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Magdalena Neuner.

"Verkrustet und alteingesessen"

Ex-Biathletin Neuner kritisiert Skiverband

Leipzig - Die zweimalige Olympiasiegerin Magdalena Neuner hat den Deutschen Skiverband (DSV) für die Pleite der Biathletinnen bei den Olympischen Spielen in Sotschi mitverantwortlich gemacht.

Dass die deutschen Frauen erstmals ohne Olympia-Medaillen geblieben waren, hänge auch mit der Unbeweglichkeit des Verbandes und veralteten Trainingsmethoden zusammen. „Da ist alles verkrustet und alteingesessen, es wird nicht weiter gedacht“, sagte die Rekord-Weltmeisterin der „Augsburger Allgemeinen“ (Freitag).

Nach Auffassung Neuners, die nach der Heim-WM 2012 in Ruhpolding ihre Biathlon-Karriere beendet hatte, habe bis zuletzt im DSV die Maxime gegolten: „Das war schon damals bei Uschi Disl richtig, also ist das jetzt auch noch richtig. Das stimmt aber nicht.“ Die Zeiten hätten sich geändert, das Niveau im Weltcup sei gestiegen: „Und wir haben jetzt auch ganz andere Typen in der Mannschaft als damals.“

Die Funktionäre seien trotz der ausbleibenden Erfolge „nicht bereit, umzudenken.“ Die Trainingsmethodik sei „veraltet. Da gibt es mittlerweile auch andere Erkenntnisse. Wenn ich so trainiert hätte, wie da gefordert wird, wäre ich nicht so erfolgreich gewesen. Ich war immer ein Querdenker und habe mit meinem Heimtrainer Bernhard Kröll alles genau anders gemacht als die anderen“, erklärte Neuner, die Ende Mai ihre Tochter Verena Anna zur Welt brachte.

Die 27-Jährige plädiert deshalb für mehr Individualismus. Im Verband aber herrsche die entgegengesetzte Philosophie. „Die wollen wieder dahin zurück, dass alle das Gleiche machen. Richtig wäre aber, ganz individuell auf die Sportler einzugehen. Das hat der DSV immer unterbunden und wollte kein individuelles Training. Deswegen habe ich am Schluss alle Lehrgänge ausgelassen“, sagte die frühere Ausnahme-Athletin.

Dass der DSV nach der vergangenen Saison den Frauen-Trainer Ricco Groß durch Tobias Reiter ersetzte, begrüßt Neuner. „Das war eine gute Entscheidung. Die Mannschaft braucht jemand, der ein bisschen mehr Gefühl für die jungen Mädels hat. Weltcup ist ein hartes Geschäft“, meinte die Wallgauerin. „Und weil sie momentan nicht so erfolgreich sind, ist es noch härter. Da brauchen sie einen Trainer, der voll hinter ihnen steht.“

dpa

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