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Vorgänger, Zukunft und Vorstellungen: Lienens deutliche Worte

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Trainer Ewald Lienen hat genaue Vorstellungen davon wie es bei 1860 weitergehen soll und wird.
Trainer Ewald Lienen hat genaue Vorstellungen davon wie es bei 1860 weitergehen soll und wird. © dpa

München - Erst eineinhalb Monate ist Ewald Lienen nun Trainer bei den Löwen, doch eingelebt hat er sich schnell in München - und hat genau Vorstellungen, wie es bei 1860 weiter gehen soll.

„München ist eine wunderschöne Stadt, ich hatte vorher immer nur die Hotelgegend und das Olympiastadion gesehen“, so Lienen in einem interview mit der SZ. „London, Paris und Berlin habe ich besser gekannt als München. Es gibt hier traumhafte Ecken, ich liebe alte Häuser.“ Der 57-Jährige hat auch schon eine Wohnung gefunden: “Mitten im Leben , mit Cafes und Geschäften vor der Haustür - nicht in Grünwald.“

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Offen spricht der neuen Löwen-Trainer über seine Vorstellungen für die Zukunft, in der er guten Fußball sehen und den Fans bieten will: “Guter Fußball heißt: viel Ballbesitz, gepflegtes Kombinationsspiel, ein Spielaufbau, an dem sich alle Mannschaftsteile beteiligen - und in der Offensive besondere Spieler, die auch mal ein Dribbling gewinnen. Ich will Passion sehen, Aggressivität, den unbedingten Willen, das Spiel zu dominieren.“

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Lienen kündigt harte Gangart an

In Sachen Spieler und Transferpolitik wird Zetttel-Ewald deutlich. „Hier wird sich einiges ändern. Wenn ein Spieler und sein Berater meinen, dass man nach sieben Jahren Ausbildung ablösefrei gehen kann, wird er bei uns nie mehr spielen. Das gehört künftig zur Philosophie bei 1860. Wer hier groß wurde, der muss den Anstand haben, etwas zurückzugeben. Sonst reagieren wir kompromisslos.“ Das betrifft vor allem Fabian Johnson , an dem Werder Bremen und Meister Wolfsburg interessiert sind. Sollte der U21-Nationalspieler seinen Vertrag also nicht verlängern wollen, so war es das mit seiner Karriere im Löwen-Trikot.

Breitseite für seine Vorgänger

Auch seine Vorgänger als Trainer des TSV 1860 bekommen ihr Fett weg, ohne dass er deren namen nennt. Vor allem der Umgang mit Talenten stößt Lienen auf: „Ich verstehe nicht, warum man Jahre in einen jungen Spieler investiert - und niemand hier erkennt, dass das ein Toptalent ist. Julian Baumgartlinger wollte ich schon 2007 nach Athen holen: ein aggressiver, kompakter, polyvalenter Spieler. Nikola Gulan wechselt jetzt wohl für Millionen zu Lazio Rom, aber er spielt hier nur ein einziges Mal! Ich finde es schade, dass mein Vorgänger diesen Spieler nicht gut genug für 1860 hielt. Gulan hätte Spielkultur reinbringen können. Wenn meine Vorgänger deswegen beleidigt sind, kann ich das nicht ändern. Natürlich weiß ich, dass die Jugendarbeit hier erstligareif ist. Aber man kann jede Ausbildung noch verbessern.“

Ein neuer Wind weht an der Grünwalder Straße. Vielleicht weht er die Löwen ja in Richtung erste Liga.

Florian Weiß

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