Semi Belkahia im engen Zweikampf mit einem Meppener Spieler.
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Zweikampfstark und jetzt auch torgefährlich: Innenverteidiger Semi Belkahia.

TSV 1860: Viel Sand im Getriebe gegen Meppen

Köllner nach 1:1 gegen Meppen: „Keanu Staude ist jetzt auf dem Markt...“

  • Uli Kellner
    vonUli Kellner
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Nach dem furiosen Start ins neue Jahr mit zwei Zu-Null-Siegen gab es am Sonntag einen kleinen Dämpfer für den TSV 1860: Trotz der Führung durch Belkahia „nur“ 1:1 gegen Meppen. In der Offensive hakte es im Heimspiel auf holprigem Rasen, aber ein neuer Stürmer scheint im Anflug zu sein.

  • 1860 trotz der Punkteteilung rauf auf Platz zwei.
  • Die Freude nach Belkahias Billardtor währt nur 14 Minuten.
  • Mölders ist in Magdeburg gesperrt, Keanu Staude (23, zuletzt Würzburg) ein heißer Wechselkandidat.

Nur einer wird derzeit noch mehr strapaziert als die Teams der 3. Liga: der Rasen im Grünwalder Stadion. Samstag, Montag, Dienstag, Freitag, Sonntag – das war der Rhythmus, an dem sich zuletzt TSV 1860, Türkgücü und Bayern II das Spielfeld im Herzen Giesings teilten. Englischer Rasen ist bei so einer Englischen Woche nicht zu erwarten, doch Ausreden will keiner hören im Sport. Dem TSV 1860 und dem SV Meppen war gestern trotzdem anzumerken, dass sie auf dem sandlastigen Geläuf Fußball spielen wollten. Es gelang nicht wirklich gut. In einem chancenarmen Spiel, das selten Spaß machte, gab es am Ende ein leistungsgerechtes 1:1. Dass die Löwen damit auf Platz zwei springen, ist ein trügerischer Trost, denn das Spiel des Tabellennachbarn Ingolstadt wurde abgesagt.

Die Entstehung der beiden Tore sagt alles über die schwere Kost, die im Giesinger Sandkasten geboten war: Zufallsprodukte hier wie dort. Mit einem Billardtor waren die Löwen in Führung gegangen: Innenverteidiger Semi Belkahia prallte der Ball nach einem von Mölders abgelenkten Neudecker-Freistoß ans Knie und von dort ins Meppener Tor (62.). Die Freude währte aber nur kurz, denn auch die Emsländer schlugen nach einem Standard zu: Der von Türkgücü gewechselte Boere kam nach einem Einwurf an den Ball, Steinhart sprang zu kurz, Salger stocherte unglücklich zum zuvor eingewechselten Bozic, der gefühlvoll unten links einnetzte (76.).

Zwangsfrei am Mittwoch: Sascha Mölders sah die fünfte Gelbe Karte und fehlt den Löwen in Magdeburg.

Entsprechend zerknirscht klang der verhinderte 1860-Held Belkahia, als er sein Premierentor in der 3. Liga kommentierte. „Ist natürlich ärgerlich“, sagte der Innenverteidiger bei MagentaSport: „Für uns sind es zwei verlorene Punkte, weil wir hinten raus noch ein dummes Ding bekommen.“ Auch Michael Köllner stand der Grant ins Gesicht geschrieben. „Wir ärgern uns über die zwei verlorenen Punkte“, sagte der Löwen-Trainer: „Jeder hat vorher gedacht, dass das sichere drei Punkte sind. Es war ein Spiel mit vielen Zweikämpfen und engen Räumen. 1:1 ist sicher nicht unser Wunschergebnis, aber es ist immer hart, gegen ein massives Bollwerk zu spielen.“

Ich kenne den Spieler schon länger. Er ist jetzt auf dem Markt, aber ich kann nichts bestätigen.

Michael Köllner über den Wechselkandidaten Keanu Staude.

Muss 1860 jetzt doch noch mal auf dem Transfermarkt zuschlagen, um die Aufstiegschance zu wahren? Am Freitag hatte liga3-online gemeldet, dass Keanu Staude (23, zuletzt Würzburg) vor der Unterschrift bei 1860 stehe. Darauf angesprochen, sagte Köllner: „Ich kenne den Spieler schon länger. Er ist jetzt auf dem Markt, aber ich kann nichts bestätigen. Es ist die Aufgabe von Günther Gorenzel, ob jetzt transfermäßig noch was passiert.“

Klar ist: Einfacher wird’s nicht im Verlauf dieser Englischen Woche. Sascha Mölders, „der Ibrahimovic von Sechzig“ (Meisterlöwe Bernd Patzke bei db24), holte sich gestern die fünfte Gelbe Karte ab; er fehlt am Mittwoch in Magdeburg. „Sascha ist grundsätzlich ein unersetzbarer Spieler für uns“, kommentierte Köllner: „Aber das müssen wir in einem Spiel als Mannschaft auffangen.“

Anders als Mölders ist dem Rasen in Giesing keine Schonung vergönnt. Schon morgen (Bayern vs. Verl) und am Sonntag (1860 vs. Zwickau) wird wieder gespielt – sehr zum Verdruss von Platzwart Günther Kaiser, der bei MagentaSport klagte: „Es macht einen fertig, wenn man sieht, dass man’s nicht reparieren kann. Der Rasen wird immer brauner oder gelber – je nachdem, wie viel Sand man drauf tut. Wir sehnen die Wachstumsperiode herbei.“

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