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TSV 1860: Süchtig nach Siegen - Köllner träumt von Liga zwei

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Von: Uli Kellner

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Durfte am Dienstag gegen Feuchtwangen auch jubeln: Marius Wörl (re.).
Durfte am Dienstag gegen Feuchtwangen auch jubeln: Marius Wörl (re.). © Wagner

Der TSV 1860 hat einen Traumstart in die neue Saison hingelegt. Trainer Michael Köllner ist hochzufrieden - und träumt von der Rückkehr in die 2. Liga.

München – Die Löwen im Sommer 2022 – eine Mannschaft, die süchtig ist nach Siegen. Nur die wenigsten hätten dem Team von Michael Köllner zugetraut, aus den ersten vier Spielen in der Liga zwölf Punkte zu holen – dabei hatte der ehrgeizige Trainer vor dem Auftaktmatch in Dresden eine Art Gewinnwarnung formuliert.

„Warum sollen wir uns in unseren Vorstellungen limitieren?“, sagte er im Interview mit unserer Zeitung am 23. Juli. Gegangen war es um die durchaus optimistische Einschätzung der meisten Fans, dass drei Siege und ein Unentschieden aus den Spielen in Dresden und gegen Oldenburg, Meppen und Verl wohl keine schlechte Grundlage wären für das ambitionierte Projekt Aufstieg 2023.

TSV 1860: Runderneuerte Löwen liefern Tor-Festivals im Totopokal

Bemerkenswert zudem: Auch vermeintlich lästige Bezirksliga-Hürden im Totopokal nehmen die runderneuerten Löwen auf maximal seriöse Weise. 7:0 zum Auftakt in Rödelmaier, 8:0 am Dienstag in Feuchtwangen, das Haching zuvor eliminiert hatte. Zur Erinnerung: Ein Jahr zuvor war es Köllners Kader noch weitaus schwerer gefallen, den Spagat zwischen Liga und Verbandspflichten zu hinzukriegen. Beim Achtligisten Birkenfeld stand es zur Pause 0:0. Und auch bei SAS Bayreuth wirkten Linsbichler und Co. wenig souverän. Am Ende standen zwei 3:0-Siege aus der Kategorie: Haken drunter.

Diesmal jedoch: In beiden Spielen legten die Löwen so beherzt los, dass die Amateure früh entmutigt waren, zur Pause hoffnungslos hinten lagen (jeweils 0:5) – und auch nach der Pause noch das eine oder andere Törchen hinnehmen mussten. Der breitere Kader macht’s möglich. Rekonvaleszente und unterbeschäftigte Profis sammeln dankbar Spielpraxis. Und mit Blick auf das Regionalpublikum hatte Köllner am Dienstag sogar einen Überraschungsgast dabei – den zuletzt als Bär-Ersatz gefeierten Shootingstar Fynn Lakenmacher (ab der 60. Minute).

Köllner mit breiter Brust: „Vielleicht spielen wir nächstes Jahr gegen Heidenheim in der 2. Liga“

All das sorgt in der Summe dafür, dass die Löwen-Brust unaufhaltsam wächst. Wie sehr, bewies ein Statement des Trainers am BFV-Mikro – verbale Zurückhaltung, das große Ziel betreffend, war aus diesen Worten jedenfalls nicht mehr herauszuhören. „Wir sind sehr, sehr zufrieden. Jetzt geht es darum, dass wir in der Liga unseren Weg fortsetzen – das fällt einem nicht in den Schoß rein, aber wer sich was erarbeitet, der will am Ende auch die Ernte einfahren“, sagte Köllner und grinste mit Blick auf die Heimreise über die A7: „Gleich fahren wir an Heidenheim vorbei – vielleicht können wir ja da nächstes Jahr in der 2. Liga spielen.“

Die Chancen dafür standen schon mal schlechter. Den Siegercheck über 650 Euro nahmen die Löwen in Feuchtwangen gerne entgegen. Das wahre Ziel ist aber, nächstes Jahr gar nicht mehr im Totopokal antreten zu müssen – sondern als Zweitliga-Aufsteiger am DFB-Pokal. Entsprechend selbstbewusst auch die Töne, den Freitag betreffend, wenn es gilt, den frisch erworbenen Ruf als Seriensieger auszubauen. Dazu Köllner: „Der Fokus liegt auf dem schweren Heimspiel gegen Halle – da wollen wir den fünften Sieg im fünften Spiel holen.“ Hat erst ein Club seit Gründung der 3. Liga im Jahr 2008 geschafft: Kickers Offenbach in der Saison 2010/11. (Uli Kellner)

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