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Er lebe hoch: Sollten Bierofkas Löwen am Samstag Meister werden, könnte sich diese Szenerie wiederholen. Damals, 2016, war es Klassenerhaltsjubel.

Beinahe Regionalliga-Meister

Weißblaue Meister-DNA: Gelingt der neunte Sieg in Folge?

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Vor dem Erreichen des ersten Etappenziels Meisterschaft singt Daniel Bierofka ein Loblied auf seine charakterstarken Seriensieger. Der Löwen-Trainer ist auf eine Weißbierdusche bestens vorbereitet.

München – Wann weiß ein Trainer, dass er auf dem Weg ist, Historisches zu leisten? Wenn er Fragen gestellt bekommt, die sonst eher an den jeweiligen Kollegen des FC Bayern gerichtet werden. So wie Daniel Bierofka in diesen Tagen, da seine Löwen nur noch wenige Schritte von der Meisterschaft in der Regionalliga entfernt sind.

Die Frage nach dem Rathausbalkon hatte der 1860-Coach bereits unter der Woche beantwortet (Antwort sinngemäß: Er würde sich einer Einladung des OB nicht verweigern). Am Freitag, vor dem Heimspiel gegen Augsburg II, drehte sich vieles um Details zur bevorstehenden Meisterfeierei – gipfelnd in der Frage, ob er ein zweites Outfit einzupacken gedenke, um sich gegen drohende Bierduschen zu wappnen. Bierofkas Antwort, passend zur meisterlichen Stimmung, die gerade bei 1860 herrscht: „Die werden ein Problem haben, mich zu erwischen. Dafür bin ich noch zu schnell. Bis die schauen, bin ich in der Kabine und sperr’ zu.“

Humorpunkt für Bierofka, der fünf Wochen vor dem eigentlichen Saisonziel großzügig sein will, sollte es seine Spieler zu einer spontanen Meistersause drängen. „Sollen wir dann trauern oder was?“, entgegnete er einem Reporter, der den Wert von Platz eins in Frage gestellt hatte. Klar, gab er zu – der Aufstieg stehe natürlich über allem. „Aber erst mal ist eine Erleichterung da, dass man den ersten Schritt geschafft hat“, erklärte er: „Zwei, drei Tage darf man sich dann schon freuen, denke ich.“

Die kleinen Bayern müssen am Samstag mitspielen...

Damit die Meisterfeier vor dem traditionell feierfreudigen Heimpublikum steigen kann, müssten die Löwen ihren neunten Sieg in Folge einfahren – und hoffen, dass die kleinen Bayern in Schalding-Heining zeitgleich nicht dreifach punkten. Wichtig sei, die Saison in der Festung Giesing „mit einem positiven Ergebnis abzuschließen“, sagte er: „Es ist eine Riesenmotivation für uns, noch einmal vor eigenem Publikum zu gewinnen.“

Auf die bisher 17 Heimspiele blickt Bierofka mit Stolz zurück. „War schön. Schön für uns, schön für die Zuschauer“, findet er: „Wir haben einmal unentschieden gespielt, einmal verloren – alles andere souverän gewonnen. Wir haben sehr viele Tore geschossen (46/Red.) und hatten in den meisten Spielen eine hohe Intensität auf dem Platz. Ich glaube, damit können wir sehr zufrieden sein.“

Das wichtigste Heimspiel kommt natürlich noch: das Playoff-Rückspiel am 27. Mai. Da die Fragen aber schon stark in Richtung Rückblick gingen, nahm Bierofka das gerne zum Anlass, ein Loblieb auf seine Mentalitätsmonster zu singen. „Meine Mannschaft hat am konstantesten gepunktet und hat es absolut verdient, so weit vorne zu stehen“, sagte er und fuhr mit Pathos in der Stimme fort: „Diese Mannschaft hat eine eigene DNA – das sieht man einfach. Sie gewinnt auch die Spiele, in denen es nicht so läuft. Ich freue mich jeden Tag, dass ich mit den Jungs auf dem Platz stehen darf. Auch der Zusammenhalt ist absolut außergewöhnlich – ich weiß nicht, ob es das noch einmal geben wird.“

Bei dieser ungewohnten Flut an warmen Worten wollte es der Löwen-Coach dann auch belassen. Bierofka wäre sich untreu geworden, hätte er nicht irgendwann an die Pflicht erinnert, auch nach einer kleinen Meisterauszeit rechtzeitig wieder auf Playoff-Modus umzuschalten: „Wer mich kennt, der weiß: Ich hab da ganz gute Werkzeuge . . .“

Schweißtreibender Natur vermutlich – um einer verfrühten Urlaubsstimmung entgegenzuwirken.

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