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Das brauchen die Löwen, damit Ruhe einkehrt

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München - Lothar Matthäus wundert sich über einige Entscheidungen, die bei den Löwen getroffen werden. In seiner Kolumne gibt er dem TSV 1860 ein paar Tipps.

Ich habe in München zwar nur für die Roten und nicht für die Blauen gespielt, aber ich kannte zu meiner aktiven Zeit viele Leute beim TSV 1860. Das ist jetzt zwar schon eine Weile her, doch was sich die Jahre über an der Grünwalder Straße ereignet hat, ist schlimm. Es ist traurig, was aus diesem Verein geworden ist. Sechzig gehört mit seiner Tradition und den Möglichkeiten, die es in München auch neben dem FC Bayern noch gibt, in die Bundesliga. Doch damit dieses Szenario Realität wird, muss sich bei den Löwen im neuen Jahr einiges ändern.

Eine große Rolle spielt dabei das Geld und der Einfluss von Investor Hasan Ismaik. Dass er Millionen in den Verein pumpt, muss ja nichts Schlechtes bedeuten. Das Geld kann bei der Rückkehr in die Erste Liga helfen – aber nur, wenn Ismaik nicht ständig Einfluss auf die sportlichen Entscheidungen nehmen würde. In letzter Zeit dreht sich ja alles nur noch um ihn, da stelle ich mir die Frage: Wie ist so was trotz der 50+1-Regel möglich? Wenn ich lese, dass Ismaik Leute entlässt und neu einstellt, frage ich mich, wie die DFL dazu steht und warum sie nichts unternimmt. Doch vor allem schaden die Unruhe und Ismaiks Entscheidungen dem Verein, denn dadurch entsteht das ganze Chaos ja erst. Es reden zu viele Leute mit, die sich im Fußball nur wenig auskennen. 

Dem TSV muss es endlich gelingen, Ruhe einkehren zu lassen. Der Klub braucht einen sportlich Verantwortlichen, der sich im Fußball auskennt und bestimmt, wo es im sportlichen Bereich langgeht. Es kann nicht sein, dass ein Investor je nach Laune am Morgen entscheidet, wen er feuert. Solche Entscheidungen muss der Verein treffen – wenn er es denn dürfte. Würde Ismaik sich darauf beschränken das Geld bereitzustellen, und die Verantwortlichen mit Fußballverstand in Ruhe arbeiten lässt, dann bin ich der Überzeugung – so komisch das jetzt auch klingen mag –, dass Sechzig in naher Zukunft ein Aufstiegskandidat ist. Und dann kommen die Löwen nach außen hoffentlich auch wieder glaubhafter rüber, als es momentan der Fall ist. Ein Tipp: Sie müssen nur ein paar Hundert Meter weiter schauen, wie man es richtig macht.

Von Lothar Matthäus

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