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Weder Volland, noch Weigl oder die Benders - 1860-Betreuer: „Er war der beste Jung-Profi“

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Von: Florian weiß

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Für 1860-Betreuer Norbert Stegmann (l.) war Marcel Schäfer „der beste Profi, den ich je kennenlernen durfte“.
Für 1860-Betreuer Norbert Stegmann (l.) war Marcel Schäfer „der beste Profi, den ich je kennenlernen durfte“. © sampics

Norbert Stegmann, Betreuer des TSV 1860, verrät in einem Interview, welcher Jungprofi ihm am Meisten in Erinnerung geblieben ist.

München - Der Name Norbert Stegmann wird in erster Linie nur den eingefleischtesten Fans des TSV 1860 ein Begriff sein, dabei arbeitet der 69-Jährige bereits seit 1996 für die Löwen. Nach jahrelanger Arbeit in der weiß-blauen Jugendabteilung ist er seit 2016 als Zeugwart der ersten Mannschaft. Als Betreuer in der Jugend hat Stegmann zahlreiche Spieler gesehen, die zu bekannten Bundesliga-Profis wurden. Martin Stranzl, Benjamin Lauth, Sven und Lars Bender, Kevin Volland oder Julian Weigl gehören in diese Kategorie - doch ein ganz anderer ist Stegmann besonders in Erinnerung geblieben.

„Marcel Schäfer ist ein hundertprozentiges Vorbild und der beste Profi, den ich je kennenlernen durfte“, sagte er im Interview mit dem Portal spox.com. „Ich konnte ihn 50 Mal die Bälle holen lassen und er hat nie gemault. Die größten fußballerischen Qualitäten besaß er nicht, aber durch seinen Willen und einwandfreien Charakter erarbeitete er sich trotzdem eine tolle Karriere. Ich habe noch Kontakt mit ihm, letztens kam er bei einem Hallenturnier aus heiterem Himmel zu mir und schenkte mir ein Trikot.“

Weigl Stammspieler in Dortmund? „Das hätte niemals gedacht“

Stegmann plaudert noch mehr aus dem Nähkästchen. So sei Daniel Baier immer ein Typ gewesen, „auf den das Team hört. Auch Kevin Volland hatte alle Mannschaften, in denen er spielte, voll im Griff. Kevin ist ein super Kerl und kann seine Kollegen mitziehen - auch im privaten Bereich.“ Dass Julian Weigl bei Borussia Dortmund zum Stammspieler avancierte, hätte der Löwen-Betreuer aber nie gedacht. „Sein großer Vorteil war Thomas Tuchel, der einfach auf ihn stand“, meint er. „Da hat er sich dann auch extrem entwickelt. Bei uns arbeitete Weigl schon auch für die Mannschaft, aber er wusste schon immer, dass er auch auf sich schauen muss.

In Dortmund spielt Weigl demnächst mit Marius Wolf zusammen, der über Hannover und Frankfurt in den Pott wechselt. Wolf sei „ein lustiger Kerl, ein Schlitzohr, macht immer Gaudi und kann seine Kollegen mit jedem Blödsinn mitreißen. Manchmal war bei ihm deshalb auch ein bisschen der Schlendrian drinnen.“

Julian Weigl (l., hier gegen Alexander Ring ) war kurzzeitig Kapitän des TSV 1860, verließ die Löwen 2015 Richtung Dortmund.
Julian Weigl (l., hier gegen Alexander Ring ) war kurzzeitig Kapitän des TSV 1860, verließ die Löwen 2015 Richtung Dortmund. © dpa / Uwe Anspach

Stegmann über Abstiegslöwen: „Jeder schaute mehr auf sich als auf die Mannschaft“

Seine schwärzeste Stunde war der Abstieg des TSV 1860 im vergangenen Jahr, da hatte Norbert Stegmann erst ein Jahr das Betreueramt übernommen. „Die Spieler waren alle sehr gut und hätten niemals absteigen dürfen, aber jeder schaute mehr auf sich als auf die Mannschaft. Unsere Spieler verstanden die 2. Bundesliga leider nicht, sie hätten auch mal dreckiger spielen müssen und den Fokus auf den Kampf legen.“ Vitor Pereira sei „ sehr fair und anständig“, die sprachliche Verständigung aber das große Problem gewesen.

Bis zum Trainings- und Saisonstart hat Norbert Stegmann noch einiges zu tun, wie er verrät. „Erst werden die Kabinen von Grund auf gereinigt und dann mache ich Inventur. Ich muss prüfen, welche Trikots und Trainingsklamotten noch da sind, welche hergeschenkt wurden oder zu den Fans gewandert sind. Dann kommt auch schon bald die neue Ausrüstung und es geht wieder los.“

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fw

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