Stefan Ziffzer klagt gegen den TSV 1860 vor Gericht.

Wiedersehen vor Gericht:Ziffzer vs. Löwen

München – Das letzte, was man beim TSV 1860 von Stefan Ziffzer sah, war ein Fanschal auf seinen Schultern. Derart geschmückt verließ der frühere Geschäftsführer am 13. Mai das Hauptquartier der Löwen, in dem ihm kurz zuvor die fristlose Kündigung in schriftlicher Form ausgehändigt worden war.

Es war zum Abschied die finale Provokation, eine Anspielung auf den damaligen Präsidenten Albrecht von Linde, der nie ohne seinen Schal auftrat.

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Heute kommt es vor dem Landgericht München I zum Wiedersehen. Ziffzer, der nach einer legendären Brandrede („Der Fisch stinkt vom Kopf“) entlassen worden war, klagt auf Wiedereinstellung. Genau genommen sind es zwei Verfahren, die Richter Frank Tholl ab zehn Uhr behandelt. Das erste befasst sich mit Ziffzers Feststellungsklage, alle gegen ihn ausgesprochenen Kündigungen seien unwirksam, das zweite ist ein so genanntes Urkundsverfahren, mit dem der Ex-Finanzchef den ausstehenden Lohn einklagt. Die Verfahren sind gebündelt, weil beide mit der grundsätzlichen Frage zusammenhängen: War die Kündigung rechtens?

Richter Tholl hat auf beiden Seiten die Bereitschaft zu einem Vergleich sondiert. Näher gekommen sind sich die Parteien nicht. 1860 lehnt diese Möglichkeit kategorisch ab. „Ein endgültiges Ergebnis wird es am Freitag sicher nicht geben“, erwartet der Jurist. Präsidium und Aufsichtsrat des Klubs stützen sich auf ein Gutachten, das die Löwen eindeutig im Recht sieht, weil Ziffzer mit seinen Äußerungen die Kompetenzen eines leitenden Angestellten weit überschritten habe. Sollte das Gericht dieser Argumentation nicht folgen und weitere Verhandlungstage ansetzen, um Zeugen zu befragen, könnte die Sache sich hinziehen. Dann, ahnt Tholl, „kann das ein Jahr dauern“.

mb

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