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Wölfe jagen Löwen-Profi Johnson

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München - Champions League statt 2. Liga – der U 21-Nationalspieler Fabian Johnson, der für den TSV 1860 München spielt, ist im Visier des Deutschen Meisters VfL Wolfsburg.

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Eine „Erfolgsachse“ will Miroslav Stevic den Löwen einpflanzen, und die Verpflichtung von Torhüterroutinier Gabor Kiraly (33), den der Verein gestern stolz präsentierte, sollte erst der Anfang sein. Auch das Ringen um das griechische Mittelfeldtalent Grigorios Makos (22) lässt sich dem Vernehmen nach viel versprechend an, doch wie das so ist in der zweiten Liga: Ein behutsamer Aufbau ist nahezu unmöglich, denn kaum ragt ein Spieler einen Tick über das Durchschnittsniveau heraus, kommen die besser situierten Vereine und locken ihn weg. In diesem Fall: Fabian Johnson. Meister VfL Wolfsburg möchte den U 21-Nationalspieler verpflichten, am liebsten sofort. „Ein interessanter, sehr flexibel einsetzbarer Spieler“, schwärmt Magath-Nachfolger Armin Veh.

Das Unterfangen, den dienstältesten Löwen (seit 1996 im Verein) zum Bleiben zu überreden, dürfte schwierig werden, und zwar aus vielen Gründen. Erstens: Johnsons Vertrag läuft 2010 aus. Stevic-Vorgänger Stefan Reuter hat es versäumt, ihn vorzeitig zu verlängern, und nur jetzt brächte ein Verkauf richtig Geld. Zweitens: Wolfsburg hat Geld. Die vier Millionen Euro, die Stevic verlangt, hält Veh für „utopisch“, aber auch bei der Hälfte könnte der Zweitligist schwach werden. Denn, drittens: 1860 braucht Geld. Und viertens: Wolfsburg ist kein sportliches Niemandsland mehr. Wie soll man einem Talent den Verbleib in der 2. Liga einreden, wenn im gelobten VW-Land die Champions League lockt, dazu opulente Gehälter und Mitspieler, die Dzeko und Grafite heißen statt Di Salvo und Ghvinianidze?

Stevic ist trotzdem fest entschlossen, um Johnson zu kämpfen. „Wir wollen ihn unbedingt halten“, sagt er. Berater Robert Schneider erklärt: „Natürlich ist Fabians Ziel die erste Liga. Er hat noch ein Jahr Vertrag. Den Rest regeln die Vereine.“ Johnson auf den Spuren von Marcel Schäfer? Sein Vorgänger als Linksverteidiger verließ die Löwen vor zwei Jahren in Richtung Wolfsburg und ist inzwischen deutscher Meister und Nationalspieler. Johnson hat zwar mal gesagt, dass er am liebsten für immer bei 1860 bleiben würde, doch diese Aussicht könnte ihm den Abschied versüßen.

Von Uli Kellner

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