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TSV 1860: Seit mehr als einem halben Jahr warten die Löwen auf einen Auswärtssieg

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Von: Uli Kellner

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Haarige Bilanz: 213 Tage liegt der letzte Auswärtssieg der Löwen zurück – damals ließ sich Köllner einen Playoffbart wachsen.
Haarige Bilanz: 213 Tage liegt der letzte Auswärtssieg der Löwen zurück – damals ließ sich Köllner einen Playoffbart wachsen. © Imago

Die Auswärtsbilanz des TSV 1860 ist dürftig. Der letzte Dreier in der Fremde gelang in der Rückrunde der letzten Saison beim SV Waldhof Mannheim im April.

München – Bekanntlich hat ja alles im Leben zwei Seiten. 1860-Fans zum Beispiel haben die Wahl, wie sie ihre Mannschaft wahrnehmen wollen: als Topteam – oder als Punktelieferant. Für beide Sichtweisen gibt es Gründe, untermauert sogar durch handfeste Statistikdaten.

Demnach ist Tabellenplatz 12 nur die halbe Wahrheit. Schaut man sich die ersten 15 Saisonspiele der Löwen etwas genauer an, fällt auf, dass die Giesinger beides sind: eine Heimmacht in der 3. Liga (Platz fünf) – aber eben auch ein sehr lausiges Auswärtsteam (Platz 16), zumindest was den Ertrag angeht. Ausgerechnet der Verein mit den reiselustigsten Fans hat als einziger Drittligist noch kein Auswärtsspiel gewonnen.

TSV 1860 München: Letzter Auswärtssieg am 24. April beim SV Waldhof Mannheim

Die Löwen ein harmloses Rudel, das keine Beute macht, sobald es fernab des vertrauten Reviers auf Punktejagd geht? Ganz so schlimm ist es nicht, wenn man bedenkt, dass die Giesinger auch auswärts kaum verloren haben (nur zweimal – bei fünf Unentschieden). Andererseits: Der letzte Dreier ist sieben Monate her – 2:0 in Mannheim am 24. April.

Zwar haben die Löwen zwei ihrer überzeugendsten Auftritte auswärts hingelegt, doch weder in Braunschweig noch in Saarbrücken konnten Sascha Mölders und Co. 1:0-Führungen über die Zeit bringen. Am Ende standen unbefriedigende Punkteteilungen – wie auch bei Wehen Wiesbaden, in Halle und Lotte (gegen Verl).

TSV 1860 München braucht drei Punkte im Auswärtsspiel beim TSV Havelse

Woher dieses Schwächeln in der Fremde rührt, ist auch Coach Michael Köllner schleierhaft. Er hält es für eine Laune des Schicksals – schließlich waren seine Löwen bis zum Sommer gefürchtete Gäste. Die Auswärtsbilanz der Giesinger in der Spielzeit 2020/21: zehn Siege, fünf Unentschieden, vier Niederlagen – nur Aufsteiger Hansa Rostock war minimal besser.

Zu Hause dagegen läuft es. Alle vier Saisonsiege wurden auf Giesings Höhen errungen, nur das Spiel gegen Zwickau ging verloren (0:2). Kleiner Mutmacher in trüben Zeiten: Die bisherige Heimbilanz (15 Punkte) stellt sogar die Zwischenbilanz 2020/21 in den Schatten. Damals holte 1860 nur zwölf Punkte aus den ersten acht Spielen im Grünwalder Stadion.

Es ist ein klarer Auftrag, der sich aus der Heim/Auswärts-Diskrepanz ableitet: Das Spiel am Samstag beim TSV Havelse muss gewonnen werden, wenn Köllners Team wie angekündigt nach oben durchstarten will. Vorteil 1860: Der Gegner belegt in beiden Tabellen einen Abstiegsplatz. Außerdem: Für den Aufsteiger ist jedes Spiel ein Auswärtsspiel. Da die heimische TSV-Kampfbahn nur 3500 Plätzen bietet, weicht der Dorfclub nach Hannover aus, in die überdimensionierte HDI-Arena (49 200 Plätze). Neutrales Terrain sozusagen – ideal für die Löwen, um endlich ihren Auswärtsfluch zu beenden. (ULI KELLNER)

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