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TSV 1860: Gorenzel und Köllner watschen Mölders ab - „Er hat sich nicht einverstanden erklärt“

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Von: Patrick Mayer, Jörg Bullinger

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Beim TSV 1860 aussortiert: Sascha Mölders.
Beim TSV 1860 aussortiert: Sascha Mölders. © sampics / Stefan Matzke

Sascha Mölders ist das dominierende Thema rund um den TSV 1860 München. Beim Auswärtsspiel in Dortmund beziehen Löwen-Sportchef Günther Gorenzel und Trainer Michael Köllner Stellung.

München/Dortmund - Es ist das omnipräsente Thema rund um den TSV 1860 München: Die Verbannung von Sascha Mölders aus dem Kader sowie der Zwist zwischen Klub und Kult-Löwe. Beim 2:0 (1:0) bei Borussia Dortmund II nahmen die Sechzger am Samstag (11. Dezember) nun Stellung zur polarisierenden Personalie bei „Münchens großer Liebe“.

Aus von Sascha Mölders beim TSV 1860 München: Günther Gorenzel und Michael Köllner äußern sich

„Eins ist klar: Sascha Mölders ist ein sehr starker, guter Spieler. Ich habe mich nicht umsonst vor eineinhalb Jahren entschieden, ihn zum Kapitän zu machen. Er wurde nicht von der Mannschaft gewählt, sondern es war meine Entscheidung. Wir haben letztes Jahr eine furiose Saison mit Sechzig München gespielt, allen voran Sascha Mölders“, sagte 1860-Trainer Michael Köllner bei MagentaTV. In der aktuellen Saison laufe es aber weder bei den Löwen noch bei Mölders so, wie sie sich das vorgestellt hatten, meinte Köllner weiter: „Der Trainer muss Entscheidungen treffen. Das ist mein Job. Und die Entscheidung war am Ende, auf Sascha zu verzichten. Wir haben genügend Back-ups in der Mannschaft. Wir haben mit Marcel Bär und Tim Linsbichler zwei Spieler, die ganz vorne in der Spitze spielen können – auf einer ähnlichen Position wie Sascha.“

Mit der Rolle hat er sich nicht einverstanden erklärt.

Michael Köllner über Sascha Mölders

Mölders sei ein einzigartiger Spieler, erklärte der Oberpfälzer weiter. Seine Sommervorbereitung sei aber nicht gut gewesen. „Am Ende haben wir alles versucht. Wir haben es uns nicht leicht gemacht und immer wieder versucht, ihn zu stärken. Das war vor der vorletzten Länderspielpause schon so. Als wir in Buchbach im Pokal gespielt haben, haben wir alles versucht, ihn wieder zurückzubringen. Leider ist es uns nicht gelungen“, sagte Köllner: „Von daher mussten wir eine Entscheidung treffen und auf andere Spieler setzen. Wir haben mit Sascha viele Gespräche geführt. Wir wollten, dass er mal von der Bank kommt oder sich auswechseln lässt, wenn der Akku leer ist. Mit der Rolle hat er sich nicht einverstanden erklärt. Von daher war eine Entscheidung unabdingbar.“ Am Ende gehe es um „einen Verein mit einer großen Tradition, einer großen Historie“, sagte er.

Sascha Mölders: Günther Gorenzel und Michael Köllner üben beim TSV 1860 Kritik

Auch 1860-Sportchef Günther Gorenzel wurde deutlich und übte Kritik am 36-jährigen Stürmer, der die Sechzger 2018 aus der Regionalliga Bayern in die 3. Liga geschossen hatte. „Bleiben wir bei den Fakten. Fakt ist, Sascha Mölders ist ein verdienstvoller Spieler von 1860. Sascha Mölders hat eine herausragende letzte Saison gespielt“, sagte der Österreicher bei MagentaTV.

Fakt sei aber auch, sagte Gorenzel, „dass jeder Trainer in ganz Europa und natürlich auch Michael Köllner entscheidet, welchen Spieler er in den Kader nimmt, und wen nicht. Aus dieser Situation heraus wurden Dinge unterschiedlich interpretiert und das hat zu der Situation geführt, dass Sascha das alles sehr emotional aufgefasst hat“.

Im Video: TSV 1860 München verbannt Kapitän Sascha Mölders aus der Mannschaft

Mölders habe aufgrund der vergangenen „herausragenden Saison eine herausragende Position in der Hierarchie der Mannschaft eingenommen“, erklärte Gorenzel: „Fakt ist, dass heuer (dieses Jahr, d. Red.) und in den letzten Wochen die Leistungen nicht mehr so gegeben waren. Aufgrund dessen hat sich seine Rolle verschoben. Über seine Dominanz und diese Rolle hat man mehrmals in verschiedenen Gesprächen ab Sommer und in den letzten Wochen mit ihm gesprochen.“

Mit anderen Worten: Die Löwen wollten offenbar, dass sich der einstige Bundesliga-Profi nach Leistungsschwankungen zuletzt unterordnet. Das wollte aber offenbar der routinierte Angreifer nicht machen.

Sascha Mölders: Vertragsauslösung beim TSV 1860 München?

„Eines muss man betonen, dass wir mit dieser Hierarchie in der letzten Spielzeit im Verhältnis von eingesetzten Mitteln zu erzielten Punkten die beste Relation erzielt haben. Das heißt, dass die Hierarchie nicht so schlecht gewesen sein kann“, erklärte der 1860-Sportchef weiter: „Was heuer aus der Balance gekommen ist, ist Leistung, Rolle, Eigenwahrnehmung und unsere Wahrnehmung. Auch über diese Rolle wurde mit unseren Gesellschaftern und unserem Merchandising-Eigentümer gesprochen.“ Offenbar waren sich Klub und Spieler am Ende nicht mehr einig, wie dessen Rolle beim TSV 1860 lautet. Jetzt ist wohl nur noch die Frage, ob Mölders seinen Vertrag im Sommer auslaufen lässt. Oder beide Seiten sich auf eine Auflösung des Kontrakts verständigen können. (pm) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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