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Ex-1860-Kapitän Weber steigt mit Bayreuth auf: „Werden zwei richtig coole Spiele gegen die Löwen“

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Von: Oliver Rabuser

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Felix Weber ist Stammspieler in Bayreuth.
Felix Weber ist Stammspieler in Bayreuth. © Sven Leifer

Er kann wieder feiern: Felix Weber. Nach seinem Abschied vom TSV 1860 München und einem gebrauchten Jahr bei Rot Weiß Essen schien die Laufbahn des 27-Jährigen festgefahren.

Bayreuth – Jetzt aber ist der Ohlstädter ins Rampenlicht des Profifußballs zurückgekehrt. Als einer der Stammkräfte schaffte er mit der SpVgg Bayreuth den Aufstieg in die 3. Liga.

Daher schnappte sich das Tagblatt Weber für ein ausführliches Interview.

Herr Weber, Freibier im Rathaus wird Fußballern eher selten zuteil. Was war der Anlass?

Der Bayreuther Bürgermeister bat nach unserem Aufstieg zum Empfang. Wir bekamen alle eine Medaille überreicht. Tolle Sache!

Wie schmeckte der Aufstieg vor dem Fernseher, nachdem ihr ärgster Konkurrent seine ohnehin nurnoch theoretische Chance auf den Titel verspielte?

Es war schon etwas komisch. Wir saßen zu acht im Mannschaftskreis zusammen und wussten nicht so recht, was wir machen sollen. Schließlich hatten wir am Samstag ein Spiel. Nichtsdestotrotz haben wir uns natürlich sehr gefreut.

Was steht nun nach der Saison auf dem Programmplan?

Ich fliege mit einigen Kollegen für ein paar Tage nach Mallorca. Danach ist erst mal weiter Urlaub angesagt.

Zu welchem Zeitpunkt wurde Ihnen und Ihren Mannschaftskollegen klar, welch große Chance sich heuer mit Bayreuth auftut?

Dass wir eine gute Mannschaft haben, wussten wir von Beginn an. Aber aufsteigen wollen naturgemäß viele Teams.

Wie reagierte das Team nach der überraschenden 0:4-Heimniederlage gegen Schlusslicht 1860 Rosenheim zu Beginn des Saisonendspurts?

Das war ein Spiel, in dem jeder mit dem falschen Fuß aufgestanden war. Das passiert im Fußball, man kann nicht jedes Spiel gewinnen. Wir sagten uns einfach: ’Das waren nicht wir’ – und machten weiter. Uns blieben ja noch fünf Punkte Vorsprung, deswegen wurde keiner nervös. Nach dem Sieg gegen Illertissen in doppelter Unterzahl war uns allen klar: Jetzt packen wir es.

Haben sich das Bier schmecken lassen: Felix Weber (Nummer 24) und die Bayreuther Spieler feierten den Aufstieg in die 3. Liga ausgiebig.
Haben sich das Bier schmecken lassen: Felix Weber (Nummer 24) und die Bayreuther Spieler feierten den Aufstieg in die 3. Liga ausgiebig. © IMAGO/Fotograf Peter Kolb

Sie sind Stammspieler in Bayreuth, mussten aber auch einige Matches zwangsweise aussetzen. Wie bewerten Sie selbst ihre erste Spielzeit nach 27 Einsätzen für die Altstädter?

Ich bin als Neuer relativ schnell reingekommen. Ohne die Verletzungen hätte ich sicher noch einige Spiele mehr gemacht. Aber prinzipiell bin ich mit meiner ersten Saison sehr zufrieden.

1860, Essen, Bayreuth. Sie scheinen ein Faible für Klubs mit großer Tradition zu haben. Oder war diese Kombination schlicht Zufall?

Tradition ist schon etwas, das vorhanden sein sollte. Ich könnte mir beispielsweise nicht vorstellen für ein Projekt wie Türkgücü München zu spielen.

Wenn Sie den Quervergleich ziehen: Was unterscheidet Bayreuth von 1860?

Es gibt natürlich auch hier Presse. Aber du wirst nicht ständig von drei Zeitungen belagert und hinterher subjektiv benotet. Es gibt hier einige Leute drum herum, die vieles für den Verein machen. Man kann sich sehr gut auf Fußball konzentrieren.

Nachdem Sie bei den Löwen gehen mussten und Ihre Zeit in Essen auch keinen vielversprechenden Verlauf nahm, befürchtete man schon, Ihre Profikarriere sei zu Ende.

In Bayreuth wird auch professionell gearbeitet, wir trainieren täglich. Ich bin jetzt wieder in der 3. Liga und habe noch ein Jahr Vertrag in Bayreuth, den ich erfüllen werde. Wir schauen nächstes Jahr, wie die kommende Saison verlaufen ist. Ich bin dann mit 28 immer noch im besten Fußballer-Alter. Man weiß in diesem Sport nie, was passieren wird.

Ziemlich sicher steht fest, dass Sie in der anstehenden Runde erstmals überhaupt gegen ihren Jugend- und Herzensklub, den TSV 1860 München, antreten werden. Vorfreude oder Bammel?

Im Grünwalder Stadion auf der anderen Seite einzulaufen, wird sicher komisch sein. Aber das werden bestimmt zwei richtig coole Spiele gegen die Löwen. Ich freu mich drauf.

Ihre ungebrochene Zuneigung ist kein Geheminis. Halten Sie noch Kontakt zu den Löwen?

Erstmal schaue ich mir jedes Spiel an, soweit Zeit ist, oder ich nicht selber spielen muss. Die Kontakte sind natürlich da – zu einigen Spielern, den Physios, vor allem aber zu den Fans.

Das Interview führte Oliver Rabuser.

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