme vor der Brust. Fehler, Verletzte und geringe Frische sind hier die wesentlichen Baustellen.

München – Der Countdown läuft. Noch elf Tage bis zum Saisonauftaktspiel der Löwen gegen Kickers Würzburg (Samstag, 24. Juli, 14 Uhr) – und Michael Köllner ist zufrieden, wie Phase eins der Vorbereitung gelaufen ist. „Wir haben zwei Grundordnungen einstudiert – erst die Dreier-, dann die Viererkette. Ein paar Dinge laufen schon ganz gut, aber wenn die Spieler müde sind, wird’s ungenau.“

Eindrucksvoll zu sehen beim mühevollen 4:2-Testspielsieg gegen Burghausen. Nach dem freien Montag geht es ab heute um den Feinschliff. Schon beim Härtetest am Samstag in Nürnberg will Köllner weitere Fortschritte sehen. Es gibt weiterhin viel zu tun. Wir zeigen sie auf, die blauen Baustellen.

TSV 1860 München: Vier Testspiele - keins zu Null

Vier Testspiele, teils gegen unterklassige Gegner – und nie stand hinten die Null. Für Köllner ein Umstand, den es abzustellen gilt. „Grundsätzlich ärgert mich jede schlechte Phase im Spiel – dazu gehören auch Gegentore“, sagt er, wendet aber ein: „Wenn ein 17-Jähriger einen Fehler macht, ärgert es mich nicht in dem Maße wie bei einem gestandenen Profi.“ Köllners Hoffnung: „Sobald wir unsere Stammmannschaft auf den Platz schicken, werden auch die Fehler weniger.“

Test am Sonntag gegen - Spielpraxis für die Jugend

Köllner legt Wert auf einen gesunden Konkurrenzkampf, doch es ist nicht zu erwarten, dass Routiniers wie Phillipp Steinhart, die gerade durchhängen, um ihre Stammplätze bangen müssen. „Viele junge Spieler haben wegen Corona eineinhalb Jahre kein Spiel gemacht – das sieht man ihnen an. Gegenüber den Profis, die durchgespielt haben, ist das ein erheblicher Wettbewerbsnachteil. Das müssen wir alles nacharbeiten. Deswegen werden wir am Sonntag einen weiteren Test machen (gegen Aalen) – gerade für die jungen Spieler, die Matchpraxis brauchen.“ Und zum Thema Steinhart: „Die Frische wird kommen. Ich bin mir 100 Prozent sicher, dass wir in der Saison wieder einen starken Phillipp Steinhart erleben werden.“

Köllner: „Ganze Thema mit Darmstadt war nicht so einfach für ihn.“

Mit 72 Drittligaspielen zählt Dennis Dressel nicht mehr zur Fraktion der jungen Spieler, doch Köllner ist nicht entgangen, dass dem 22-Jährigen der nicht genehmigte Vereinswechsel zu schaffen macht. „Das ganze Thema mit Darmstadt war nicht so einfach für ihn“, so die Psycho-Diagnose der Trainers: „Dennis ja kein erfahrener Profi, der mit solchen Sachen umgehen kann – es ist völlig normal, dass so ein Spieler ein bisschen durch den Wind ist.“ Auch bei Dressel setzt Köllner auf den Faktor (mentale) Erholung: „Wenn sein Kopf wieder ruhiger wird, dann wird man sicher wieder den Dennis Dressel sehen, der hier die letzten eineinhalb Jahre gut gespielt hat.“

1860: Hoffnung aus dem Lazarett

Es sind wichtige Spieler, auf die Köllner beim Start verzichten muss: Marco Hiller ist gesperrt, Marius Willsch fällt mit entzündetem Schambein aus, bei Daniel Wein ist die Achillessehne gereizt. Hoffnung immerhin gibt es bei Fabian Greilinger, der heute ins Mannschaftstraining zurückkehren soll. „Er hat den Belastungstest bestanden“, meldet Köllner, „das freut mich.“ Und was seine Hauptsorgenkinder angeht: „Wein reagiert auf die Behandlung – ich gehe davon aus, dass er bald individuell trainieren kann. Bei Mäsch müssen wir schauen, er hat diese Woche noch mal MRT – da wird sich zeigen, ob die Entzündung weniger geworden ist.“

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