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Das steckt hinter Ismaiks Rückzug - und das sind die Folgen

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Von: Ludwig Krammer, Florian Fussek

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Früher jubelten Cassalette und Ismaik auf der Tribüne.
Früher jubelten Cassalette und Ismaik auf der Tribüne. © MIS

Hasan Ismaik ist aus KGaA-Aufsichtsrat und Geschäftsführungs-Beirat zurückgetreten, dafür kam Ex-Löwe Peter Cassalette zurück. Was dahinter steckt, beantworten wir Ihnen hier.

München - Eins muss man Hasan Ismaik lassen – für Überraschungen ist der Investor der Löwen immer gut. Am späten Dienstagabend verkündete der Jordanier seinen Rücktritt aus dem KGaA-Aufsichtsrat und dem Geschäftsführungs-Beirat. Was steckt dahinter? Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wer sitzt jetzt in welchem Gremium?

Hasan Ismaiks Rolle als Vorsitzender des Aufsichtsrates übernimmt ab sofort sein Bruder Yahya. Diese Position ist relativ wichtig, da der Vorsitzende zwei Stimmen hat. Außerdem berief Hasan Ismaik Ex-Löwen-Präsident Peter Cassalette und den MAN-Betriebsratsvorsitzenden Saki Stimoniaris in das Gremium. Dafür schied der andere Bruder von Hasan, Abdelrahman Ismaik aus. Auch auf der e.V.-Seite gab es eine personelle Veränderung. Präsident Robert Reisinger ersetzt Verwaltungsrat Dr. Markus Drees. Im Geschäftsführungs-Beirat ersetzten Cassalette und Stimoniaris Hasan und Yahya Ismaik.

Einen ausführlichen Überblick, welche Auswirkungen Ismaiks Rückzug auf den TSV 1860 hat, gibt‘s hier.

Was sind die Hintergründe?

Hasan Ismaik hat wohl eingesehen, dass die (Nicht)Kommunikation bei 1860 ein Mitgrund für die chronischen Spannungen ist. Es sei „aufgrund der Entfernung und meiner andauernden beruflichen Belastung besser, diese wichtigen Ämter beim TSV 1860 mit Personen zu besetzen, die nicht nur die Kultur, sondern auch den Verein sehr gut verstehen und vor Ort ohne große Vorlaufzeit wichtige Entscheidungen treffen können“, begründete der Investor sein Ausscheiden. Außerdem ernannte er Stimoniaris zu seinem 1860-Sprecher. Ismaik: „Es ist an der Zeit, dass man nicht mehr übereinander spricht, sondern endlich das Miteinander sucht. Die derzeitige Blockadehaltung zerstört die Zukunft unseres geliebten Vereins.“

Was sind die Folgen?

Mehr Macht hat Ismaik durch die Entscheidungen nicht gewonnen. Der Aufsichtsrat ist lediglich ein Kontrollgremium. Im Geschäftsführungsbeirat, der kürzlich Michael Scharold zum Geschäftsführer ernannte, hat der e.V. durch 50+1 das letzte Wort. Was sich ändern wird, ist die Häufigkeit der Aufsichtsratssitzungen. Zudem hat sich Hasan Ismaik nun etwas aus der Schusslinie genommen, indem er zwei Münchner Repräsentanten eingesetzt hat. Sein Einfluss wird aber gleich bleiben, Stimoniaris und Cassalette werden nicht ohne Absprache mit dem Investor handeln. Die beiden neuen Aufsichtsräte wollten sich auf tz-Nachfrage noch nicht zu ihren Plänen äußern. Sprecher Stimoniaris war als MAN-Betriebsratsvorsitzender den ganzen Tag beim IG-Metall-Streit eingebunden. In den nächsten Tagen soll die Öffentlichkeit informiert werden.

Wirklich interessant wird es bei der Mitgliederversammlung im Juni, wenn ein neuer e.V.-Verwaltungsrat gewählt wird. Das derzeit mehrheitlich von Freunden des Grünwalder Stadions besetzte Gremium unterstützt den Kurs des Präsidiums, ohne neue Darlehen des Investors zu wirtschaften. Die im Aufbau befindliche Opposition, die mit Stimoniaris und Cassalette nun zwei Gesichter hat, will einen Kurs mit Ismaik und Augenmaß einschlagen. Oberstes Ziel sei der sportliche Erfolg, nicht der möglichst lange Verbleib im Grünwalder Stadion, heißt das Credo. Das klingt nicht nach Ruhe.

ffu, lk

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