Wenn die Körpersprache alles sagt:  Der Blick von Stefan Aigner & Co. geht jetzt nach unten.
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Wenn die Körpersprache alles sagt:  Der Blick von Stefan Aigner & Co. geht jetzt nach unten.

Herzblut-Löwe Aigner findet klare Worte

Wieder akute Abstiegsnot bei 1860 – aber (fast) alle loben das Spiel

  • Florian Fussek
    vonFlorian Fussek
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München - Rosarot oder realistisch? Die Löwen hadern mit dem Ergebnis in Kaiserslautern, aber die meisten loben ihren Auftritt. Fakt ist: Der TSV 1860 ist in akuter Abstiegsgefahr.

Einen Vorwurf musste Vitor Pereira seiner Mannschaft dann doch noch machen. „Wir haben kein Tor geschossen“, sagte er nach dem Spiel. Aber sonst? 1860 sei das bessere Team gewesen. Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da –der Tenor nach der Niederlage auf dem Betzenberg: gut gespielt, aber verloren. „Ich bin tieftraurig, weil nicht die bessere Mannschaft in Kaiserslautern gewonnen hat. Deswegen kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat alles gegeben“, schrieb auch Investor Hasan Ismaik auf Facebook. Die rosarote Löwen-Welt?

Die blaue Realität schaut ganz anders aus. Platz 15 in der Tabelle, punktgleich mit Aue, das den Relegationsplatz belegt, zwei Punkte vor dem sicheren Abstiegsplatz 17. Weitere Zahlen gefällig? In sechs Auswärtsspielen unter Pereira nur zwei Tore geschossen, seit vier Spielen ohne Sieg. Diese Bilanz will nicht so recht mit der Selbsteinschätzung der Löwen zusammenpassen.

Klar, es gibt auch Zahlen, die die Aussagen der Löwen untermauern: 64 Prozent Ballbesitz, mehr Torschüsse, mehr Ecken, aber die Lauterer waren halt sehr schwach. Und auch gegen Sandhausen (1:1), Stuttgart (1:1) und sogar Aue (0:3) wurde das Spiel der Löwen gelobt – Ausbeute: zwei mickrige Punkte.

Ba fehlt Sechzig gegen Braunschweig

Einer brachte das nach der Lautern-Pleite auf den Punkt. „Es bringt nichts, sich hier immer hinzustellen und zu sagen, wir haben gut gespielt“, sagte Stefan Aigner, „Ich spiele lieber wie Lautern und hole dafür die drei Punkte!“

Konsternierte Löwen nach dem Spiel in Kaiserslautern.

Am Sonntag geht es gegen den Aufstiegskandidaten Braunschweig, Abwehrchef Abdoulaye Ba wird wegen seiner fünften Gelben Karte fehlen. Ohne den Defensiv-Riesen wird es auch nicht leichter. 1860 wartet auf einen dreckigen Sieg, das Zeichen im Abstiegskampf. „Ich denke, es ist jetzt die Zeit, wo wir alle zusammenstehen und wie die Löwen für die Löwen kämpfen müssen!“, sagte Präsident Peter Cassalette dem Münchner Merkur. „Noch können wir es auch aus eigener Kraft schaffen!“ Spielerisch schaut es ja (siehe Lautern) nicht so schlecht aus, Abstiegskampf ist aber Kopfsache. „Wenn du alleine auf das Tor zuläufst und dir dann der Ball acht Meter wegspringt, dann fehlt dir die Konzentration“, so Michael Liendl. Also doch mehr als nur Pech im Abschluss? Ganz rosarot ist die Löwenwelt dann also doch nicht.

Nur 3er und 4er: Bilder und Noten der Sechzger vom Spiel in Lautern

1. FC Kaiserslautern TSV 1860 München
1. FC Kaiserslautern TSV 1860 München
1. FC Kaiserslautern TSV 1860 München
1. FC Kaiserslautern TSV 1860 München
Nur 3er und 4er: Bilder und Noten der Sechzger vom Spiel in Lautern

Wie es auch geht, zeigte Lauterns Coach Norbert Meier. „Ich sage Ihnen eines: Mir ist es heute scheißegal, wer die bessere Mannschaft war. Wir haben die drei Punkte“, sagte er. Die Pfälzer haben zwei Punkte Vorsprung auf die Löwen. Wie sie das geschafft haben, fragt am Ende keiner mehr.

Florian Fussek

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