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Miriam Gössner vergaß beim Weltcup in Hochfilzen eine Strafrunde und wurde mit einer Zeitstrafe belegt.

Weltcup in Hochfilzen

Biathlon: Gössner enttäuscht - Männer-Duo auf Podium

Hochfilzen - Die deutschen Biathleten haben in den Sprints von Hochfilzen geglänzt. Simon Schempp und Andreas Birnbacher gelang der Sprung auf das Podest, zudem schafften es drei Frauen unter die Top 10.

Simon Schempp und Andreas Birnbacher strahlten auf dem Podest um die Wette, Miriam Gössner weinte nach ihrem Blackout bittere Tränen: Freud und Leid lagen bei den deutschen Biathleten nach den Sprintrennen im österreichischen Hochfilzen ganz dicht beieinander. Schempp (Uhingen) als Zweiter und Birnbacher (Schleching) auf Rang drei bescherten den Skijägern über 10 km die ersten Podiumsplätze des WM-Winters, während Gössner die Qualifikation für die Verfolgung verpasste und einen herben Dämpfer hinnehmen musste.

„Es lief einfach sehr gut. Ich bin sehr glücklich und bekomme jetzt mit jedem guten Ergebnis auch mehr Selbstbewusstsein. Auch für uns als Mannschaft gibt uns das Ergebnis Auftrieb“, sagte der fehlerfreie Schempp, der sich mit 14,3 Sekunden Rückstand lediglich dem Norweger Johannes Thingnes Boe (Norwegen/0 Fehler) geschlagen geben musste. Birnbacher (17,9 Sekunden Rückstand) meinte: „Ich bin überglücklich, es haut alles super hin. Für mich ist es selbst überraschend, dass es jetzt so früh in der Saison schon so gut geht. `

Im noch jungen WM-Winter verdiente sich das Duo des Deutschen Skiverbandes (DSV) den Sprung auf das Podest durch eine perfekte Schießleistung und eine starke Vorstellung in der Loipe. Bislang hatte nur die deutsche Mixedstaffel zum Auftakt im schwedischen Östersund als Dritter den Sprung auf das `Stockerl“ erreicht. Außerdem erfüllte Daniel Böhm (Buntenbock/0) als 15. die Norm für die WM im finnischen Kontiolahti (5. bis 15. März 2015).

Gössner vergisst Strafrunde

Einen ganz bitteren Tag erlebte derweil Miriam Gössner. Eine „vergessene“ Strafrunde kostete die 24-Jährige im Sprint das Ticket für die Verfolgung. Für ihr Vergehen wurde Gössner mit einer Zeitstrafe von zwei Minuten belegt und fiel nach dem Aussetzer vom 48. auf den 93. Platz zurück (3:54,5 Minuten Rückstand).

Auch wenn Gössner davon überzeugt war, alles richtig gemacht zu haben („Ich bin mir zu 100 Prozent sicher“), belegten die TV-Bilder ihren Aussetzer. Mit insgesamt vier Schießfehlern hätte es für die Garmischerin eigentlich locker für die Verfolgung der besten 60 Athletinnen gereicht, so ist der Weltcup in Österreich für sie bereits beendet. „Ich versuche immer mein Bestes zu geben, im Rennen funktioniert es leider nicht. Ich weiß nicht, woran es liegt“, sagte Gössner, die im Ziel in Tränen ausbrach und getröstet werden musste.

Während Gössner nach der herben Enttäuschung in den kommenden Tagen nur die Zuschauerrolle bleibt, konnten sich ihre Teamkolleginnen im Pillerseetal über das beste Resultat der Saison freuen. Franziska Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld/1 Fehler) wurde als Fünfte erneut beste Deutsche und schaffte es im vierten Rennen der Saison zum vierten Mal in die Top 10.

Hinz und Preuß laufen ebenfalls in die Top 10

Zweitbeste Athletin war überraschend die fehlerfreie Vanessa Hinz (Schliersee), die als Sechste ihr bestes Weltcup-Resultat verbuchte und gleichzeitig die WM-Norm („Ich bin einfach überglücklich“) erfüllte. Dies gelang zudem Franziska Preuß (Haag/2) mit ihrem zehnten Platz. „Wir haben vielleicht davon geträumt, dass wir mit drei Sportlerinnen in die Top 10 laufen können. Da muss ich den Mädels ein Kompliment machen“, sagte Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig.

Am Samstag stehen nun zunächst die ersten Männer- und Frauen-Staffelrennen der Saison an, ehe es am Sonntag in die Verfolgung geht. Vor allem Schempp und Birnbacher haben dabei beste Chancen auf den ersten deutschen Sieg der Saison.

SID

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