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Stevic-Interview: „Rufe Klasnic noch mal an“

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Löwen-Sportchef Stevic.
Löwen-Sportchef Stevic. © dpa

München – Sportchef Stevic über die neuen Löwen und Wunschträume: Johnson soll bleiben, ein Stürmer von Format kommen.

Gabor Kiraly im Tor, der frühere St. Paulianer Alexander Ludwig hinter den Spitzen – zwei Profis für seine „Erfolgsachse“ hat Miroslav Stevic bereits gefunden, weitere sollen in Kürze folgen. Mit Innenverteidiger Mladen Krstajic (von Schalke zu Partizan Belgrad) hat zwar ein Wunschkandidat abgesagt, dennoch ist der Sportdirektor des TSV 1860 zuversichtlich, dass nächste Saison (erfolgs-) hungrigere Löwen auf dem Platz stehen. Im Interview spricht Stevic über Hoffnungen und Probleme beim Bau der neuen Mannschaft.

Herr Stevic, sind Sie ein Überredungskünstler? Alexander Ludwig hatte auch Angebote aus der Bundesliga, trotzdem kommt er zu 1860. Wie schafft man das?

Wir haben ihn mit unserem Konzept überzeugt, dass 1860 der richtige Verein für ihn ist.

Wie sieht dieses Konzept aus?

Wir haben gesagt, dass wir der Mannschaft ein anderes Gesicht verpassen wollen. Wir wollen uns mit kleinen, aber sicheren Schritten verbessern.

Die aktuelle Transferbörse des TSV 1860

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Wie sehr erschwert die turbulente zurückliegende Saison Ihre Aufgabe?

Dass wir uns erst am 33. Spieltag gerettet haben, war sicherlich nicht förderlich. Ebenso die Begleitumstände. Jeder, der 1860 hört, denkt momentan: Unruhe, komisches Umfeld. Das wollen wir verändern. Wir wollen den Verein dorthin bringen, wo er schon mal war – mit einem stabilen, ruhigen Umfeld. Die schöne Stadt, das Stadion und die Tradition schießen keine Tore. Wir brauchen auch eine gute Mannschaft.

Viele haben sich gewundert, dass Ihr erster Transfer ein Torwart war. Was spricht gegen Michael Hofmann und Philipp Tschauner, was für Kiraly?

Ich kann mich erinnern, dass ich damals gefragt wurde, warum ich Antonio Rukavina hole, einen Rechtsverteidiger. Drei Wochen später wurde geschrieben, dass er der beste Einkauf seit zehn Jahren ist – ohne Leihgebühr und Beraterprovision. In der neuen Saison werden die Leute sehen, warum wir Kiraly geholt haben. Wir wollen auf dieser Position eine Persönlichkeit haben – einen, der viel erlebt hat und das den jungen Spielern vermitteln kann.

Welche Positionen auf Ihrer Achse besetzen Sie als Nächstes: die Abwehr, das defensive Mittelfeld, den Sturm?

Eins nach dem anderen. Wir lassen uns Zeit, damit alles nicht nur sportlich hundertprozentig passt, sondern auch menschlich. Wir dürfen uns keine hohe Fehlerquote erlauben. Deswegen überlegen wir lieber ein bisschen länger. Mit Rukavina, das kann ich sagen, sind wir auf einem guten Weg. Er fühlt sich wohl bei uns und will bleiben.

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Ist Goran Sukalo noch ein Thema?

An ihm sind einige Vereine dran. Wir haben gezeigt, dass wir für Überraschungen gut sind. Es kann auch sein, dass einer kommt, mit dem keiner rechnet.

Mit dem AEK Athen gibt es ein Tauziehen um Grigorios Makos von Panionios Athen. Wie ist da der Stand der Dinge?

Er ist ein sehr guter Spieler. Das Thema ist offen. Wir holen gerne gute Spieler zu uns, aber nicht um jeden Preis. Wir sind 1860 München und müssen zehnmal überlegen, bevor wir Geld ausgeben.

Wie schaut generell die finanzielle Lage aus?

Wir wünschen uns natürlich Investoren, aber ich bin so erzogen worden, dass ich aus jeder Situation das Beste machen muss. Ich war als Spieler ein Kämpfer, und das werde ich auch jetzt sein. Wie Herr Stoffers (der Geschäftsführer/Red.) schon sagte: Wir suchen kreative Lösungen.

Durch den Verkauf Fabian Johnsons könnte Geld in die Kasse kommen. Wolfsburg hat öffentlich Interesse bekundet.

Ich habe einen sehr guten Draht zu Johnny und werde alles dafür tun, ihn zu halten. Ich werde mit allen Mitteln dafür kämpfen, seinen Vertrag zu verlängern.

Ivan Klasnic will zurück nach Deutschland. Könnte er ein Thema werden?

Ich habe ihn im Winter schon kontaktiert. Über seine Qualitäten brauchen wir nicht zu reden, aber wir müssen realistisch bleiben. Da geht es um Summen, die utopisch sind für 1860. Ein Klasnic entspricht dem gesamten Budget unseres Vereins. Aber: Ich werde ihn noch mal anrufen. Er ist ein gigantischer Spieler.

Marco Pantelic, der gehandelt wurde, ist dann wohl auch kein Thema.

Ich bin ein echter Kämpfer, aber kein Walt Disney. Ich habe einen anderen Stürmer an der Hand, der hat die gleichen Qualitäten, ist aber nicht so teuer wie Pantelic.

Was ist mit Ihrer Nummer 10, Sascha Rösler. Ist er durch die Verpflichtung von Alexander Ludwig überflüssig geworden?

Sascha kann noch sehr wertvoll für uns werden. Wir haben vor dem Urlaub noch mal mit ihm gesprochen. Wenn er in Topverfassung ist, werden wir noch viel Freude an ihm haben. Er hat das Potenzial zum Führungsspieler.

Letzte Frage: Bleibt es beim Ziel, nächste Saison den Aufstieg anzupeilen?

Darüber kann ich mich erst äußern, wenn der Kader komplett ist. Es werden uns auch noch einige Spieler verlassen (wie Danny Schwarz, der definitiv kein neues Angebot erhält/Red.) Solange ich da bin, werde ich mein Bestes geben, damit es dem Verein gut geht.

Das Interview führte Uli Kellner.

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