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Tim Rieder gab nach mehrwöchiger Verletzungspause gegen den SV Meppen sein Comeback.

Der 1860-Defensivstratege im Interview

Wie planen die Löwen mit Rieder? „Es hängt vor allem vom FC Augsburg ab“

Nach mehrwöchiger Verletzungspause gab Tim Rieder gegen Meppen sein Comeback und hatte sofort Einfluss auf das Spiel der Löwen. Im tz-Interview äußert sich die FCA-Leihgabe über seine Zukunft bei 1860.

  • Tim Rieder gab nach mehrwöchiger Verletzungspause gegen den SV Meppen sein Comeback. 
  • Sofort verlieh er den Löwen Stabilität in der Defensive. 
  • Im Interview äußert sich der Defensivstratege über seine Zukunft bei 1860. 

München - Es war, als wäre er nie weg gewesen. Nach dem 0:1-Rückstand in Meppen und schwachen 45 Minuten war es die Einwechslung von Tim Rieder (26), die die Löwen zurück in die Spur brachte. Wir trafen den Leihspieler des FC Augsburg.

Tim Rieder, wie schafft man es, sich eine zehnwöchige Verletzung kein bisschen anmerken zu lassen?

Rieder: Für mich ist immer wichtig, dass ich gleich am Anfang viele Bälle habe. Das gibt mir Sicherheit – und als dann auch noch schnell das 1:1 fiel, lief es praktisch wie von selbst.

Offiziell war von einer Knieverletzung die Rede. Was war’s genau?

Rieder: Es war ein kleiner Riss in der Kniescheibe. Ich denke, dass ich saublöd auf das Knie meines Gegenspielers gefallen bin – oder auf seinen Schienbeinschoner. Zum Glück musste das Knie nicht operiert werden.

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Löwen seit elf Spielen ungeschlagen: „Trotzdem wär’s nicht schlecht, jetzt wieder mal zu gewinnen…“

Als Sie sich gegen Großaspach verletzten, kam sofort ein Bruch ins Spiel, 1860 konnte die Führung nicht halten. Ein Muster, das sich in Ingolstadt, Zwickau und daheim gegen Mannheim wiederholte. Was fehlt 1860 noch zur Spitzenmannschaft?

Rieder: Ich denke, es geht um so kleine Situationen wie in Meppen, wo ich ein Foul mache und die Gelbe Karte ziehe. Manchmal musst du halt dazwischenfahren, um andere Situationen zu verhindern. Ähnlich wie im Spiel gegen Mannheim, wo man den Konter vor dem 1:1 früher unterbinden muss.

Trotzdem ist 60 seit elf Spielen ungeschlagen. Wie wichtig ist diese Serie?

Rieder: Die Serie ist uns sehr, sehr wichtig, sie hat aber auch Einfluss auf die Gegner, die sich sagen: Oh, die haben seit elf Spielen nicht mehr verloren. Trotzdem wär’s nicht schlecht, jetzt wieder mal zu gewinnen…

Was ist noch drin für 1860?

Rieder: Wir haben zwei Heimspiele und müssen unsere Hausaufgaben erledigen. Jena danach wird nicht leicht, aber wenn wir diese Spiele positiv gestalten, dann sieht es gut aus. Nach oben – aber auch nach unten.

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Zukunft bei 1860? „Es hängt vor allem vom FC Augsburg ab“

Hängt Ihre Zukunftsplanung auch vom Abschneiden in dieser Saison ab?

Rieder: Es hängt vor allem vom FC Augsburg ab, der ja bis 2021 mein Arbeitgeber ist. Die Fragen sind: Wird eine Ablöse fällig? Und wie planen sie überhaupt? Jeder Trainer hat andere Vorstellungen, wobei ich dieses Jahr nicht davon ausgehe, dass es beim FCA einen Wechsel gibt.

Wie wichtig wäre es für Sie, dass auch andere Alphalöwen wie Sascha Mölders verlängern?

Rieder: Es wäre sehr wichtig die Leistungsträger der Mannschaft im Verein zu halten, damit wir auch nächstes Jahr angreifen können.

Was sagt Ihr Gefühl?

Rieder: Na ja, dadurch dass das mit Pipinsried nichts geworden ist, kann ich mir schon vorstellen, dass Sascha noch eine Saison bei uns dranhängt.

Sie selber kommen aus einem roten Haus. Konnten Sie das eine oder andere Familienmitglied „bekehren“?

Rieder: Auf alle Fälle. Meine Oma hat längst ein blaues Herz, sie läuft nur noch mit blauen Pullis rum. Und mein Vater ist immer Fan von dem Verein, für den ich gerade spiele.

Sie werden im September 27, die Löwen werden 160. Wo sehen Sie sich in fünf Jahren, wo den TSV?

Rieder: Ich hoffe, dass wir 1860 in fünf Jahren wieder im Oberhaus des deutschen Fußballs sehen – und ich wäre auch dann noch gerne ein Teil davon.

Interview: Uli Kellner

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