Wer setzt sich im Pokalduell durch? Die Löwen mit Marius Willsch (l.) nehmen das Spiel gegen Türkgücü um Abwehrchef Alex Sorge ernst. 
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Wer setzt sich im Pokalduell durch? Die Löwen mit Marius Willsch (l.) nehmen das Spiel gegen Türkgücü um Abwehrchef Alex Sorge ernst.  

Derby um den Einzug in die nächste Totopokal-Runde

Für TSV 1860 steht gegen Türkgücü  „das Weiterkommen über allem“

  • Ludwig Krammer
    vonLudwig Krammer
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Der TSV 1860 München trifft am Dienstag auf Türkgücü München. Im Derby geht es um den Einzug ins Totopokal-Viertelfinale und einen DFB-Pokal-Startplatz.

München – „Wenn man die erste Runde gewinnt, dann will man die zweite auch gewinnen, sonst hätte man die erste nicht gewinnen müssen.“ Ein Satz von zeitloser, beinahe valentinesker Prägnanz, formuliert von Michael Köllner anlässlich des Totopokal-Derbys gegen den Stadtrivalen Türkgücü.

Was für den TSV 1860 am Samstag gegen die zweifellos gut besetzte B-Elf des FC Ingolstadt klappte, soll auch am Dienstagabend (20.30 Uhr, live bei Sport1) gegen den Stadtrivalen gelingen. „Wir brauchen einen super Tag“, sagt Köllner. „Türkgücü hat sich seit unserem Ligaspiel (2:2/Red) verändert, sie haben seit dem Winter eine andere Spielweise, wollen defensiv sicherer stehen. Für uns wird es deshalb darum gehen, uns Chancen zu erarbeiten. Und dazu müssen wir schauen, dass wir ihre individuelle Qualität in der Offensive auf Null stellen.“

Türkgücü München hat durch die Lage in der 3. Liga mehr Druck

Den größeren Erfolgszwang verortet Köllner bei Türkgücü: „Für sie ist der Sieg im Totopokal die einzige Chance, sich für den DFB-Pokal zu qualifizieren, von daher ist der Druck schon ein anderer.“ Hintergrund: Aus der 3. Liga qualifizieren sich die Plätze eins bis vier, Türkgücü hat als Tabellenneunter bereits acht Punkte Rückstand auf Platz vier, den aktuell die Löwen belegen.

Allerdings auch nur mit drei Zählern Vorsprung. Was es für Köllner heikel macht, in größerem Umfang zu rotieren. Mit Blick auf die Liga-Partie am Samstag beim KFC Uerdingen gab der Löwen-Coach den gestrigen Montag trainingsfrei, um auf „maximale Regenerationszeit“ zu kommen. Die Schonung von Stammkräften wie Sascha Mölders sei jedoch eher nicht zu erwarten. „Am Ende steht über allem das Weiterkommen.“ Maximal drei weitere Spiele gegen Amateurclubs stünden nach einem Sieg noch aus, sofern es die Corona-Lage zulässt.

Rund 150 000 Euro Antrittsprämie im DFB-Pokal sind weder für Türkgücü noch für die Löwen zu verachten. Was Köllner sonst noch umtreibt?

Köllner besorgt über Zusammenhalt im Verein

1. Die ARGE-Problematik: Nach dem Rücktritt von Vorstand Gerhard Schnell im Zuge der E-Mail-Affäre macht sich der Trainer Gedanken um den Zusammenhalt im Verein. „Natürlich beschäftigt mich das“, sagte Köllner auf Nachfrage. Die angekündigte Aufarbeitung sei eine „gute Prüfung für den Verein, an der man wachsen“ könne.

2. Uli Hoeneß: Die warmen Worte von Mister FCB in Richtung der 1860-Fans beim SZ-Podcast „Inside 1860“ hat Köllner vernommen. „Es verwundert mich nicht besonders, was Hoeneß gesagt hat, damit trifft er genau ins blaue Herz. Auf unsere Fans können wir uns verlassen.“

Bleibt noch 3. Der Frustbart, den sich Köllner nach der 0:1-Pleite in Duisburg hat stehen lassen. Seither haben die Löwen nicht mehr verloren. Schlusswort des Trainers gestern: „Wenn was erfolgreich ist, dann mach ich’s. Aber ich stachle zu sehr, sagt meine Frau. Irgendwann werd’ ich ihr den Wunsch erfüllen und den Bart abschneiden. Wahrscheinlich brauch ich eine Heckenschere.“

(Ludwig Krammer)

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