Selfie mit einem Star: Die Nachwuchskicker des SV Hohenfurch hielten Dominik Stahls Besuch im Merkur-CUP-Block mit dem Smartphone fest.

Merkur-CUP-Kinder fragen den Löwen

"Warum ist Sechzig so schlecht, Herr Stahl?"

München - Über 2000 Merkur-CUP-Kinder sind bei den Löwen zu Gast gewesen und durften Fragen an Dominik Stahl stellen. Der Mittelfeldmann nahm auch zu weniger erfreulichen Themen Stellung.

Eigentlich war Thomas Klotz auf alles vorbereitet. Der Nachwuchsfußballer vom TSV Schaftlach hatte alle seine Löwen-Fan-Utensilien eingepackt, sich gemeinsam mit seinen Mannschaftskameraden auf den Weg in die Allianz Arena gemacht und überpünktlich in Block 224 seinen Platz eingenommen. Gekommen ist er auf Einladung des TSV 1860, der über 2000 Teilnehmer des diesjährigen Merkur CUP mit Freikarten belohnt hat. Alle 128 Mannschaften nämlich, die es bis ins Kreisfinale des weltgrößten Fußballturniers für E-Jugendliche geschafft haben, das unsere Zeitung gemeinsam mit dem Bayerischen Fußballverband, E.ON Bayern, Ensinger Mineral-Heilquellen und dem offiziellen Ausrüster uhlsport austrägt. Als dann aber plötzlich Dominik Stahl, Vorzeige-Kämpfer der Löwen, vor ihm im Fanblock stand, war Thomas kurz sprachlos. Stahl ist nach mehrmonatiger Verletzungspause wieder im Mannschaftstraining, ein bisschen zwickt es ihn aber noch, weshalb er gegen Braunschweig noch nicht aktiv ins Geschehen eingreifen konnte. Thomas Klotz freute sich: Er konnte nicht nur ein Autogramm ergattern, sondern auch eine Frage an sein Vorbild loswerden. „Herr Stahl, wie lange sind Sie schon bei 1860?“

Stahl: „Ich bin mit 15 Jahren hierher gekommen. Dann war ich zuerst im Jugendinternat. Und seit fünf Jahren bin ich bei den Profis. Also bin ich jetzt schon gut zehn Jahre hier.“

Marco Raspe, ebenfalls vom TSV Schaftlach, interessierte sich für Stahls Torausbeute: „Wie viele Tore haben Sie schon geschossen? Sind Sie ein Torjäger?“

Stahl: „Zehn Tore habe ich für 1860 geschossen. Eigentlich bin ich kein Torjäger. Aber letztes Jahr hatte ich mal einen Lauf, da habe ich vier Spiele in Folge getroffen. Das kam einfach so. Manchmal ist das so im Fußball: Wenn’s läuft, dann läuft’s. Diese Zeit war ein Highlight in meiner bisherigen Karriere.“

Paul Schade vom TSV Ottobrunn: „Warum habt ihr einen neuen Trainer bekommen?“

Stahl: „Ich habe da nichts mitzureden. Trainerwechsel gibt es aber überall. Mit so einer Situation muss man sich dann immer arrangieren und das Beste daraus machen.“

Marco Schertl vom TSV Ottobrunn wagte mit besorgter Miene, die Frage aller Fragen zu stellen: „Warum ist 1860 gerade so schlecht?“

Stahl: „Wir haben uns das natürlich alle anders vorgestellt. Aber wir haben eine komplett neue Mannschaft. Es ist wahnsinnig viel umgekrempelt worden. Eine Trainerentlassung bringt natürlich auch noch Unruhe rein. Wir müssen uns da jetzt selbst wieder rausziehen. Dann wird das auch wieder besser.“

Marcos Ottobrunner Mannschaftskamerad Julian Höschl hakte nach: „Was glauben Sie denn, welcher Platz noch drin ist?“

Stahl: „Super Frage. Das ist schwer zu sagen. Besonders jetzt, wo wir auf einem Tabellenplatz stehen, den wir uns gar nicht vorstellen. Wir wollen jetzt erstmal unten raus und in ruhigere Fahrwasser. Dann schauen wir, was noch möglich ist. Einen konkreten Tabellenplatz kann ich dir leider nicht sagen.“

Ganz gibt sich Julian damit nicht zufrieden: „Habt ihr schon Angst vorm Abstieg?“

Stahl: „Nein, es ist noch niemand am elften Spieltag abgestiegen. Dass wir in einer blöden Situation sind, braucht man nicht wegdiskutieren. Wir sind eh schon verunsichert. Da muss man die Störeinflüsse minimieren. Deshalb beschäftigt man sich mit dem Abstieg gerade am besten noch nicht.“

Niclas Haltmann vom TSV Ottobrunn war einst Einlaufkind an der Hand von Benny Lauth und vermisst seinen Lieblingsspieler: „Wieso ist der Benny Lauth gegangen?“

Stahl: „Es war so, dass der Kader umgekrempelt wurde. Ich mochte Benny als Typ, wir haben lange zusammengespielt. Aber das war eine Vereinsentscheidung und die akzeptiere ich auch.“

Tino Weileder aus Ottobrunn blickt in die Zukunft: „Wie lange wollen Sie noch bei Sechzig bleiben?“

Stahl: „Ich habe noch einen Vertrag bis 2016 und fühle mich wohl hier. Über alles andere mache ich mir gerade keine Gedanken. Ich habe dem Verein viel zu verdanken, habe aber auch viel in den Verein investiert und oft die Knochen hingehalten. Außerdem habe ich in München auch viele Freunde.“

Leonhard Schweinberger vom TSV Schaftlach versucht, Stahl aufs Glatteis zu führen: „Bei welchem Verein außer 1860 würden Sie gern spielen?“

Stahl (lacht): „Oh, das ist eine schwierige Frage. Als ich so alt war wie Ihr, habe ich natürlich davon geträumt, mal bei den riesigen Klubs zu spielen im Ausland. Jetzt sehe ich das realistisch: Ich fühle mich bei Sechzig wohl und kann dir keinen anderen Verein sagen.“

Aufgezeichnet von Christoph Fuchs

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