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Löwen fünf Spiele ohne Sieg: „Wir haben keine Krise“

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Trainer Daniel Bierofka bei der Partie gegen SV Meppen.
Trainer Daniel Bierofka bei der Partie gegen SV Meppen. © MIS / Cathrin Müller /M.i.S.

Bereits das fünfte Spiel in Folge ohne Sieg mussten die Münchner Löwen bei ihrer Sonntags-Partie in Meppen hinnehmen. Quirin Moll betont jedoch: „Wir haben keine Krise“.

Meppen - Das war gar nix! In Meppen verloren die Löwen vor 9200 Zuschauern in der Hänsch-Arena 0:1 (0:1) - und das völlig zu Recht. Hassan Amin erzielte kurz vor der Pause den Siegtreffer für die Gastgeber (42.). „Uns hatte die letzte Gier gefehlt, die letzten fünf Prozent“, sagte Herbert Paul. „Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen!“ Auch Daniel Bierofka war mit der Leistung nicht zufrieden. „Das Wollen spreche ich den Spielern nicht ab“, sagte der Trainer. „Uns fehlte die letzte Konsequenz, das unbedingte Wollen.“ 

An dem geschichtsträchtigen Ort in Niedersachsen, an dem die Löwen 1994 mit einem 1:0 den Aufstieg in die Bundesliga schafften, sollte eigentlich der Schritt aus der Ergebniskrise gemacht werden. Vier Partien in Folge waren die Löwen ohne Sieg - in Meppen kam Spiel Nummer fünf dazu. „Wir haben keine Krise“, betonte Quirin Moll. „Wir können ja eigentlich jedes Spiel gewinnen.“ Eigentlich… Bierofka hatte im Vergleich zum 1:1 gegen Würzburg seine Elf auf drei Positionen verändert. Kurzfristig musste er auf den angeschlagenen Standardkönig Phillipp Steinhart verzichten. In das Team rutschten dafür Nico Karger, Benjamin Kindsvater und zum ersten Mal seit dem ersten Spieltag Jan Mauersberger. 

Fünf Spiele ohne Sieg: Münchner Löwen erleiden herben Rückschlag mit Mauersberger-Verletzung

Doch nach der ersten Aktion musste -Bierofka direkt wieder umstellen. Bitter: Ausgerechnet Mauersberger war nach sechs (!) Sekunden im Kopfballduell mit Luka Tankulic zusammengerauscht. Vize-Präsident Hans Sitzberger brachte den Verteidiger mit Verdacht auf Jochbeinbruch ins Krankenhaus. Für ihn kam Christian Köppel rein. „Das ist scheiße, dass es so anfängt“, sagte Moll. „Das darf aber keine Ausrede sein.“ In der ersten Viertelstunde hatten die Gäste mehr Ballbesitz - ohne sich jedoch Chancen herauszuspielen. 

Die erste große Möglichkeit hatte Meppen. Nico Granatowski traf nach einem Freistoß zum blauen Glück nur den Außenpfosten (15.). Im direkten Gegenzug wurde Adriano Grimaldi im Strafraum gehalten, doch Schiedsrichterin Katrin -Rafalski verwehrte ihm den Elfmeter. Knifflig! In der Folge verlor 1860 immer mehr den Zugriff auf das Spiel. -Bierofka: „Meppen war aggressiver und hat uns den Schneid abgekauft!“ So kamen die Hausherren zu einigen guten Chancen. Fast aus dem Nichts hatte aber Sascha Mölders nach dem besten Angriff die Führung auf dem Fuß, doch Jovan Vidovic rettete auf der Linie (25.). Es entwickelte sich ein wilder Kick mit vielen Fouls und Fehlpässen, schöne Spielzüge waren auf beiden Seiten nicht zu sehen. Paul: „Es war ein Kampfspiel.“ 

Auch die Löwen-Standards wollten nicht zünden, egal, ob sie von Daniel Wein oder Moll geschlagen wurden. Die Führung der Meppener kurz vor der Halbzeit war demnach auch nicht unverdient. Die Niedersachsen konnten sich durch das Mittelfeld der Löwen kombinieren, ohne dass einer im grünen Trikot in den Zweikampf gekommen wäre. Am Ende musste Amin nur noch einschieben, nachdem ihm Köppel den Ball vor die Füße gestolpert hatte (42.). Das erste Gegentor in der ersten Halbzeit für 1860. Ohne Wechsel ging es in den zweiten Durchgang - außer, dass sich Bierofka seiner Regenjacke entledigt hatte. Seine Spieler legten aber die hohe Fehlerquote nicht ab. Die Pässe landeten weiterhin bei den blauen Meppenern.  Grimaldi und Mölders, die mehr mit Meckern als Spielen beschäftigt waren, hingen weiter völlig in der Luft. 

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Die Niedersachsen blieben das gefährlichere Team, hatten Chance um Chance - 1860 war mit dem 1:0 gut bedient. Wie aus heiterem Himmel zappelte der Ball im Kasten von Meppen, Mölders stand jedoch im Abseits (58.) Bierofka reagierte und brachte Romuald Lacazette für Moll (60.). Viel besser wurde es nicht. Mölders hatte in der 70. Minute nach einem Eckball noch die beste Chance. Tempo? Eine gute Idee? Fehlanzeige! Sinnbildlich für das Spiel: In der 85. Minute stand Mölder völlig blank vor Meppens Kasten - doch er köpfte deutlich daneben. Der Schlusspunkt eines bescheidenen Löwen-Auftritts. „Es ist der Wurm drinnen“, ärgerte sich Paul. „Jetzt brauchen wir Charakter.“ 

Lesen Sie auch: Sehr schwache Löwen verlieren verdient gegen Meppen (Ticker zum Nachlesen).

ffu

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