Geht der Mittelfeldchef von Bord?

Poker um Neudecker eröffnet - und Gorenzel verweist auf die Finanzen

Von Uli Kellner

Bleibt er oder geht er? Für Richard Neudecker gibt es viele Interessenten.

Laut Bild-Zeitung steht Spielmacher Richard Neudecker bei vier Vereinen auf dem Zettel. Ob 1860 mit ihm verlängern kann, hängt wie so oft am Geld.

München - Bei aller Freude über das harmonische Belek-Trainingslager und den erfolgreichen Härtetest gegen Rostock (3:1): Es gibt zwei Themen, die vielen 1860-Fans in diesen Tagen unter den Nägeln brennen. Erstens: Haben die Löwen Geld „verschenkt“, weil Ex-Kapitän Sascha Mölders, 36, erst abgefunden wurde und sich kurz darauf einem neuen Verein anschloss (dem Regionalligisten Großaspach)? Zweitens: Kann Richard Neudecker, 25, trotz der drohenden Etatkürzung über den Sommer hinaus gehalten werden? Laut „Bild“ sind gleich vier Clubs hinter dem Spielmacher her: die Erstligisten SpVgg Greuther Fürth und Willem II Tilburg (Niederlande), Zweitligist FC Ingolstadt und Drittligarivale 1. FC Kaiserslautern.

Waren die Löwen bei Mölders zu großzügig?

Auf Anfrage von Münchner Merkur und tz nahm Günther Gorenzel zu beiden Fragen Stellung. Beim Thema Mölders hielt sich der Sportchef wie erwartet bedeckt. Seine Antwort: „Mein Verständnis einer professionellen Zusammenarbeit mit Spielern ist es, nicht nur aus Datenschutzgründen, sondern aus gegenseitigem Respekt Vertragsinhalte in der Öffentlichkeit nicht zu kommentieren.“

Ausführlicher, aber ähnlich inhaltsarm fällt Gorenzels Antwort zum Thema Neudecker aus: „Prinzipiell hat es jeder Spieler, dessen Vertrag ausläuft, in der eigenen Hand, in den anstehenden Spielen der nächsten Wochen Werbung für sich zu betreiben. Darüber hinaus ist jede zukünftige sportliche Entscheidung, welche Michael Köllner und ich gemeinsam treffen werden, vom zukünftigen Spielraum im kaufmännischen Bereich zu sehen.

Übersetzt: Es könnte schwer werden, den nur bis zum Sommer gebundenen Neudecker (2021: sechs Tore, neun Vorlagen), der zugleich Bestverdiener ist, weiter zu beschäftigen. Der Verein ist auf zusätzliches Geld angewiesen, zum Beispiel über den Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals. Hilfreich wäre aber auch gewesen, mit Mölders eine Klausel zu vereinbaren, dass 1860 nur so lange ausstehende Gehälter bezahlt, bis der Ex-Kapitän einen neuen Verein gefunden hat. Die Fans hoffen, dass die Löwen clever genug waren – wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Wunsch, „eine saubere Trennung“ (Köllner, Gorenzel) hinzukriegen, unüblich viel gekostet hat. (Uli Kellner)

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