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Der Biathlet Simon Schempp beim schießen.

Staffel der Herren

Biathleten verballern in Ruhpolding möglichen Sieg

Ruhpolding - Am Ende konnten die hoch gehandelten deutschen Biathleten zwar doch noch auf dem Podest über den dritten Platz jubeln, von Zufriedenheit war nach dem turbulenten Staffelrennen aber wenig zu spüren.

"Das ist nicht unser Anspruch mit so vielen Nachladern. Das war einfach zu viel, aber wir haben das gerettet und noch etwas daraus gemacht", sagte Arnd Peiffer nach dem Auftakt beim Weltcup-Heimspiel in Ruhpolding.

Nur zu gerne hätte das Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) mit Erik Lesser (eine Strafrunde), Benedikt Doll (drei Nachlader), Arnd Peiffer (2) und Simon Schempp (1) den ersten Staffelsieg seit fast zwei Jahren eingefahren. Doch nach neun Nachladern und einer Strafrunde mussten sie sich den siegreichen Weltmeistern aus Norwegern (5 Nachlader) und Olympasieger Russland (+5,1 Sekunden/2) geschlagen gaben. 23,5 Sekunden betrug der Rückstand in der Chiemgau Arena.

"Bei solchen guten Bedingungen verleitet es dazu, dass man überzieht", sagte Startläufer Lesser, der sich maßlos über seine Strafrunde ärgerte: "Ich bin dermaßen enttäuscht von meinem Schießen." Damit war er nicht allein, denn Peiffer ergänzte: "Wir können allgemein mit der Leistung am Schießstand nicht zufrieden sein."

Den bislang letzten Erfolg hatte eine deutsche Männer-Staffel bei der WM 2015 im finnischen Kontiolahti gefeiert, in der Ruhpolding-Besetzung reichte es im Vorjahr immerhin zu WM-Silber. Das zuvor einzige Rennen in dieser Saison beendete die DSV-Staffel in Pokljuka ebenfalls auf dem dritten Rang. In Ruhpolding gab es seit elf Jahren keinen Sieg mehr.

Die Hoffnung auf ein Ende der Durststrecke war vor dem ersten abgefeuerten Schuss groß gewesen - immerhin trat das DSV-Team in Bestbesetzung an. Alle deutschen Skijäger hatten in der Vorwoche beim Weltcup in Oberhof mindestens ein Top-6-Ergebnis verbucht, Peiffer und Lesser stürmten ebenso auf das Podest wie Schempp, der zum Abschluss im Massenstart seinen ersten Saisonsieg gefeiert hatte.

Doch vor allem Lesser konnte nicht an diese Leistung anknüpfen. Nach einer ersten fehlerfreien Einlage und der Übernahme der Spitzenposition halfen dem 28-Jährigen bei seinem Stehendschießen selbst drei Extrapatronen nicht, um die fünf Scheiben abzuräumen. Die Strafrunde und 49,9 Sekunden Rückstand bei der Übergabe auf Doll waren die Folge.

Auch bei Doll und Peiffer setzte sich die wechselhafte Leistung am Schießstand fort. Als die deutschen Fans nach den ersten fünf Treffern von Peiffer noch auf eine Aufholjagd hofften, musste der 29-Jährige stehend zweimal nachladen. 30,9 Sekunden Rückstand waren dann auch für Schempp zuviel, der seinen letzten Schuss daneben setzte und so endgültig aus dem Kampf um den Sieg raus war.

Am Donnerstag (14.30 Uhr/ARD und Eurosport) steht für die Frauen das Staffelrennen über 4x6 km an. Für den DSV kämpfen Vanessa Hinz, Maren Hammerschmidt, Franziska Preuß und Laura Dahlmeier um den zweiten Sieg des Winters. Das deutsche Quartett hatte im Dezember in Pokljuka gewonnen. "Wir wären schlecht beraten, wenn wir sagen, dass wir hier mit Platz fünf zufrieden sind. Wir wollen hier um das Podest mitlaufen, das wird auch unser Ziel in den Einzelrennen sein", sagte Hönig.

Bis Sonntag finden in Ruhpolding für Männer und Frauen jeweils noch Sprint und Verfolgungsrennen statt. Die Gesamtweltcup-Zweite Dahlmeier kämpft dabei um die Rückeroberung des Gelben Trikots, das sie wegen einer freiwilligen Erholungspause in Oberhof an die Tschechin Gabriela Koukalova verloren hatte.

sid

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