Hasan Kivran (li.) und Max Kothny (r.) machen Fortschritte in den Gesprächen mit den Münchner Lokalpolitikern. 
+
Hasan Kivran (li.) und Max Kothny (r.) machen Fortschritte in den Gesprächen mit den Münchner Lokalpolitikern. 

„Fester Bestandteil der Münchner Fußball-Landschaft“

Suche nach NLZ-Gelände: Türkgücü erhält Unterstützung aus der Politik

  • vonJörg Bullinger
    schließen
  • Nico-Marius Schmitz
    schließen

Türkgücü München darf auf ein passendes Gelände für ein Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) hoffen. Der Drittligist bekommt Unterstützung aus der Lokalpolitik.

Es tut sich was bei Türkgücü München. Der Drittliga-Aufsteiger ist auf der Suche nach einem passenden Areal für ein NLZ in München. Der erste von Migranten gegründete Fußball-Klub Deutschlands, der es in den Profi-Fußball geschafft hat, hat hohe Ziele. 

Präsident Hasan Kivran will den Klub in die 2. Bundesliga führen und hatte zu Jahresbeginn von einer „ernst zu nehmende Bereitschaft“ der Stadt für ein eigenes Areal gesprochen. Die Reaktion der Lokalpolitik auf die Aussagen war zunächst verhalten. Vor wenigen Tagen hieß es auf Rückfrage des Münchner Merkurs und der tz, es gäbe noch kein konkretes Angebot für eine mögliche Fläche

Türkgücü München ist „seit Jahren fester Bestandteil der Münchner Fußball-Landschaft“

Trotzdem darf der Klub wieder ein bisschen mehr hoffen. Die Grünen - Rosa Liste und SPD/Volt haben eine Pressemitteilung veröffentlicht und möchten den Aufsteiger bei der  Suche unterstützen. „Türk Gücü ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Münchner Fußball-Landschaft und steht mit seiner Erfolgsgeschichte exemplarisch für den Fleiß und den Ideenreichtum vieler Migrant*innen, die unsere Stadt geprägt haben“, sagt Grünen-Stadträtin Nimet Gökmenoglu. 

Nimet Gökmenoglu kämpft für ein NLZ.

„Die Geschichte von Türkgücü ist eine Erfolgsgeschichte eines Migrant*innen-Vereins. Niemals zuvor hat es ein von Migrant*innen gegründeter Verein bis in die 3. Liga geschafft“, ergänzt Kathrin Abele, sportpolitische Sprecherin der SPD/Volt-Fraktion. „Mit dem Nachwuchsleistungszentrum wollen wir die hervorragende Jugendarbeit, die dort geleistet wird, unterstützen und die Voraussetzungen für den weiteren sportlichen Erfolg schaffen.“ 

Eigenes NLZ in München: Türkgücü München bleibt zuversichtlich

Türkgücü München freut sich über den Einsatz und zeigt sich weiterhin optimistisch, dass bald ein passendes Gelände gefunden wird. „Auch, wenn es von außen oft so aussieht, als würde nichts passieren: Es bewegt sich etwas, die Gespräche mit der Stadt sind positiv und wir sind zuversichtlich, dass wir mittelfristig die nötige Infrastruktur für eine optimale Nachwuchsförderung haben“, sagt Geschäftsführer Max Kothny im Gespräch mit dem Münchner Merkur.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Die Grünen – Rosa Liste und SPD/Volt beantragen, den Sportverein Türkgücü bei der Suche nach einem geeigneten Nachwuchs-Leistungszentrum (NLZ) zu unterstützen. Vor fast 30 Jahren von Migranten gegründet, hat es der Sportverein Türkgücü München aus kleinsten Anfängen bis in die 3. Liga geschafft. Diese Erfolgsgeschichte, heißt es in der Begründung des Antrags, dokumentiere eindrucksvoll, dass München eine bunte und zukunftsorientierte Stadtgesellschaft ist, in der Migrant*innen einen festen Platz haben. Die Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Leistungszentrum für den Nachwuchs soll auch eine Anerkennung für die hervorragende Jugendarbeit von Türk Gücü sein. Gleichzeitig ist die Gründung eines Nachwuchs-Leistungszentrums eine Voraussetzung für den Aufstieg in die 2. Liga. Grünen-Stadträtin Nimet Gökmenoglu sagt: „Türk Gücü ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Münchner Fußball-Landschaft und steht mit seiner Erfolgsgeschichte exemplarisch für den Fleiß und den Ideenreichtum vieler Migrant*innen, die unsere Stadt geprägt haben. Leider wird der Verein immer wieder zur Zielscheibe rassistischer und rechtsextremer Hassparolen. Indem die Stadt die Arbeit und die Verdienste von Türk Gücü anerkennt und die Jugendarbeit unterstützt, würde sie auch diesen Anfeindungen entgegentreten und klar sichtbar machen, dass Türkgücü zu München gehört.“ Kathrin Abele, sportpolitische Sprecherin der SPD/Volt-Fraktion, sagt: „Die Geschichte von Türkgücü ist eine Erfolgsgeschichte eines Migrant*innen-Vereins. Niemals zuvor hat es ein von Migrant*innen gegründeter Verein bis in die 3. Liga geschafft. Mit dem Nachwuchsleistungszentrum wollen wir die hervorragende Jugendarbeit, die dort geleistet wird, unterstützen und die Voraussetzungen für den weiteren sportlichen Erfolg schaffen. Denn nur mit einem Nachwuchszentrum ist ein Spielbetrieb in einer höheren Liga möglich.“

jb/nms/pm

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare