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Biathlon: Greis verschießt deutsche Medaille

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Michael Greis, dreifacher Olympiasieger von Turin, vergab mit seinen Schießfehler eine mögliche Medaille. © dpa

Chanty Mansijsk - Tragisches Ende für den Olympiasieger von Turin Michael Greis. Als Schlussläufer der Staffel vergab er durch drei Strafrunden eine sicher geglaubte Medaille. Der Sieg ging an Norwegen.

Völlig fassungslos verließ Michael Greis die Stätte seiner bittersten Niederlage. Mit drei Strafrunden hatte der 34 Jahre alte Dreifach-Olympiasieger als Schlussläufer die Titel-Träume des deutschen Quartetts bei den Biathlon-Weltmeisterschaften im russischen Chanty Mansijsk wie eine Seifenblase zerplatzen lassen. Nach dem Aussetzer von Andreas Birnbacher bei Olympia 2010 erlebten die DSV-Skijäger als WM-Siebte ihr nächstes Waterloo.

„Es tut mit wirklich leid, aber ich bin mir beim Schießen eigentlich keiner großen Schuld bewusst. Ich bin hohes Risiko gegangen. Ich wusste, wenn ich Bö unter Druck setzen kann, dann im Liegendschießen. Das ist eigentlich meine Stärke“, sagte Greis

Bundestrainer Uwe Müssiggang stellte sich schützend vor den Routinier: „Er hat gesagt, dass er den Wind nicht so registriert hat. Das kann passieren. Es war eine sehr gute Leistung der gesamten Staffel. Man kann generell sagen, dass wir zu viele Nachlader hatten“, sagte Müssiggang

Auch Greis' Heimtrainer Fritz Fischer verteidigte seinen Schützling: „Michi hat Pech gehabt mit einer Windböe. In dieser Situation haben alle rechts daneben geschossen. Michi hat ein bisschen mehr riskiert“, sagte Männer-Trainer Fritz Fischer.

Startläufer Stephan schockte die deutschen Fans in Sibirien, als er gleich im Liegendschießen dreimal nachladen musste. Auch im Stehendanschlag leistete sich der Oberhofer zwei Fehler, doch in der Loipe machte Stephan viel Boden gut und übergab mit gut 20 Sekunden Rückstand auf den führenden Norweger Ole Einar Björndalen. „Es waren eigenartige Bedingungen, schon beim Anschießen war es komisch. Aber in der Loipe ist es gut gelaufen“, sagte Stephan.

An Position zwei zeigte Birnbacher, der zum ersten Mal nach seinem Aussetzer bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver in einer deutschen Staffel stand, eine solide Vorstellung. Nach drei Nachladern im Liegendschießen traf der 29-Jährige alle fünf Scheiben im Stehendanschlag und übergab zeitgleich mit dem Norweger Alexander Os an Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer. „Meine letzte Staffel war Olympia, da hab ich die ganz Zeit gedacht, hoffentlich bekomm ich die aus dem Kopf. Das war ein hartes Ding heute für mich und ich bin froh, dass es rum ist“, sagte Birnbacher.

Die erfolgreichsten Deutschen bei Olympia

Peiffer bestätigte seine großartige Form in Chanty Mansijsk und lieferte sich ein Kopf-an-Kopf-Duell mit Norwegens Emil Hegle Svendsen. Nach jeweils einem Nachlader in Liegend- und Stehendschießen kam Peiffer zeitgleich mit dem Olympiasieger zum Wechsel.

Schlussläufer Greis, der bei den letzten deutschen Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften (2004) und Olympipa (2006) jeweils zum Sieger-Quartett gehört hatte, musste gegen den im Gesamtweltcup führenden Norweger Tarjei Bö kämpfen. Doch bereits im ersten Schießen lief alles schief für den 34-Jährigen aus Nesselwang. Drei Scheiben blieben nach den acht Schüssen stehen, Greis musste drei Strafrunden drehen. Das Aus für die deutschen Medaillenchancen. Auch im Stehendanschlag leistete sich Greis drei Nachlader.

Am Wochenende werden noch drei Goldmedaillen vergeben: Im Massenstart am Samstag (Frauen 12.30 Uhr/Männer 14.30 Uhr) sowie in der Frauen-Staffel am Sonntag (11.00 Uhr/alle ZDF und Europsort).

sid

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