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Der Schock-Moment: Ex-Bayern-Stürmer Marco Alvarez trifft zum Ausgleich

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Grimaldi nach Ausgleich in der Nachspielzeit: „Fühlt sich an wie eine Niederlage“

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Der TSV 1860 München kassiert beim VfL Osnabrück in der Nachspielzeit den bitteren Ausgleich - und das trotz einer recht deutlichen Führung. Ausgerechnet ein Ex-Bayer schockt die Löwen.

Osnabrück - Wahnsinn an der Bremer Brücke! In einem Herzschlag-Spiel verlieren die Löwen in der aller letzten Sekunde zwei Punkte. Mit dem Schlusspfiff machte Osnabrück per Zauber-Freistoß das verdiente 2:2 (0:1). „Das fühlt sich an wie eine Niederlage“, sagte der Torschütze zum 1:0, Adriano Grimaldi (35.). Simon Lorenz (47.) machte sogar das 2:0 – aber die zwei Standardtore reichten nicht zum Sieg. Qurin Moll: „Vor dem Spiel wären wir mit dem Punkt auswärts zufrieden gewesen…“

Der Ticker zum Nachlesen: Last-Minute-Schock für die Löwen - Osnabrück trifft per Traumtor

Daniel Bierofka stellte seine Mannschaft auf einer Position um. Für Alessandro Abruscia, der nicht im Kader stand, rückte Stefan Lex in die erste Elf. „Sie haben Selbstvertrauen“, warnte Bierofka vor den zweimal siegreichen Osnabrückern – und die Niedersachsen zeigten das. Nach sechs Minuten köpfte Ex-Löwe Ulrich Taffertshofer an die Latte, kurz darauf schloss Konstantin Engel zu zentral auf Hendrik Bonmann ab (9.). Von Daniel Wein gab es mal ein Schüsschen (13.) – im direkten Gegenzug hätte David Blacha die Führung erzielen müssen.

Zwei Zweier, viele Dreier: Bilder und Noten zum packenden Löwen-Remis an der Bremer Brücke

In der 15. Minute holte sich Bierofka seinen Kapitän Felix Weber an die Außenlinie. Es funktionierte nichts. Die Zentrale wirkte überfordert, die Außen wurden immer wieder ausgespielt und der Ochsensturm Grimaldi/Mölders hing völlig in der Luft. Angetrieben von einem starken Taffertshofer dominierte Osnabrück die Löwen. „Wir sind mit dem 3-4-3-System nicht zurechtgekommen“, sagte Bierofka.

Ausgerechnet Ex-Osnabrücker Grimaldi trifft 

Ein Tor lag in der Luft – und plötzlich klingelte es . Aber im Kasten der Osnabrücker! Der erste Löwen-Standard brachte die glückliche Führung. Phillipp Steinharts Freistoß aus gut 25 Metern ließ Schlussmann Nils-Jonathan Körber unglücklich nach vorne abklatschen, direkt vor die Füße von Grimaldi der locker abstaubte (35.). Ausgerechnet der 27-Jährige! Von den Heim-Fans wurde der Ex-Osnabrücker gnadenlos ausgepfiffen. Grimaldi störte es nicht: „Ist doch geil!“ Die Löwen wurden griffiger und konnten den Ball etwas laufen lassen – und sich bei Bonmann bedanken. Einen Schlenzer von Farrona Pulido lenkte der Keeper ganz stark über die Latte (42.).

Die Löwen erwischten den perfekten Start in Hälfte zwei. Wieder ein starker Freistoß von Steinhart, wieder fand er Grimaldi, der aber diesmal auf Simon Lorenz ablegte – 2:0 (47.)! Jetzt war 1860 da. Erst scheiterte Grimaldi an Körber (49.), dann Karger (52.). „Normalerweise tötet einen der Gegner und macht das 3:0“, sagte VfL-Coach Daniel Thioune. 1860 ließ Osnabrück aber leben.

Osnabrück gelingt der Ausgleich - in Unterzahl!

Die Hausherren drängten jetzt auf den Anschluss – die Zuschauer peitschten ihre Mannschaft nach vorne. Bierofka musste dann den starken Grimaldi („Ich hatte Krämpfe“) runternehmen und brachte Marius Willsch (71.). Die Löwen schafften kaum mehr Entlastung, das rächte sich in der 76. Minute. Weber ließ sich von Marcos Alvarez austanzen, Farrona Pulido musste nur noch einschieben. 

Der Start für die Aufholjagd? Erstmal musste Felix Schiller wegen einer Notbremse an Efkan Bekiroglu vom Platz (81.)! Willsch hatte noch die Chance auf das 3:1 (89.). Alles sah nach einem Sieg aus. Doch dann trat Alvarez zum Freistoß an und zwirbelte den Ball in den Winkel (94.). Ein Stich ins Löwen-Herz! Moll: „Das gute an der englischen Woche ist, dass wir es schnell wieder gut machen können.“ Schon am Sonntag...

VfL Osnabrück – 1860 München 2:2 (0:1) 

Osnabrück: Körber - Susac (55. Alvarez), Schiller, M. Trapp - Ouahim, Taffertshofer, Blacha (76. Danneberg), K. Engel - Renneke (85. Dercho), Farrona-Pulido - Heider. 

1860: Bonmann - Paul, F. Weber, Lorenz, P. Steinhart - Wein, Moll - Lex (46. Bekiroglu), Grimaldi (71. Willsch), Karger - Mölders (86. Mauersberger. 

Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg). 

Zuschauer: 13 616.

Tore: 0:1 Grimaldi (35.), 0:2 Lorenz (47.), 1:2 Farrona-Pulido (77.), 2:2 Alvarez (90.+5). 

Gelbe Karten: Alvarez (1) / Bekiroglu (1), Willsch (2), P. Steinhart (2), Moll (1). 

Rote Karten: Schiller (82./Taktisches Foulspiel). 

Florian Fussek

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