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Biathlon: Benedikt Doll bestreitet in seine fünfte Weltmeisterschaft.

Biathlon-WM 2020 in Antholz

Benedikt Doll im Interview: "Als wären die Rennen aus meinem Gedächtnis gestrichen"

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Benedikt Doll geht als Medaillenkandidat in die Biathlon-WM 2020 in Antholz. Im Interview mit chiemgau24.de spricht er über seine Chancen und sein ungewöhnliches Verhältnis zu Antholz.

Antholz - Mit der Mixed-Staffel beginnt am Donnerstag die Biathlon-WM 2020 in Antholz. Zehn Tage kämpfen die besten Biathleten der Welt in Südtirol um Medaillen.

Biathlon-WM heute im Liveticker: Die Mixed Staffel

Mit dabei ist dann auch Benedikt Doll, der im deutschen Team als aussichtsreicher Medaillenkandidat gilt. Ein Sieg und zwei Podestplätze hat der 29-Jährige im Laufe der Saison schon eingefahren und war einer der wenigen Biathleten, die den Dominatoren Johannes Thingnes Boe und Martin Fourcade Paroli bieten konnten.

chiemgau24.de hat mit dem Sprintweltmeister von 2017 über seine aktuelle Form, seine Ziele bei der Biathlon-WM und die Strecke in Antholz gesprochen. Biathlon-WM 2020: Alle Infos zur Weltmeisterschaft in Antholz

Biathlon-WM 2020 in Antholz: Benedikt Doll im Interview

Herr Doll, Wie schätzen Sie ihre aktuelle Form ein?

Doll: Das letzte Trimester lief gut für mich, vor allen Dingen mit meinem letzten Rennen in Pokljuka war ich sehr zufrieden. Ob ich diese Form mit nach Antholz nehmen kann, wird sich zeigen. Es ist bei mir sehr wichtig, dass ich viel Vorbelastung habe und mit meiner besten Form in die WM einsteige. Das Trimester nach dem Jahreswechsel hat das bestätigt. Am ersten Wochenende in Oberhof war ich noch nicht auf meinem höchsten Niveau, am letzten Wochenende in Pokljuka dann schon. Entsprechende Lehren daraus ziehe ich auch im Hinblick auf die WM

Inwiefern ändert sich dadurch die Belastungssteuerung im Training?

Doll: Ich setze die Intensität hoch an und schone mich nicht. Nur so komme ich zu der Wettkampfhärte, die ich für eine WM brauche. Biathlon-WM in Antholz 2020: Alle Termine und Ergebnisse

Wie kommen Sie mit der Höhenlage in Antholz zurecht?

Doll: Auf der Strecke ist die Höhe kein Problem, am Schießstand macht sie sich aber bemerkbar. Die Atmung ändert sich, man muss in der Höhe einfach mehr atmen. Dadurch verändert sich auch der Schießrhythmus, das ist gewöhnungsbedürftig. Entsprechend bewusst muss ich mich im Training damit beschäftigen, mich auf die Gegebenheiten einstellen und dann während der WM wachsam sein.

Liegt Ihnen die Strecke in Antholz?

Doll: Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich mit einer Einschätzung zur Strecke in Antholz sehr schwer tue. Oberhof, Östersund oder die neue Strecke in Pokljuka beispielsweise liegen mir, diese Pisten kann ich klar zuordnen. Aber bei Antholz fällt mir das schwer. Als wären die Rennen aus meinem Gedächtnis gestrichen. Es lief dort mal besser und mal schlechter für mich, ich verbinde mit der Strecke auch keine großen emotionalen Ereignisse. Mit Ausnahme meines ersten Weltcupsiegs mit der Staffel 2017.

Was bedeutet das für die WM?

Doll: Das werden wir sehen. Ich kann mich meistens auf die Gegebenheiten vor Ort recht schnell einstellen und so reagieren, wie es nötig ist. Biathlon-WM 2020 in Antholz: So sehen Sie die WM im TV, Livestream und Liveticker

Sie haben vor der Saison eine Medaille als Ziel ausgegeben. Bleibt es bei diesem Vorhaben?

Doll: Ich reise nach Antholz, um eine Medaille zu holen. Daran hat sich nichts geändert. Dass das kein leichtes Unterfangen wird, ist mir bewusst. Es braucht ein perfektes Rennen und optimales Material, um auf dem Siegerpodest zu stehen. Aber ich habe das im Laufe der Saison schon geschafft, also will ich das auch bei der WM erreichen.

Was ist das Ziel mit der Staffel?

Doll: Wir wollen eine Medaille holen. Die Konkurrenz ist zwar groß, aber wir haben die ganze Saison über gezeigt, dass wir uns da nicht verstecken müssen.

Haben Sie eine Lieblingsdisziplin?

Doll: Der Sprint kommt mir doch sehr entgegen, den würde ich als meine Lieblingsdisziplin bezeichnen. Aber ich habe auch schon in den anderen Disziplinen gute Leistungen erzielt.

Biathlon-WM 2020: Der deutsche Kader für die WM in Antholz

Sie sind neben Quentin Fillon-Maillet der Einzige, der Martin Fourcade und Johannes Thingnes Boe in dieser Saison in einem Einzelrennen geschlagen hat. Wie stark orientieren Sie sich an diesen beiden Ausnahmeathleten?

Doll: Ich konzentriere mich mehr auf meine eigene Leistung, damit fahre ich gut. Auf das, was Johannes und Martin machen, habe ich ohnehin keinen Einfluss. Die beiden zu schlagen, ist natürlich eine besondere Motivation, aber neben den beiden gibt es ja auch noch zahlreiche andere Athleten, die richtig stark sind und an denen man erstmal vorbei muss. Von daher muss ich mich erst recht auf mich selbst konzentrieren und versuchen, das Beste aus mir herauszuholen. Nur so ist bei einer so starken Konkurrenz ein Podestplatz möglich.

Sie gehen in ihre fünfte Weltmeisterschaft. Ist eine WM noch immer etwas besonderes für Sie?

Doll: Ja, die Vorfreude auf diese Ereignisse ist noch immer sehr groß bei mir. Die Stimmung bei einer WM ist immer außergewöhnlich, auch die ganzen Rahmenbedingungen erlebt man so ja nicht jedes Wochenende. Dann sind wir zwei Wochen vor Ort, das hat einen anderen Charakter als ein normaler Weltcup. Rein sportlich ändert sich aber nicht viel, die Rennen bleiben die gleichen.

Quelle: chiemgau24.de

*chiemgau24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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