+
Deal ohne Investor kurz vor Abschluss: Sechzig-Sportchef Günther Gorenzel hatte einige Neuigkeiten zu verkünden.

Vereinsführung nutzt 50+1-Regel

Sponsoring-Deal für frisches Geld vor Abschluss - das wird Ismaik gar nicht schmecken

  • schließen

Die Löwen dürfen sich offenbar über neues Geld freuen, um die Mannschaft verstärken zu können. Der Deal mit dem Hauptsponsor dürfte die Investorenseite gar nicht freuen.

München - Dieses Geldpaket könnte große Sprengkraft haben. Günther Gorenzel, Sportchef des TSV 1860, hat die Presse am Dienstag auf einen Deal vorbereitet, der der Investorenseite so gar nicht schmecken dürfte. Der Österreicher sagte „Vereinsstatuten“, wenn er 50+1 meinte - und trotzdem war jedem klar, was in den nächsten Tagen folgen wird: Die Vereinsführung um Präsident Robert Reisinger scheint fest entschlossen zu sein, den Machthebel namens 50+1 zu ziehen, um gegen den Willen von Hasan Ismaik den mit Hauptsponsor Die Bayerische ausgehandelten Sponsorenvertrag zu besiegeln.

Dieser sieht vor, dass der Versicherer aus Neuperlach die Namensrechte am Nachwuchsleistungszentrum erwirbt (für zwei Jahre und sofort fällige 500.000 Euro) und zusätzlich sein bestehendes Sponsoring ausdehnt (von ungefähr 800.000 Euro auf 1,1 Millionen). Der Mehrheitsgesellschafter hat bis zuletzt versucht, diesen Deal zu verhindern, der den Minderheitsgesellschafter (e.V.) etwas unabhängiger machen würde - für Ismaik dagegen einem Machtverlust gleichkäme.

Gorenzel spricht von „Kurskorrektur“

Gorenzel, der Sportchef weiß nun jedenfalls, das Geld fließen wird. Allerdings betont er: Nicht in einem Ausmaß, dass plötzlich größere Sprünge auf dem Transfermarkt drin wären. „Mir wäre es viel, viel lieber gewesen, wir hätten im März/April Handlungsspielraum gehabt, um gewisse Dinge einzufädeln“, sagte er: „Jetzt ist es eine Kurskorrektur. Aber besser jetzt eine Kurskorrektur als erst im August.“

Drin sei jetzt zum Beispiel die Verpflichtung eines gestandenen Innenverteidigers. Gorenzel spricht von einer „absoluten Nummer eins auf dieser Position“, von einem Profi, der schon in der 2. und 3. Liga gespielt habe. Dieser Spieler, der vom Profil her der vereinslose Ex-Ingolstädter Marvin Matip (33) sein könnte, ist für die nächsten zwei Jahre als Führungsspieler eingeplant. Im Sturmsegment dagegen hängen die Trauben für 1860 weiterhin hoch. Mehr als ein Leihspieler sei nicht finanzierbar, betonte Gorenzel.

Paul wird umgeschult - zwei Abgänge sollen verhindert werden

Im Abwehrbereich wird weiter kreativ gehandelt. Um sich für Engpässe zu wappnen, wird Herbert Paul aktuell zum Innenverteidiger umgeschult. Auch die Beförderung von U 21-Mann Marco Raimondo-Metzger (27) zum Profi soll in dieser Woche über die Bühne gehen. Als Backup könnte künftig Niklas Lang (17) fungieren. Dessen Verkauf an den VfB Stuttgart wurde gestoppt - ebenso wie der von Leon Klassen (19), an dem drei russische Erstligisten interessiert waren. Sicherheitshalber appelliert Gorenzel an die Geduld der Fans: „Wir werden eine junge Mannschaft haben, die Zeit benötigt.“

Und auch Coach Daniel Bierofka stehe bei einer Niederlagenserie „nicht zur Diskussion“. Gorenzel: „Ich bin erleichtert, dass er weitermacht.“

Trainer Daniel Bierofka hat eine klare Ansage zu seiner Zukunft gemacht. Derweil testen die Löwen zwei Spieler. Zwischen Investor Hasan Ismaik und dem Präsidium flogen zuletzt verbal die Fetzen.

Uli Kellner

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

TSG Hoffenheim schaltet Bierofkas Papa aus
Sie sind ein unzertrennliches Gespann: Daniel Bierofka, 40, und sein Papa Willi, 66.
TSG Hoffenheim schaltet Bierofkas Papa aus
Löwen im Olympiastadion? Eher Plan C als Plan B
Zieht der TSV 1860 München ins Olympiastadion? Der Stadtrat diskutiert Alternativpläne zum Grünwalderstadion. Doch die Löwen-Zukunft liegt in Giesing. 
Löwen im Olympiastadion? Eher Plan C als Plan B
1860-Präsident Reisinger visiert in die Bundesliga an – mit dieser Mannschaft
Der TSV 1860 München leistet eine gute Jugendarbeit, das weiß auch Löwen-Präsident Robert Reisinger. Ein bestimmter Jahrgang lässt ihn von der Bundesliga träumen.
1860-Präsident Reisinger visiert in die Bundesliga an – mit dieser Mannschaft
Löwenfan im Gewissenskonflikt: Wacker München verliert gegen TSV 1860
Im Halbfinale steckte Stefan Frauendorfer in einem echten Dilemma. Mit seiner Mannschaft hatte der Trainer des ruhmreichen FC Wacker, dessen goldene Jahre aber bald ein …
Löwenfan im Gewissenskonflikt: Wacker München verliert gegen TSV 1860

Kommentare