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Robert Reisinger (li.) und seine beiden Vizepräsidenten geben die Schuld für eine Strafe durch den DFB der Investoren-Seite um Hasan Ismaik (r.).

Nächste Runde im Gesellschafter-Streit

Schlammschlacht bei den Löwen: Reisinger und Co. schießen gegen Ismaik

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Nächste Runde im Streit der Gesellschafter beim TSV 1860. Robert Reisinger, Heinz Schmidt und Hans Sitzberger wehren sich gegen die Darstellungen von Saki Stiominaris. 

Für die Fans des TSV 1860 München läuft die Woche alles andere als rosig. Nach der bitteren Niederlage gegen die Würzburger Kickers wurde der sportliche Höhenflug abrupt beendet. Zu allem Überfluss deuten die Aussagen Günther Gorenzels nun auch noch ein Worst-Case-Szenario für die nächste Saison an. Im Rahmen des angekündigten Konsolidierungskurses soll der Etat für den Profibereich auf circa drei Millionen Euro gesenkt werden. Das hätte nicht nur fehlende Neuzugänge zur Folge, sondern voraussichtlich auch den Verlust von Fan-Lieblingen wie Marco Hiller, Efkan Bekiroglu und Daniel Wein zur Folge.

Präsidentschaftskandidat Saki Stimoniaris goß in einem Interview mit der AZ zusätzliches Öl ins Feuer. Dort wettert er gegen den amtierenden Oberlöwen Reisinger und wirft ihm vor, Hauptgesellschafter Hasan Ismaik Steine in den Weg zu legen. Dadurch wäre es beim TSV zum jetzigen Stillstand gekommen.

Am Mittwoch nahm das Präsidium erstmals zu den Ereignissen Stellung. In einer offiziellen Mitteilung werden vier spezifische Etat-Optionen erläutert und auf die angespannte Beziehung zu Investor Ismaik aus Sicht des e.V. dargelegt.

Stimoniaris und Reisinger haben verschiedene Pläne für 1860-Nachwuchs

Demzufolge hat sich der Verein explizit auf vier „Entwicklungsmodelle“ eingestellt. Im ersten Szenario würde sich die KGaA komplett eigenfinanzieren. Diese Variante wird bisher am häufigsten gehandelt und hätte die zuvor angesprochene Reduzierung des Profi-Etats auf ein Maximum von 3,5 Millionen Euro zur Folge. Das Gespann um Präsident Reisinger bevorzugt die zweite Variante: Die Nachwuchsabteilung bis zum angestrebten Aufstieg in die Zweite Liga unter die Verwaltung des e.V. zu stellen. Dem Schreiben zufolge würden sowohl die finanziellen Möglichkeiten der Profis, als auch das Ausbildungsniveau im Nachwuchsleistungszentrum auf dem bisherige Level bleiben.

Stimoniaris wünscht sich indes eine „Stiftung nach dem Vorbild des SC Freiburg“. Seiner Meinung nach müsste man zusammenarbeiten, damit die „Herzkammer Nachwuchsfußball wieder Sauerstoff bekommt“. Dies setzt jedoch große Investitionen voraus, um sich gegen die bayerische Konkurrenz in der Jugendförderung durchzusetzen. Dafür habe er „klare Vorstellungen und Leute, die das unterstützen würden.“

Die letzten beiden Szenarien setzen die finanzielle Unterstützung des jordanischen Investors voraus. Dabei würde Ismaik den Löwen entweder zwei Millionen Euro oder gar ein unbegrenztes Darlehen pünktlich zur Lizenzierungsphase zur Verfügung stellen. Laut Mitteilung würde dies aber „die Unwucht der Gesellschaft nur weiter vergrößern“. Der Verein lehnt diese Optionen ab.

Ismaik stellt dem TSV vorerst kein weiteres Geld zur Verfügung

Reisinger, Schmidt und Sitzberger betonen, dass sich die Vertreter Ismaiks „zu keinem der von der Geschäftsführung vorgestellten Modelle bekennen“ wollten. Da eine Eingliederung der Jugendabteilungen in den e.V. jedoch der Zustimmung des Mitgesellschafters bedürfen, plant der TSV „bis auf weiteres mit Szenario 1“. Weitere finanzielle Unterstützung lehnt der Investor derzeit entschlossen ab.

Verdeutlicht wird in der Mitteilung auch, dass es sich bei den Darlehen und Genusscheinen Ismaiks nicht um Geschenke handle. Der TSV 1860 München sei zur vollständigen Rückzahlung der Kredite samt Zinsen verpflichtet. „Daran ist nichts ehrenrührig. Aber es ist auch kein Mäzenatentum“, heißt es weiter.

Brisant ist vor allem der Wunsch der Geschäftsführer, die „Diversifikation der Kapitalgeber“ durch den Einstieg dritter Mitgesellschafter voranzutreiben. Dafür gebe es nach eigenen Angaben „seriöse Interessenten“. Heißt: Neben Ismaik möchte der Verein weitere Investoren an Land ziehen. Diesem Vorschlag hätten die Vertreter des Jordaniers allerdings eine „spontane Absage“ erteilt.

Hohe Geldstrafe für TSV 1860 KGaA

Ganz besonders trifft die Münchner eine vom DFB auferlegte Strafzahlung. Bis Ende 2018 hätte ein Teil der Darlehen des Investors in Genussscheine umgewandelt werden müssen. Das Nichterfolgen dessen kommt den Löwen nun teuer zu stehen: 5% der „sanktionswürdigen Eigenkapitalverschlechterung“ muss der TSV nun als Strafe zahlen. Nach Informationen der tz handelt es sich hierbei um 150.000 Euro, die die ohnehin schon klammen Münchner blechen müssen.

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