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Merveille Biankadi: „Aufstieg? Das wäre der absolute Jackpot!“

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Von: Uli Kellner

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Athletisch und laufstark: Merveille Biankadi ist nicht mehr wegzudenken aus dem Offensivspiel der Löwen.
Athletisch und laufstark: Merveille Biankadi ist nicht mehr wegzudenken aus dem Offensivspiel der Löwen. © Ulrich Wagner

Merveille Biankadi ist nach seiner Verpflichtung sofort zum Leistungsträger bei 1860 geworden. In der neuen Saison möchte der Stürmer nochmal eine Schippe drauflegen.

München – Er ist der formstärkste Löwe der bisherigen Saisonvorbereitung. Acht Monate nach seinem Wechsel vom 1. FC Heidenheim zum TSV 1860 ist Merveille Biankadi, 26, nicht mehr aus dem Angriffsspiel des TSV 1860 wegzudenken. Der athletische Stürmer strotzt vor Kraft und Spielfreude, hat seinen Aktionsradius noch mal erweitert – und auch seinen Tordrang wiederentdeckt.

Gut für die Löwen, dass sich das Sommergerücht über eine Rückkehr zu Hansa Rostock schnell zerschlagen hat. Vor dem Ligastart gegen Würzburg (Samstag, 14 Uhr) trafen wir den gebürtigen Münchner zum Interview.

Merveille Biankadi, den Eindrücken der Vorbereitung nach haben Sie den Sommerurlaub nicht am Strand verbracht, sondern wahlweise im Kraftraum oder auf dem Laufband. Ihre Frühform ist nicht zu übersehen . . .

Naja, ein bisschen was muss man schon machen – sonst geht man bei uns schnell baden, aber im anderen Sinne. Ich war eine Woche in Barcelona, fünf Tage in Hamburg, nichts Wildes. Generell war es schön, mal eine normale Vorbereitung zu haben, denn zum ersten Mal seit vier Jahren stand kein Wechsel im Raum.

Merveille Biankadi fühlt sich viel besser als im Winter, Fans können sich freuen

Bei Michael Köllner waren Sie ja schon im Januar gesetzt, ab dem ersten Spiel nach Ihrem Wechsel. Wie viel Prozent hat Ihnen damals gefehlt? Oder anders gefragt: Sehen die Fans in der neuen Saison 100 Prozent Biankadi?

Das hoffe ich (lacht). Ich fühle mich auf jeden Fall viel besser als im Winter. Damals bin ich ja ohne Spielpraxis gekommen, ohne Vorbereitung – und dementsprechend sah das auch aus teilweise. Ich hab mich nicht immer zu 100 Prozent wohlgefühlt auf dem Platz. Erst zum Ende hin wurde es besser.

Trotzdem haben Sie von 1890 möglichen Minuten 1792 bestritten. Der Trainer scheint voll auf Sie zu setzen.

Ich hab schon das Gefühl, dass man hier auf mich setzt – anders als in Heidenheim. Wobei der Trainer schon auch kritisch ist und mich immer anpeitscht. Das muss aber so sein. Grundsätzlich ist es eine schöne Sache, dass mir der Trainer auch mal ein paar schwächere Spiele gönnt – und mich nicht direkt wieder raushaut.

Merveille Biankadi: Verbesserung in der Entscheidungsfindung und im letzten Pass

Was genau kritisiert er?

Meine Entscheidungsfindung, den letzten Pass. Ich muss versuchen, ruhiger zu werden. Aber es bringt jetzt nichts, drüber zu reden. Ich hoffe, dass man das ab Samstag auch auf dem Platz sieht.

Beim Härtetest in Nürnberg sah es so aus, als wäre Ihre Selbstverständlichkeit beim Torabschluss zurück. Ein feiner Fernschuss, Ihr Treffer zum 1:0.

Ich denke halt jetzt nicht mehr nach. In Nürnberg hatte ich gar keine Zeit zum Nachdenken – das ist manchmal sehr hilfreich.

Für den Start scheint Michael Köllner ein offensives 4-1-3-2-System zu bevorzugen. Kommt Ihnen das entgegen?

Ja, ich denke schon. Weil ich dann mehr aus der Tiefe kommen kann. Im Mittelfeld fühle ich mich generell wohler als ganz vorne.

Wie würden Sie Ihre neue Rolle beschreiben?

Das ist bei uns sehr frei, schwimmend. Wir offensiven Mittelfeldspieler müssen schauen, wo die Räume sind. Keiner klebt stur auf einer Position. Ich find’s cool, wobei wir schon darauf achten müssen, dass es nicht zu wild wird (lacht).

Und schlagfertig ist er auch: Biankadi beim InterviewTermin mit Sportredakteur Uli Kellner.
Und schlagfertig ist er auch: Biankadi beim InterviewTermin mit Sportredakteur Uli Kellner. © Ulli Kellner

Merveille Biankadi: Klares Bekenntnis zu 1860 - Aufstieg als Ziel

Von Ihrer Umtriebigkeit profitiert nicht zuletzt Sascha Mölders. Okay für Sie, dass Sie ein Stück Laufarbeit für den Kapitän miterledigen?

Klar. Wenn er die Dinger dann reinmacht, bin ich der Letzte, der sagt: Ich lauf nicht für ihn mit (lacht). Wir wissen, was wir an Sascha haben. Und wenn’s dem Erfolg dient und wir die Spiele ziehen, dann laufe ich auch gerne 50 Kilometer pro Spiel. Das ist ja eine meiner Stärken.

Mölders räumte bei einem DFB-Termin ein, er habe zwei Wochen gebraucht, um die Enttäuschung nach der verpassten Relegation zu überwinden. Wie groß und nachhaltig war bei Ihnen der Frust?

Direkt nach dem Spiel: sehr, sehr groß! Du weißt schließlich nicht, wann so eine Chance wiederkommt. Bei mir ging’s dann aber recht schnell, dass ich umgeschaltet und gesagt habe: Jetzt erst recht! Dann machen wir’s halt nächstes Jahr.

Während der dreiwöchigen Pause gab es Gerüchte, dass Sie zu Hansa Rostock zurückkehren könnten. Wie ernst war das?

Für mich war das kein Thema.

„Das wäre natürlich Weltklasse – für mich der absolute Jackpot!“

Biankadi über einen möglichen Aufstieg mit den Löwen

Wie groß ist Ihre Hoffnung, die Rückkehr in die 2. Liga mit Sechzig schaffen zu können?

Das wäre natürlich Weltklasse – für mich der absolute Jackpot!

Mit 26 sind Sie jetzt im besten Fußballeralter, wie man so schön sagt. Was sieht Ihr weiterer Karriereplan noch vor?

Konstante Jahre. Natürlich will ich so hoch wie möglich spielen – und am liebsten hier!

Interview: Uli Kellner

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